Raubfisch

Schildkröte verschluckt: Tödliches Mahl für Wels im Göttinger Kiessee

Der riesige Wels wurde von Paddlern und Anglern aus dem Göttinger Kiessee gezogen. Der Raubfisch hatte sich an einer Schildkröte verschluckt: Beide Tiere waren nicht mehr zu retten.
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Der riesige Wels wurde von Paddlern und Anglern aus dem Göttinger Kiessee gezogen. Der Raubfisch hatte sich an einer Schildkröte verschluckt: Beide Tiere waren nicht mehr zu retten.

Paddler und Angler haben in dieser Woche am Göttinger Kiessee einen knapp 1,50 Meter großen Wels an Land gezogen, der sich an einer Schildkröte verschluckt hat.

Update vom 25.06.2021, 17.45 Uhr: Eine amerikanische Rotwangenschildkröte ist dem Wels zum Verhängnis geworden. Paddler fanden den am Uferbereich treibenden, aber noch lebenden Raubfisch, aus dessen Maul Hinterteil und Beine der Schildkröte ragten. Beute und Jäger hatten sich im Todeskampf verbissen. „Das war eine Pattsituation. Mit der Schildkröte hat sich der Wels wohl etwas übernommen“, schilderte Marc Stemmwedel vom Sportangelklub Göttingen die Lage.

Tödliches Mahl für Wels im Göttinger Kiessee: Tier maß stattliche 1,40 Meter

Der Ornithologe Mathias Siebner war am Mittwoch zu dem Zeitpunkt am Kiessee, um Vögel zu fotografieren. Von Paddlern sei er auf den treibenden Wels aufmerksam gemacht worden. Die hätten zunächst versucht, den Wels mit Paddel an Land zu bugsieren. „Das ging aber nicht so leicht, weil der Fisch rutschig war“, erzählt Siebner. Schließlich sei es aber gelungen, den Wels mit einem Strick an Land zu hieven. Das Tier maß stattliche 1,40 Meter bei einem Gewicht von etwa 35 bis 40 Kilogramm.

Aber nicht die Größe war das Besondere, sondern der letzte Fang des Raubfisches. Aus dem Maul hingen Teile der Schildkröte, die der Wels als Beute verspeisen wollte. Bei einem Blick durch den Kiemendeckel sahen Angler, dass sich die Schildkröte in die Kiemen des Fisches verbissen hatte. Im Todeskampf setzte sie sich offenbar zur Wehr.

Tödliches Mahl für Wels im Göttinger Kiessee: Raubfisch war nicht mehr zu retten

Zwar zuckte der Fisch noch. „Er war aber nicht mehr zu retten und hätte nicht überlebt“, sagte Stemmwedel. Nach dem Kampf sei er ohnedies schon mehr tot als lebendig gewesen. Angler machten dem Leiden schließlich mit einem gezielten Schlag auf den Kopf ein Ende. Es ist bekannt, dass in dem flachen Gewässer des Kiessees Welse leben. Ab und zu werden welche gesichtet. Begegnungen zwischen Schwimmern und Welsen sind aber hoch unwahrscheinlich. Zum einen sind die schuppenlosen Tiere scheu, zum anderen ist das Schwimmen im See gar nicht erlaubt.

Mit 1,40 Metern war der Wels vom Mittwoch zwar ziemlich groß, aber auch nicht so riesig, denn Welse können drei Meter lang und 250 Kilo schwer werden. Sie sind die größten einheimischen Süßwasserfische und fressen Fische, Frösche, Krebse, auch schon mal eine Ente oder Ratten.

Tödliches Mahl für Wels im Göttinger Kiessee: Artverwandter sorgte für Aufsehen

Ein nahezu gleichgroßer Artverwandter des Göttinger Welses erlangte vor 20 Jahren in Mönchengladbach unter dem Namen „Kuno der Killerwels“ international mediale Berühmtheit. Dem im Volkspark-Weiher lebendenden Wels wurde damals nachgesagt, er habe einen jungen Rauhaardackel verschluckt. 2003 wurde dann ein Wels in dem besagten Gewässer „kielobend“ treibend entdeckt. Schnell ging man davon aus, dass es „Kuno“ war. Er wurde ausgestopft und ins Museum gestellt.

Der Göttinger Wels muss nicht damit rechnen, ausgestopft zu werden. Der Fisch sei einer „vernünftigen Verwertung“ zugeführt worden und nicht etwa im Mülleimer gelandet, versicherte Angler Stemmwedel. Die fast grätenfreien Welse werden als Speisefisch sehr geschätzt.

Erstmeldung vom 25.06.2021, 12.15 Uhr: Göttingen – Das gepanzerte Tier ragte zum Teil noch aus dem Maul des Raubfisches, der zunächst zwar noch lebte. „Er war aber nicht mehr zu retten und hätte nicht überlebt“, sagte Marc Stemmwedel vom Sportangelklub Göttingen am Freitag.

Tödliches Mahl für Wels im Göttinger Kiessee: Schildkröte verbiss sich in Kiemen

Die Schildkröte, deren Hinterbeine aus dem Maul hingen, habe sich im Todeskampf in den Kiemen des Fisches verbissen. Das hätten Angler des Vereins festgestellt, die den Fisch am Mittwoch letztlich hätten töten müssen. Zuerst hatten mehrere Medien darüber berichtet.

Der 35 bis 40 Kilogramm schwere Wels sei einer „vernünftigen Verwertung“ zugeführt worden und nicht im Mülleimer gelandet, versicherte Stemmwedel. Welse werden als Speisefische geschätzt.

Tödliches Mahl für Wels im Göttinger Kiessee: Raubfisch ist nacht- und dämmerungsaktiv

Der Wels ist der größte reine Süßwasserfisch Europas. Der Raubfisch ist laut Online-Lexikon Wikipedia vorwiegend nacht- und dämmerungsaktiv. Die Fische ernähren sich von lebenden und toten Fischen, aber auch von Wirbellosen und gelegentlich von kleinen Wasservögeln und Säugetieren.

Tödliches Mahl für Wels im Göttinger Kiessee: Raubfisch wächst zeitlebens

Welse erreichen, abhängig von ihrem Lebensraum, meist Körperlängen von einem bis eineinhalb Metern und dabei ein Gewicht von etwa 10 bis 50 Kilogramm. Da die Tiere zeitlebens wachsen, können sie allerdings auch deutlich größer und schwerer werden. (Bernd Schlegel, mit dpa)

Karte: Hier ist der Kiessee Göttingen zu finden

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