Durchsuchungen auch in Göttingen und Einbeck

Falsche Impfpässe: Fahnder entdecken auch Waffen und Drogen

Ein gelber Impfpass mit den Aufklebern vom Biontech/ Pfizer-Impfstoff. Die Pässe werden von Fläschern auch verkauft. Die Namen des Arztes wurden gepixelt.
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Ein gelber Impfpass mit den Aufklebern des Biontech/Pfizer-Impfstoffs. Die Pässe werden von Fälschern auch verkauft.

300 Polizeibeamte sind am Mittwochmorgen mit einer groß angelegten Durchsuchungsaktion gegen eine mutmaßliche Bande von Impfpass-Fälschern vorgegangen.

Göttingen/Hildesheim/Einbeck – Die Fahnder durchsuchten 24 Wohn- und Gewerbeobjekte im Raum Hildesheim und Hannover, Göttingen, Einbeck, im Landkreis Gifhorn und in Hessen. Hauptbeschuldigte seien fünf Männer im Alter zwischen 21 und 29 Jahren aus dem Raum Hildesheim.

Diese stünden im Verdacht, falsche Impfpässe hergestellt und veräußert zu haben, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft und der Polizei Hildesheim.

Anfang Oktober wurde bei der Polizeiinspektion Hildesheim eine ständige Ermittlungsgruppe „Komplexe kriminelle Strukturen“ eingerichtet, die sich vor allem um den Bereich Clan-Kriminalität kümmert. In diesem Zusammenhang steht auch das Verfahren um die gefälschten Impfpässe.

Die Beschuldigten werden verdächtigt, sich bandenmäßig auf die Fälschung von Impfzertifikaten spezialisiert zu haben. Dazu hätten sie Blanko-Impfpässe so bearbeitet, dass sie von echten Impfbescheinigungen kaum zu unterscheiden seien. Der Verkauf der gefälschten Impfpässe sei vornehmlich über die sozialen Medien gelaufen.

Bei den Durchsuchungen seien zahlreiche Beweismittel sichergestellt worden, sagte der Hildesheimer Kripochef Thomas Breyer. Hierzu gehörten auch zahlreiche Blanko-Impfpässe, gefälschte Impfpässe, Chargen-Aufkleber, Stempel, Drucker, Mobiltelefone, Datenträger sowie mehrere zehntausend Euro Bargeld. Bei den Durchsuchungen im Raum Hildesheim hätten die Beamten auch Waffen samt Munition sowie Drogen und hochwertige Markenuhren beschlagnahmt.

Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza erklärte dazu, der Handel mit gefälschten Impfausweisen sei „nicht nur schäbig und kriminell, sondern auch richtig gefährlich“. Wer seinen Impfschutz nur vorgaukele, gefährde die Gesundheit seiner Mitmenschen. „Daraus auch noch ein Geschäft zu machen, ist wirklich das Allerletzte“, sagte die Ministerin. Daher sei es gut, dass nach dem jüngsten Beschluss des Bundesrates die Strafbarkeit für das unbefugte oder unrichtige Ausstellen von Impfausweisen sowie für deren Gebrauch inzwischen neu geregelt sei. Damit sei die vom Landgericht Osnabrück aufgezeigte Schwachstelle zügig ausgebessert worden. (Heidi Niemann)

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