Polizei gibt Tipps für Besitzer

Schlüsselsystem ausgetrickst: Hochwertige Autos sind im Eichsfeld verschwunden

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Die Aufnahme entstand im Sommer auf einem Rasthof an der Autobahn 38: Sie zeigen einen Unbekannten, der einen in Worbis gestohlenen BMW betankt.

Ein bislang unbekannter Mann steht im Verdacht, im Juli in Worbis im Obereichsfeld einen weißen BMW 740 d xDrive entwendet zu haben. Er wurde auf einem Rasthof an der Autobahn 38 gefilmt, als er den gestohlenen Wagen betankte. Bei dem Fall spielt ein drahtloses Schließsystem „Keyless Go“ eine Rolle.

Nach den bisherigen Ermittlungen geht die Polizei davon aus, dass an dem Fahrzeug nachgemachte Kennzeichen angebracht waren. Die Polizei fragt: Wer kennt den Mann oder kann Angaben zu ihm machen? Hinweise nimmt die Kriminalpolizei in Nordhausen unter der Rufnummer 03631/960 entgegen.

In Nordhausen schlugen erst kürzlich erneut Fahrzeugdiebe zu. In der Nacht zum Mittwoch verschwand ein schwarzer BMW 535d Kombi. Auch in diesem Fall sucht die Polizei noch Zeugen.

Bei beiden Diebstählen hatten es die Täter vor allem auf hochwertige Fahrzeuge abgesehen, die mit dem Schließsystem „Keyless Go“ ausgestattet sind. Es arbeitet mit einem Funksignal, das vom Autoschlüssel ausgestrahlt wird. Autodiebe nutzen häufig sogenannte Reichweiten- oder Funkstreckenverlängerer, die das Schlüsselsignal abfangen. Dadurch kann die Funkverbindung zwischen Schlüssel und Auto über hunderte Meter verlängert werden. Auch die Polizei in Südniedersachsen warnt immer wieder vor dieser Masche.

So funktioniert das Komfort-Schließsystem „Keyless Go“

Das Komfort-Schließsystem „Keyless Go“ funktioniert über Funk. Der Autoschlüssel strahlt dabei dauerhaft ein Funksignal in einem geringen Umkreis aus. Wird dieses Signal vom Auto empfangen, so lassen sich die Türen öffnen.

Außerdem kann der Motor sofort per Knopfdruck gestartet werden. Sobald der Motor läuft, bleibt das Fahrzeug an – auch dann, wenn der spezielle Schlüssel aus dem Nahbereich des Fahrzeugs wieder entfernt wird.

Um das System zu überwinden, setzten Diebe sogenannten Reichweiten- oder auch Funkstreckenverlängerer ein, die das Schlüsselsignal abgefangen und an das Fahrzeug weiterleiten.

Auf diesem Weg kann die Funkverbindung zwischen Schlüssel und Auto problemlos auch über hunderte von Metern verlängert werden, unabhängig davon, ob sich der Originalschlüssel beispielsweise im Haus oder während einer Veranstaltung in der Jackentasche des Besitzers befindet.

Das rät die Polizei betroffenen Autobesitzern

Die Polizei rät Fahrzeugbesitzern, deren Autos mit einem schlüssellosen Öffnungs- und Schließsystem ausgerüstet sind, erneut zu besonderer Vorsicht. Hier die aktuellen Empfehlungen:

• Das Fahrzeug sollte möglichst in einer verschlossenen Garage geparkt werden.

• Original- und auch Zweitschlüssel sollten niemals in der Nähe der Haus- oder Wohnungstür abgelegt werden.

• Wenn das Fahrzeug nicht verwendet wird, dann sollten die Schlüssel in spezielle Hüllen oder Behältnisse gepackt werden, um das Funksignal abzuschirmen. Damit sind Schlüsseletuis mit eingebauter Abschirmfolie oder Schlüsseltresore gemeint.

• Machen Sie einen Selbsttest und halten Sie den „abgeschirmten“ Schlüssel direkt neben die Fahrzeugtür. Erst wenn sich diese nicht mehr öffnen lässt, funktioniert der Schutz.

• Es sollte auf Personen in der unmittelbaren Nähe geachtet werden. Es könnten professionelle Autodiebe sein, die versuchen, sich „unauffällig“ das Schlüsselsignal zu verschaffen.

• Autodiebe gehen in der Regel den Weg des geringsten Widerstandes. Je länger es dauert, ein Fahrzeug zu öffnen und zu entwenden, umso unwahrscheinlicher wird der Fahrzeugdiebstahl.

• Es sollten deshalb in den betroffenen Fahrzeugen mechanische Diebstahlsicherungen, wie zum Beispiel die klassische Lenkradkralle, eine Gangschaltungs- oder auch Pedalsperre angebracht weren.

• Besitzer sollten in der Fachwerkstatt nachfragen, ob und welche Möglichkeiten es für das eigene Fahrzeug gibt.

Weitere Infos gibt es hier.

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