Prozess am Amtsgericht

Schmu mit Verzehrgutscheinen? Ex-Mitarbeiter von Göttinger Gaststätte vor Gericht

Der Eingang zum Amtsgericht Göttingen: Dort müssen sich zwei Ex-Mitarbeiter einer Göttinger Gaststätte verantworten.
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Der Eingang zum Amtsgericht Göttingen: Dort müssen sich zwei Ex-Mitarbeiter einer Göttinger Gaststätte verantworten. (Archivfoto)

Wegen besonders schweren Diebstahls müssen sich seit dieser Woche zwei frühere Mitarbeiter einer Göttinger Innenstadtgaststätte vor dem Amtsgericht Göttingen verantworten.

Göttingen – Die Staatsanwaltschaft wirft einem 35-jährigen Ex-Mitarbeiter insgesamt 167 Taten vor, eine 32 Jahre alte frühere Service-Mitarbeiterin soll 16 Taten begangen haben. Die Angeklagten sollen wiederholt Verzehrgutscheine der Gaststätte ausgestellt haben, obwohl es hierfür gar keinen Käufer und damit auch keine entsprechenden Einnahmen gab.

Später sollen sie die Gutscheine zu den Tageseinnahmen gelegt und den darauf angegebenen Bargeldbetrag aus der Kasse entnommen haben. Der 35-Jährige soll sich auf diese Weise mehr als 17 000 Euro verschafft haben, bei der 32-Jährigen soll der Schaden 385 Euro betragen. Der 35-Jährige soll außerdem aus dem Tresor der Gaststätte rund 10 500 Euro, Restaurantchecks und einen Autoschlüssel entwendet haben.

Die Verlesung der Anklage nahm einige Zeit in Anspruch, da der Staatsanwalt jede der insgesamt mehr als 180 Taten mit den jeweiligen Daten und Geldbeträgen einzeln auflisten musste. Demnach soll der 35-jährige Angeklagte zwischen Februar und Oktober 2017 regelmäßig Gutscheine für vermeintliche Kunden ausgestellt haben, um diese dann für sich selbst „einzulösen“. Die auf den Gutscheinen eingetragenen Beträge lagen zwischen 20 und 50 Euro.

Laut Anklage soll er sich zum Teil täglich aus der Kasse bedient haben, an manchen Tagen habe er auch mehrere Gutscheine eingelöst. Damit dies nicht auffällt, soll er Namen anderer Mitarbeiter benutzt haben, die angeblich einige Monate oder Jahre zuvor die Gutscheine ausgestellt hatten.

Die 32-Jährige soll dagegen laut Anklage die Verzehrgutscheine auf den eigenen Namen ausgestellt, den jeweiligen Betrag aber nicht in der Kasse „gebongt“ haben. Stattdessen habe sie das eingenommene Geld für sich behalten.

Während die 32-jährige Angeklagte die Vorwürfe zurückwies, legte der 35-Jährige am ersten Prozesstag ein Teilgeständnis ab. Er gab zu, die Gutscheine auf falschen Namen ausgestellt und die entsprechenden Geldbeträge aus der Kasse entnommen zu haben. Den Diebstahl aus dem Tresor stritt er dagegen ab: „Ich war´s nicht“, sagte er. Er verwies darauf, dass es in den insgesamt acht Jahren, in denen er in dem Lokal gearbeitet habe, vier oder fünf Einbrüche gegeben habe.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, gewerbsmäßig gehandelt zu haben. Das unrechtmäßig erlangte Geld sollte eingezogen werden. Der Prozess wird in der übernächsten Woche fortgesetzt. (Heidi Niemann)

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