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Erfolg im Kampf gegen Schockanruf-Betrüger: 22-Jährige „Abholerin“ aus Göttingen in U-Haft

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Von: Melanie Zimmermann

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Eine ältere Dame telefoniert
Ein 68-Jähriger Göttinger ließ sich von einem Schockanruf-Betrüger nicht prellen. Er informierte die Polizei, diese nahm bei der vermeintlichen Geldübergabe die „Abholerin“ fest. (Symbolbild) © Symbolfoto: Polizei

Polizei-Erfolg: Bei einer fingierten „Schockanruf“-Geldübergabe nehmen Beamte eine 22-Jährige „Abholerin“ aus Göttingen fest. Sie sitzt in U-Haft.

Göttingen – Im Kampf gegen betrügerische Schockanrufer ist der Polizei Göttingen am Mittwoch, 22. Juni) in enger Zusammenarbeit mit dem vermeintlichen „Opfer“ aus einem Göttinger Ortsteil ein Erfolg gelungen.

Ermittler der Ermittlungsgruppe „SäM Südniedersachsen“ und weitere Beamte nahmen am Nachmittag in der Göttinger Innenstadt im Rahmen einer fingierten Geldübergabe eine mutmaßliche Geldabholerin fest.

Schockanruf-Geldübergabe: Polizei nimmt „Abholerin“ auf frischer Tat fest

Die 22 Jahre alte und wegen unzähliger Betrugsdelikte bereits mehrfach vorbestrafte Tatverdächtige wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Göttingen dem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ U-Haftbefehl wegen Fluchtgefahr.

Maßgeblich an dem Erfolg beteiligt war ein 68-jähriger angerufener Göttinger selbst, den sich die Betrüger als mutmaßliches „Opfer“ ausgesucht hatten und ihn mithilfe eines sogenannten Schockanrufs in die Verzweiflung treiben wollten.

Dieser hatte etwa zwei Stunden vor der Festnahme der Frau einen Anruf auf seinem Festnetzanschluss erhalten, in dem eine angebliche Polizistin vorgab, seine Ehefrau hätte einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht. Das Gespräch wurde daraufhin an eine angebliche Anwältin weitergegeben, die dem 68-Jährigen sagte, seine Ehefrau müsse ins Gefängnis, sollte nicht eine Kaution von mehreren zehntausend Euro hinterlegt werden.

Schockanruf-Betrüger: 22-Jährige aus Göttingen bereits polizeilich bekannt

Bezeichnend für diese perfide Betrugsmasche ist die ununterbrochene Bindung der mutmaßlichen Opfer am Telefon, indem diese aufgefordert werden, auf gar keinen Fall aufzulegen.

Damit versuchen die Betrüger, einen möglichen Anruf bei Angehörigen oder der Polizei zu verhindern und drohen mit schlimmen Konsequenzen, sollte das Gespräch zwischendurch unterbrochen werden.

Der Senior erkannte den Betrug allerdings sofort, ließ sich aber dennoch zum Schein auf die Forderungen der Betrüger ein und informierte parallel dazu die Polizei.

Nach dem Hinweis der laufenden Betrugsmasche wurden sofort mehrere polizeiliche Maßnahmen vorbereitet und teils verdeckt eingeleitet. Am vereinbarten Geldübergabeort schnappte die Falle der Ermittler schließlich zu, und es gelang den Beamten, die Tatverdächtige festzunehmen.

Die 22-jährige mutmaßliche Betrügerin leistete keinen Widerstand. Die weiteren Ermittlungen dauern an. (Melanie Zimmermann)

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