Gesundheitscampus Göttingen

Schon mehrere hundert Bewerber: Großes Interesse für den Studiengang Hebammenwissenschaft in Göttingen

Eine junge Frau mit Brille und in blauem Kittel wäscht ein Baby in einer speziellen Badewanne und eine weitere Frau in roter Bluse schaut dabei zu
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Der Studiengang Hebammenwissenschaft am Gesundheitscampus Göttingen bietet den Studierenden einen Mix aus Theorie und Praxis.

Göttingen ist unter den Vorreitern: Seit einem Semester gibt es in Göttingen einen der deutschlandweit ersten Studiengänge der Hebammenwissenschaft an und der ist sehr gefragt.

Göttingen - Den internationalen Tag der Hebammen, der jährlich am 5. Mai stattfindet und an dem auf die wichtige Arbeit der Geburtshelferinnen hingewiesen wird, nahm der Gesundheitscampus Göttingen (GCG) nun zum Anlass, einen Blick auf das erste Semester des neuen Studiengangs Hebammenwissenschaft zu werfen – und kann sich bereits jetzt über zahlreiche neue Studienbewerber freuen.

Für das kommende Wintersemester seien schon über 400 Bewerbungen eingegangen, berichtet Elke Hattenbach, Leiterin der Bildungsakademie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Die Nachfrage sei sehr groß.

Hebammenwissenschaft in Göttingen: Bachelorstudium mit 7 Semestern

In dem neuen Studiengang sieht Hattenbach eine Chance für die Nachwuchskräfte: „Ich beobachte bei unseren Pflegestudierenden, die schon etwas länger studieren, dass sie sehr reflektiert sind und Dinge anders hinterfragen. Ich denke, das werden wir in Zukunft auch im Studiengang Hebammenwissenschaft beobachten können.“

Der Bachelorstudiengang umfasst sieben Semester und vermittelt theoretische und praktische Fähigkeiten, um die komplexen physiologischen und psychologischen Prozesse einer Schwangerschaft und der Geburt fachlich zu begleiten. Zum Wintersemester 2021/22 werden 35 Studierende immatrikuliert.

Hebammenwissenschaft in Göttingen: wichtiger Beitrag zur Hebammenausbildung

„Mit dem Studiengang bilden wir auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse Fachkräfte aus, die ideal auf die Arbeit in interdisziplinären Teams und in unterschiedlichen Einrichtungen der Geburtshilfe vorbereitet sind“, erklärt Prof. Dr. rer. nat. Christoph Rußmann, Dekan Gesundheit an der HAWK-Fakultät Ingenieurwissenschaften und Gesundheit.

So leiste der Studiengang einen wichtigen Beitrag zur Hebammenausbildung in Niedersachsen.

Zum vergangenen Wintersemester 2020/21 startete am GCG, der ein Kooperationsprojekt der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen und der UMG ist, einer der deutschlandweit ersten Studiengänge der Hebammenwissenschaft nach dem neuen Hebammengesetz, das 2019 vom Bund verabschiedet wurde.

Hebammenwissenschaft in Göttingen: „Vielseitige Perspektiven“

Eine der Studierenden der „ersten Stunde“ ist Vilja Schliekermann. Bereits als Kind habe sie sich für medizinische Themen interessiert.

Nach einem Praktikum in einem Kreißsaal stand ihr Berufswunsch schließlich fest: „Die Autonomie und Individualität des Schwangerschafts- und Geburtsprozesses, die ich dort erfahren durfte, war schlussendlich auschlaggebend für meinen Traumberuf“, erzählt die Studentin.

Vilja Schliekermann ist eine der ersten Studentinnen der Hebammenwissenschaft.

Sie wünsche sich, diesen Prozess sowie die Frauen und Kinder in ihren unterschiedlichen Bedürfnissen in Zukunft unterstützen zu können. „Durch die Möglichkeit eines Studiums ergeben sich für mich vielseitige Perspektiven für die Entwicklung des Hebammenberufs und vor allem für die Wissenschaft rund um die Geburtshilfe“, so Schliekermann.

Für die angehende Hebamme fand das erste Semester, wie für alle aktuellen Studienanfänger, aufgrund der Corona-Pandemie, vor allem online statt. Trotzdem sammeln die Studierenden über die fachliche Expertise der UMG und deren Kooperation mit weiteren Praxiseinrichtungen erste Erfahrungen im Kreißsaal und auf der Wochenbettstation.

Die UMG koordiniert als verantwortliche Einrichtung die Praxiseinsätze im Studiengang.

Hebammenwissenschaft in Göttingen: „Enormes Interesse“

Prof. Dr. Wolfgang Brück, Dekan der Medizinischen Fakultät an der UMG, sagt: „Das enorme Interesse am neuen Hebammenstudiengang für das kommende Wintersemester zeigt: Die Kombination aus Theorie an der HAWK und praktischer Ausbildung mit der Kompetenz universitärer Medizin und weiterer Kooperationspartner ist qualitativ ein Erfolgsmodell.

Es bestätigt den bisher eingeschlagenen gemeinsamen Weg am Gesundheitscampus Göttingen.“

Mit dem Bachelorabschluss können Absolventen des Studiengangs in Kliniken, Praxen, Geburtshäusern, Beratungsstellen und auch selbstständig als Hebamme arbeiten. (Melanie Zimmermann)

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