Projekt „Odyssee Zukunft“ lässt Jugendliche in die Science-Fiction-Welt eintauchen

Schüler bewegen sich im Computerspiel der Zukunft

Mithilfe der Photogrammmetrie scannte Veronika Stab ihre Mitschüler ein und verwandelte sie damit in 3D-Figuren, die am Ende in einem Videospiel zu sehen sein werden.
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Mithilfe der Photogrammmetrie scannte Veronika Stab ihre Mitschüler ein und verwandelte sie damit in 3D-Figuren, die am Ende in einem Videospiel zu sehen sein werden.

Was bringt die Zukunft und wie kann ich sie selbst gestalten?

Göttingen – Mit diesen Fragen beschäftigten sich eine Woche lang 41 Schülerinnen und Schüller der Göttinger Arnoldi Schule (BBS I) im Rahmen des Projektes „Odyssee Zukunft“, das der Kunstverein Göttingen in Kooperation mit dem Kulturzentrum KAZ und dem Entwicklungspolitischen Informationszentrum (EPIZ) veranstaltete.

„Zunächst einmal haben die Teilnehmer im Alter zwischen 16 und 18 Jahren darüber gesprochen und philosophiert, in was für einer Welt wir gerade leben und welche Herausforderungen das mit sich bringt“, sagt Projektleiter Max Holicki vom Kunstverein Göttingen.

Anschließend sollten sie in Workshops in verschiedenen künstlerischen Prozessen ihre eigenen Zukunftsversionen entwickeln. „In der Auseinandersetzung mit dem Set-Design zeitgenössischer Science-Fiction-Filme wurden in einem Workshop eigene Modelle gebaut und mit der Technik der Photogrammmetrie in eine digitale Welt übersetzt, die am Ende in einem Computerspiel erkundet werden kann“, so Holicki.

Projektteilnehmer Hysejn Abdulahi beim Bauen eines futuristischen Gebäudes.

Dafür baute eine Gruppe Stelzenhäuser für die Zeit nach dem Schmelzen der Polkappen und dem Anstieg des Meeresspiegels, eine andere Gruppe baute „intelligenten Wohnraum“, eine Mischung aus Haus und Roboter. Die Modelle wurden dann – genau wie die Projektteilnehmer – aus allen Richtungen fotografiert. So entstand daraus ein dreidimensionales Objekt entstand, das Teil des Computerspiels ist.

In einem weiteren Workshop reflektierten die Jugendlichen im Aktionstheater ihre Zukunftsvisionen und -versionen auf darstellerische Weise und im dritten Workshop begleitete der Kooperationspartner „GloboCut – Medienkoffer Globales Lernen“ das Projekt mit einer Dokumentationsgruppe, in der die Schüler mit Film- und Fotokameras, Dokumentationsfilmen und Filmschnitt vertraut gemacht wurden.

„Das ist bereits das vierte Projekt des Kunstvereins, an dem wir uns mit unseren Schülern beteiligen“, erklärt BBS I-Lehrer Christian Westensee. Da die Arnoldi Schule neben dem allgemeinen Bildungsauftrag auch das Lernfeld Projekte bediene, sei es der optimale Einstieg in das Themenfeld.

„Der Ansatz unserer gemeinsamen Projekte ist ganz einfach: Nicht immer nur konsumieren, sondern selbst machen“, sagt KAZ-Leiterin Anne Moldenhauer. Das sei bei „Odyssee Zukunft“ definitiv umgesetzt worden.

„Das ist mal etwas ganz Neues“, fand BBS I-Schüler Daniel Illi die Projektwoche „richtig spannend“. Auch wenn ihn das Thema zuvor nicht allzu sehr beschäftigt habe, so sei es doch „sehr interessant und aufschlussreich“, sich damit auseinanderzusetzen.

Daniel Illi (von links), Nicol Nastratiova und Mischa Singer bauten das Model einer hochwassergeschützten Siedlung.

„Auf jeden Fall war die Veranstaltung sehr gut organisiert und in den Projektgruppen ist es auch ziemlich lustig zugegangen“, zeigte sich Illi begeistert.

Die Ergebnisse der Projektwoche werden am kommenden Samstag, 19. September, zwischen 11 Uhr und 13 Uhr unter dem Titel „Odyssee Zukunft“ auf dem Johanniskirchhof / Nordseite und in der Fußgängerzone an wechselnden Orten präsentiert.

Von Per Schröter

Relationen des Weltenmachens

Im Rahmen der Projektwoche „Odyssee Zukunft“ setzten sich Schüler*innen der BBS1 Arnoldi Schule mit Herausforderungen der Gegenwart auseinander und entwickelten in verschiedenen künstlerischen Prozessen ihre eigenen Zukunftsversionen.

In der Auseinandersetzung mit dem Set-Design zeitgenössischer Science-Fiction Filme wurden eigene Modelle gebaut und mit der Technik der Photogrammmetrie in eine digitale Welt übersetzt, die in der Ästhetik eines Computerspiels erkundet werden kann.

Im Aktionstheater reflektierten die Jugendlichen unter Leitung des EPIZ im Projekt „SDGs ON TOUR“* mit Nina da la Chevallerie (Boat People Projekt), Ines Fehrmann (Referentin für Globales Lernen über Bildung trifft Entwicklung (BtE) und EPIZ-FÖJ‘lerin Melati nebst Praktikanten Selina ihre Gedanken zur Zukunft auf performative weise. Die 17 Ziele für weltweite Nachhaltigkeit, die Sustainable Development Goals (SDGs), waren starke Impuls- und Ideengeber.

Mit ihrer Darbietung in der Göttinger Fußgängerzone am Samstag, 19.9., jeweils zur vollen und halben Stunde wollen die jungen Menschen Impulse für für eine sozial-ökologisch gerechtere Zukunft setzen. 

ana

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