Die EU im Klassenzimmer

Schüler diskutieren in Göttingen: Was haben wir von Europa?

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Die Europafahne in der Hand: Mithilfe von Gegenständen vermittelten die Freiwilligen den Schülern Regeln und Vorteile von Europa.

Göttingen. Zum Anlass der Europa-Union-Tagung in Bovenden sind die Jungen Europäischen Föderalisten in die Klassenzimmer gegangen, um mit Schülern über Europa zu diskutieren.

Auf der Mitte des Klassenzimmers liegt eine Tüte. Nach und nach geht ein Schüler aus der neunten Jahrgangstufe des Theodor-Heuss-Gymnasium (THG) zur Tasche, nimmt sich einen Gegenstand heraus und setzt sich zurück in den Stuhlkreis. Dann wird diskutiert.

Was haben diese Gegenstände wie ein Führerschein, ein Flugticket, ein Nokia-Handy und eine Niveadose mit der EU zu tun? Eine ganz Menge. Das erklären Isabella Schupp, Laura Wanner und Maximilian Lange vom Jugendverband der Europa-Union Deutschland. Sie sind heute in die Klasse der Theodor-Heuss-Schule gekommen, um darüber zu sprechen, was die Europäische Union jeden einzelnen angeht.

„Wolltet ihr schon mal in den Urlaub fliegen und musstet umgeleitet werden?“, fragt eine Freiwillige. Auch die Erstattung von Bahnpreisen sei eine EU-Norm“, klärt Harm Adam vom Kreisverband Göttingen der Europa-Union auf.

Europa auf dem Stundenplan: Freiwillige des Jugendverbandes Junge Europäische Föderalisten (JEF) diskutieren mit Neuntklässlern über Europa.

Als ein Schüler das Nokia-Handy aus der Tasche zieht und Laura Wanner erklärt, dass bald die Roaming-Gebühren abgeschafft werden sollen, die das Telefonieren ins und aus dem Ausland teurer machen, jubeln Anne Minou Rastan und ihre Sitznachbarin: „Das ist vor dem Sommerurlaub!“

Die Nivea-Dose gibt Rätsel auf. Ein Schüler fragt, ob das eine europäisch einheitliche Artikelnummer sei. „In Russland gibt’s auch solche Strichcodes.“ Das Stichwort zu der Kosmetikdose sind aber Tierversuche in der EU. Dass die dort verboten sind und sogar Produkte mit Tierversuchen nicht eingeführt werden dürfen, zweifelt Französisch-Lehrerin Hilke Behrens an. Die Freiwilligen wollen sich nochmal schlau machen.

Das Wörterbuch zielt auf die 24 Amtssprachen der EU. Jede Plenarsdebatte im Parlament werde in jede dieser Sprachen übersetzt. „Warum wird keine einheitliche Sprache eingeführt, wie Esperanto?“, fragt ein Schüler. Kulturelle Vielfalt ist die Antwort.

„Ich bin sehr erstaunt, wie viel die Schüler schon wussten“, sagt Isabella Schupp von den Jungen Europäischen Föderalisten (JEF), die extra aus Berlin angereist ist. „Es ist gut, dass sie kritische Punkte erkannt haben“, ergänzt ihr Kollege Maximilian Lange.

Dass die Schüler die EU-Debatte um die Krümmung von Gurken nicht kannte, hat sie überrascht. Das mache auch Hoffnung. 

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