Schüleraustausch trotz Corona

Arnoldi-Schule Göttingen veranstaltete virtuellen Austausch mit Partnerschule

Zwei junge Herren und eine junge Dame befinden sich in einem Klassenraum in Abstand voneinander.
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Coronakonformer Schüleraustausch: Unter anderem die Sparkassen-Auszubildenden von links Erik Schneider (21, Sparkasse Göttingen), Tobias Müller und Emilia Nachtwey (beide 19, Sparkasse Duderstadt) haben an der Göttinger Arnoldi-Schule (BBS 1) jetzt per Videokonferenz mit norwegischen Schülern gesprochen.

Wegen Corona können Schüleraustausche zurzeit nicht stattfinden. Die Göttinger Arnoldi-Schule BBS 1 hat jetzt aber auf andere Weise mit einer norwegischen Partnerschule gearbeitet.

Göttingen – Die Göttinger Berufsbildende Schule 1 Arnoldi-Schule (BBS 1) hat trotzdem einen Weg gefunden, mit Schülern aus einem anderen Land in Kontakt zu treten: Sie hat jetzt Videokonferenzen mit Schülern ihrer norwegischen Partnerschule „Buskerud videregående skole“ veranstaltet.

In Kleingruppen wurden Merkmale Deutschlands vorgestellt

„Ursprünglich war angedacht, für die Norweger Schüler hier Praktika anzubieten und selbst eine Studienfahrt nach Norwegen zu veranstalten“, sagt Klaus Rölleke, Europaschul-Beauftragter der Arnoldi-Schule und zuständig für Schulpartnerschaften.

Im Vordergrund stand bei der Zusammenarbeit der interkulturelle Austausch: Drei Auszubildende im dritten Lehrjahr sowie eine Klasse aus der 11. Jahrgangsstufe des Beruflichen Gymnasiums stellten in Kleingruppen Merkmale Deutschlands vor.

„Wir haben dabei das Leben für junge Erwachsene präsentiert“, sagt Erik Schneider, Auszubildender bei der Sparkasse Göttingen, der zusammen mit Tobias Müller und Emilia Nachtwey von der Sparkasse Duderstadt eine Gruppe bildete. Besonderes interessiert gewesen seien die norwegischen Schüler dabei an dem besten typisch deutschen Essen. „Currywurst“, hatte ihnen daraufhin Tobias Müller entgegnet.

Norwegen: Gehalt höher, aber das Leben dafür teurer

An Norwegen wiederum besonders beeindruckt hat die drei Auszubildenden etwas anderes: „Der hohe Stundenlohn“, sagt Erik Schneider, fügt jedoch direkt an: „Dafür ist das Leben dort aber auch teurer.“ Ungefähr 18 Euro verdiene man in Norwegen pro Stunde, außerdem gebe es Abend-, Nacht- und Wochenendzuschläge.

Doch auch die norwegische Landschaft und den technischen Fortschritt heben Schneider, Müller und Nachtwey hervor. So sei jedem Partnerschüler bereits bei einem ersten virtuellen Kennenlernen Anfang März ein eigener Laptop gestellt worden.

Vorbereitet haben sich die Auszubildenden sowohl im Distanz- als auch Präsenzunterricht. Die Schüler des Beruflichen Gymnasiums mussten das nahezu gänzlich im Distanzunterricht leisten. „Die Vorbereitung ist auch da größtenteils gut angekommen“, sagt Andrea Streich, die das Projekt betreut.

Präsentationen galten als Klausur-Ersatzleistungen

Allerdings sei das Arbeiten im direkten Kontakt deutlich einfacher, wie die 17-jährige Sofija Schneidmüller sagt. Darüber hinaus stelle der Distanzunterricht mit vier bis sechs Videokonferenzen pro Tag für Schüler und Lehrer eine hohe Belastung dar, denn er sei „deutlich intensiver.“ Erik Schneider stimmt ihr zu: „Es ist machbar, aber eine leichtere Absprache gibt es direkt vor Ort.“

Weiteren Lockerungen stehe Schneider trotzdem kritisch gegenüber. Er selbst sei im November mit dem Coronavirus infiziert gewesen und habe deshalb nicht an den Abschlussprüfungen teilnehmen können. Daher habe sich das Ende seiner Ausbildung um ein halbes Jahr verlängert, da die Industrie- und Handelskammer (IHK) ihm nicht erlaubt habe, die Prüfungen nachzuholen.

Für die Benotung unwichtig waren die Präsentationen im Übrigen nicht: Sie galten als Klausur-Ersatzleistung im Englisch-Unterricht. Eine erste virtuelle Zusammenarbeit der beiden Schulen hatte bereits im November vergangenen Jahres stattgefunden. Damals hatten sich deutsche und norwegische Start-Ups gegenseitig vorgestellt, sagt Klaus Rölleke. (Jan Trieselmann)

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