Schülerstück hatte Premiere: Integration auf der Theaterbühne in Göttingen

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Tanz mit Erwachsenen: Nach dem Schlussapplaus folgten einige Offiziellen und Eltern der Einladung, beim Robotertanz aus dem Stück „Verstehen nicht verstehen“ mitzumachen.

Göttingen. Mehr als ein Jahr lang haben Schüler der Göttinger Brüder-Grimm-Schule mit Autorin Hanna Hegenscheidt sowie Sonja Bachmann, Gabriele Michel-Frei, Lisa van Buren und vielen anderen aus dem Deutschen Theater (DT) Göttingen an einem Theaterstück gearbeitet.

Es war Teil des Projektes „Schule:Kultur!“ des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und wurde von der Stiftung Mercator gefördert.

Im Juni hatte die Collage „Verstehen nicht verstehen“ im Deutschen Theater Premiere und erhielt inzwischen den Kulturpreis des Landkreises Göttingen. Nun wurde sie in einer Sondervorstellung vor den Förderern und Politikern sowie der Presse gezeigt.

Erich Sidler, DT-Intendant, betonte, dass Theater den Frontalunterricht ergänzen könne und die Entwicklung von Empathie fördere. Empathie wiederum sei die Grundlage des Solidarprinzips, einer der Säulen der Demokratie.

Neben dem Göttinger gab es auch ein Projekt in Dassel. „Kultur ist ein integraler Bestandteil des Lebens. Wichtig ist dabei die Begegnung von Menschen verschiedener Kulturen.“ Die sind in der Tat in der Brüder-Grimm-Schule vertreten. Die 200 Grundschüler stammen aus 50 Nationen. Mehr als 80 Prozent haben nicht Deutsch als Muttersprache. Es gibt Integrations-, Inklusions-, Sprachförder- und Sprachlernklassen.

Klassenlehrerinnen Dagmar Brenning und Stefanie Dietze lobten die DT-Fachkräfte. „Sie haben es mit Geduld und Aufmerksamkeit verstanden, alle Schüler ins Boot zu holen und sie zu motivieren.“

Sehr früh stand fest, dass es kein Stück mit einer Haupt- und vielen Nebenrollen sein könne. Vor dem Hintergrund der Vielsprachigkeit in der Schule wurde es so entwickelt, dass es weitgehend ohne Sprache auskam, dafür mit viel Tanz. Im Hintergrund wurde Videosequenzen mit meist älteren Schülern gezeigt.

Gemeinsames Muster der Aussagen: „Ich kann nicht verstehen, dass …“ oder „Ich kann nicht verstehen, warum …“. Indirekt wurde auch auf einen Konflikt eingegangen, der offenbar in der Klasse gelöst wurde. Das Schlusswort lautete: „Dann reichen sich die Schüler die Hand und schließen Frieden.“

Viel Spaß hatten die beeindruckenden sieben- bis achtjährigen Darsteller am Robotertanz. Immer dann, wenn die Musik aufhörte, musste man sich fallen lassen, wobei die Sequenzen immer kürzer wurden.

Nach dem Schlussbeifall wurde jeder Zuschauer, der sich traute, eingeladen, auf der DT-2-Bühne mit zu tanzen. Weitere Aufführungstermine des Stückes „Verstehen nicht verstehen“ werden noch bekannt gegeben.

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