Schüsse mit Druckluftwaffe: Burschenschaft bedauert Vorfall

Studentenwohnheim in der Innenstadt: In der Bühlstraße 28 hat die Wohnrauminitiative Göttingen ihren Sitz. Das Haus wurde von einem früheren Mitglied einer Burschenschaft mit Druckluft-Projektilen beschossen. Foto: Kopietz

Göttingen. Mit einem Brief hat sich ein Senior-Mitglied der Göttinger Burschenschaft Germania an die Bewohner des Hauses an der Bühlstraße gewandt, auf das am Sonntag mit einer Druckluftwaffe geschossen worden war. Darin wird der Vorfall ausdrücklich bedauert.

„Wir bedauern den Vorfall sehr und sind froh, dass dabei niemand zu Schaden gekommen ist. Leider wurde durch dieses Ereignis das nachbarschaftliche Verhältnis jedoch schwer gestört“, heißt es in dem Brief. Die Burschenschaft nehme das Geschehene ernst und habe daher sofort Konsequenzen eingeleitet. „Gewaltsames Verhalten und die Missachtung fremden Eigentums dürfen nicht toleriert werden. Als unmittelbare Maßnahme wurden daher die Mietverträge der Beteiligten außerordentlich gekündigt“, heißt es in dem von Simeon Atkinson unterzeichneten Brief.

Gleichzeitig distanziert sich die Burschenschaft von dem Schützen und einem weiteren Beteiligten weist darauf hin, dass sie zum Zeitpunkt der Tat nicht mehr Mitglieder der Burschenschaft Germania waren. „Wir versichern, dass nach dem Auszug der beiden Verantwortlichen mit weiteren Vorfällen dieser Art nicht zu rechnen ist“, so Germania-Senior-Mitglied Simeon Atkinson.

Und weiter: „Als nichtschlagender Bund lehnen wir seit unserer Gründung jegliche Gewaltanwendung gegenüber anderen kategorisch ab. Mit dem Vorfall wurde das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen der linken Szene und den Göttinger Studentenverbindungen weiter aufgeheizt und damit dem Klima in Göttingen Schaden zugefügt.“ Anstelle einer aufgeheizten Stimmung wünscht sich die Burschenschaft Germania ein „friedvolles und gewaltfreies nachbarschaftliches Nebeneinander“.

Bei dem Vorfall am Sonntag waren von einem 21-jährigen Schützen Schüsse mit einer Druckluftwaffe auf das Haus der Wohnrauminitiative an der Bühlstraße abgegeben worden. Die Polizei ermittelt in dem Fall. Die Wohnraum-Initiative wird dem linken Spektrum zugeordnet.

Grüne Jugend: Liste entfernen

Unterdessen fordert die Grüne Jugend Göttingen ein Handeln der Universitätsleitung. Sie fordert das Präsidium auf, als ersten Schritt die Listen mit Studentenverbindungen von der Uni-Homepage zu entfernen.

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