Schulausschuss des Landkreises berät über Schließung

Ende für die Astrid-Lindgren-Hauptschule in Duderstadt naht

Screenshot einer Internetseite, auf der das Logo einer Schule zu sehen ist.
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Hauptschule vor dem Aus: die Homepage der Astrid-Lindgren-Schule in Duderstadt. (Screenshot)

Voraussichtlich ab Sommer gibt es in Duderstadt keine Hauptschule mehr. Der Schulausschuss des Landkreises muss über die Schließung der Astrid-Lindgren-Schule beraten.

Duderstadt – Der Schulvorstand der Astrid-Lindgren-Schule im Untereichsfeld in Duderstadt hat einen Antrag auf Aufhebung der Hauptschule zum Ende des aktuellen Schuljahres im Sommer beim Landkreis Göttingen beantragt.

Bereits 2019 wurde kein fünfter Jahrgang mehr gebildet

Als Grund führt der Schulvorstand an, dass im kommenden Schuljahr keine angemessene Unterrichtsversorgung mehr möglich sei. Der Schulausschuss berät darüber in seiner Sitzung am 25. März.

Hintergrund sind die in den vergangenen Jahren stark rückläufigen Schülerzahlen an der Astrid-Lindgren-Schule. Im laufenden Schuljahr wird sie noch von 37 Schülerinnen und Schülern besucht.

Damit hat sich ein Trend fortgesetzt, der bereits 2019 zur Entscheidung führte, keinen fünften Jahrgang mehr an der Schule zu bilden.

Mehrere Möglichkeiten für aktuelle Schüler

Damals wurden sieben statt der rechtlich vorgeschriebenen 27 Schüler an der Astrid-Lindgren-Schule angemeldet. Die Kreisverwaltung beantragte daraufhin gemäß des Schulentwicklungsplans die Aufhebung der Schule.

Eine Beschulung der höheren Jahrgänge wäre noch bis Ende des Schuljahres 2023/2024 möglich gewesen. Deshalb gibt es jetzt folgende Überlegungen: Jugendliche, die derzeit die Astrid-Lindgren-Schule besuchen, können an die KGS Gieboldehausen oder an den BBS Duderstadt wechseln.

Je nach Leistungsstand bestehen weitere sinnvolle Möglichkeiten, über die die Astrid-Lindgren-Schule die Eltern beraten soll.

Linke: ähnliche Entwicklung in Osterode und Hann. Münden?

Der Wunsch nach Aufhebung der Astrid-Lindgren-Schule ist das Ergebnis einer bereits langjährigen Entwicklung. Bei einer Elternbefragung im Jahr 2017 hatte nur ein Prozent der Eltern in den Bereichen Duderstadt und Gieboldehausen angegeben, die Hauptschule sei ihre gewünschte Schulform.

Aus Sicht von Dr. Eckhard Fascher, Vorsitzender der Kreistagsfraktion der Linkspartei, ist Schließung der Duderstädter Hauptschule ist „ein Offenbarungseid für das gegliederte Schulsystem“.

Nach seiner Einschätzung rächt es sich jetzt, dass „Grüne, SPD und CDU nicht unserem Vorschlag gefolgt sind, als Ersatz für die auslaufende katholische IGS eine öffentliche Gesamtschule einzurichten“. Eine ähnliche Entwicklung könne es laut Fascher auch in Osterode und Hann. Münden geben. (Bernd Schlegel)

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