Schwierige Vorbereitung

Schulschließungen: Göttinger Abiturienten in misslicher Lage

+
Alles für die Abiturienten tun - das ist in der Corona-Krise die Prämisse für Tanja Laspe, Schulleiterin an der IGS Geismar in Göttingen.

Vier Wochen lang kein Klassenzimmer von innen sehen – worüber sich der normale Schüler wohl freut, könnte für die Abiturienten zum Problem werden.

Denn auch sie sind von den landesweiten Schulschließungen infolge der Ausbreitung des Coronavirus betroffen.

An der Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule (IGS Geismar) stecken aktuell etwa 190 Schülerinnen und Schüler mitten in den Prüfungsvorbereitungen für das Abitur. Anders als ihre Mitschüler sollen die Abi-Prüflinge bereits ab dem 15. April wieder zur Schule kommen können, alle anderen erst ab dem 21. April. Das hat einen guten Grund, denn ab dem 15. April sind bereits Abitur-Prüfungen angesetzt. Die müssen die Schüler dann quasi aus der kalten Hose absolvieren.

„Für die Abiturienten ist das eine schwierige Situation“, sagt Tanja Laspe, Schulleiterin der IGS Geismar, im Gespräch mit unserer Zeitung. Doch die Schule tue alles, um die Abiturienten bei der Prüfungsvorbereitung nicht allein zu lassen.

Etwa mithilfe des Schulservers „IServ“. „Das ist ein verlässliches Kommunikationssystem, in dem auch Daten und Dokumente hoch- und runtergeladen werden können“, erklärt Laspe. So haben die Schüler – nicht nur die Abiturienten – weiterhin einen (in)direkten Draht zu ihrem jeweiligen Lehrer. Jeder Abiturient verfüge zudem über ein eigenes iPad. „Wir versuchen, die Schüler über die digitalen Wege zu unterstützen. Außerdem werden wir als Schule und als Lehrkräfte für Fragen gut erreichbar sein“, sagt Laspe.

Grundsätzlich, das betont die Schulleiterin, hält sie die nun getroffene konsequente Entscheidung, die Schulen vorerst zu schließen für „sehr richtig“. Ob der vorgesehene Zeitrahmen für die Prüfungen, wie vom Kultusministerium aktuell vorgesehen, gehalten werden kann, ist aber nicht sicher. Laspe hofft, dass die Prüfungen regulär abgehalten werden können.

Das Kultusministerium versicherte, dass durch die Schließungen keinem Schüler ein Nachteil entstehen werde. „Wir stellen uns so auf, dass unterschiedliche Szenarien hinsichtlich der Abschlussarbeiten und Zentralabiturprüfungen umgesetzt werden können“, heißt es in der offiziellen Mitteilung der Behörde.

In Sondererlassen habe das Land Niedersachsen klare Ansagen für die Abiturprüfungen und die Abschlussprüfungen für Zehntklässler gemacht, so Laspe. Das Ministerium wies darauf hin, im Zweifelsfall aber auch flexibel reagieren zu können: „Selbstverständlich werden Lösungen gefunden, die jedem Prüfling die Teilnahme an den Abschlussprüfungen ermöglichen.“

Dennoch bleibt es eine unangenehme Situation für die Abiturienten. Denn auch das beliebte Lernen in größeren Gruppen soll vorerst unterbleiben. Davon habe die IGS Geismar ihren Schülern dringend abgeraten.

Bleibt nur zu hoffen, dass sie sich zumindest zum für ganze Leben bedeutenden Abi-Ball wieder alle zusammenfinden dürfen.

VON ANDREAS ARENS

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.