Schwindelattacken: Führerschein ist weg

Schwindelattacken: Ein Autofahrer mit „Morbus Menière“ aus dem Landkreis Göttingen klagte vergeblich vor Gericht. Foto: dpa

Göttingen. Wer an der Krankheit „Morbus Menière" leidet, ist nicht zum Führen eines Kraftfahrzeuges geeignet. Das hat das Verwaltungsgericht Göttingen entschieden.

Das Gericht wies damit die Klage eines Autofahrers gegen den Landkreis Göttingen zurück. Die Behörde hatte dem Kläger im Herbst 2014 die Fahrerlaubnis entzogen und ihn aufgefordert, seinen Führerschein abzugeben.

Gutachten

Sie begründete dies mit einem verkehrsmedizinischen Gutachten. Eine Ärztin des TÜV Nord hatte ihm bescheinigt, dass er aufgrund einer Gesundheitsstörung ein Kraftfahrzeug nicht sicher führen könne. Der Autofahrer wollte dies nicht hinnehmen und zog vor Gericht, allerdings ohne Erfolg. Der Entzug der Fahrerlaubnis sei rechtmäßig, befand das Gericht (Aktenzeichen 1 A 191/14).

Die Führerscheinbehörde hatte die verkehrsmedizinische Begutachtung angeordnet, nachdem sie einen anonymen Hinweis erhalten hatte, dass der Kläger an der Menière-Krankheit leide und trotzdem am Straßenverkehr teilnehme. Morbus Menière ist eine Erkrankung des Innenohrs, die zu Schwindel, Gleichgewichtsstörungen und Taubheit führt. In ihrem Gutachten wies die Ärztin darauf hin, dass der Kläger regelmäßig spontane Schwindelanfälle erleide. Der Landkreis zog daraus den Schluss, dass der Autofahrer eine Gefahr für die übrigen Verkehrsteilnehmer darstelle, und entzog ihm die Fahrerlaubnis.

Keine akuten Attacken

Der Kläger hatte zunächst erfolglos einen Antrag auf vorläufigen Rechtsschutz gestellt, um seinen Führerschein wiederzubekommen. Zur Begründung führte er unter anderem an, damit, dass seit Oktober 2012 keine akuten Schwindelattacken mehr aufgetreten seien.

Das Gericht blieb allerdings auch im Hauptsacheverfahren bei seiner Einschätzung, dass es im Interesse anderer Verkehrsteilnehmer geboten sei, den Kläger von der Teilnahme am motorisierten Verkehr auszuschließen. 

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.