Schwierige Fragestellungen amüsant erklärt

Science-Slam: Göttinger Doktorand ist deutscher Vize-Meister

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Deutscher Vize-Meister im Science-Slam: Philip Willke, vom Physikalischen Institut der Universität Göttingen.

Göttingen. Physiker können auch anders. Das beweist der Göttinger Doktorand Philip Willke, der jetzt Zweiter bei den Meisterschaften im Science-Slam wurde.

Bei seinem Vortrag in Darmstadt zum Thema „Supraleitung – Tanz der Elektronen“ konnte sich der 29-jährige Doktorant am IV. Physikalischen Institut der Uni Göttingen gegen sieben Mitbewerber durchsetzen, die sich in vier regionalen Vorentscheiden für das Finale qualifiziert hatten.

Darmstadt übrigens ist der Ort, wo der erste Science-Slam 2006 in Deutschland stattfand. Mittlerweile gibt es etwa 60 regelmäßige Science-Slams jährlich in Deutschland

Aktuell beim Wettstreit in Darmstadt hatten die Teilnehmer jeweils zehn Minuten Zeit, dem Publikum ihr Forschungsgebiet aus Naturwissenschaft und Technik auf informative, allgemeinverständliche und vor allem unterhaltsame Weise vorzustellen.

Supraleitungen und Tänze

Philip Willke gelang es, schwierige Fragestellungen aus dem Forschungsfeld der experimentellen Festkörperphysik klar und amüsant zu erklären. Den etwa 1400 Zuschauern im Darmstadtium brachte er den Elektronentransport in Festkörpern sowie das Phänomen der Supraleitung durch Analogien zu verschiedenen Tänzen näher.

Zudem zeigte er, welche vielversprechenden Anwendungen Supraleiter in Zukunft bieten: von verlustfreiem Stromtransport über die Erzeugung sehr starker Magnetfelder bis hin zur magnetischen Levitation, die das Schweben eines Objektes bezeichnet.

Philip Willke, Jahrgang 1987, forscht am IV. Physikalischen Institut der Universität Göttingen in der Arbeitsgruppe von Dr. Martin Wenderoth, wo er kürzlich mit „summa cum laude“ promoviert wurde. Sein Arbeitsschwerpunkt ist die Erforschung von Transportphänomenen in neuen Materialien auf atomarer Skala mittels Rastersondenmikroskopie. (tko/pug)

Stichwort: Science Slam

Ein Science Slam ist ein Wissenschaftswettstreit. Dabei stellen Wissenschaftler ihre Forschungsthemen auf der Bühne innerhalb einer vorgegebenen Zeit dem Publikum vor.

Im Vordergrund steht die populärwissenschaftliche Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte, die Bewertung erfolgt meist durch das Publikum. Kriterien sind dabei: wissenschaftlicher Inhalt, Verständlichkeit und Unterhaltungswert.

Auch in Göttingen genießen die regelmäßigen Science-Slam-Wettbewerbe einen großen Zuschauerzuspruch. 

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