E-Scooter

Die Qual der Scooter-Wahl in Göttingen: Drei Anbieter buhlen um Kunden-Gunst

Nahaufnahme der Lenksäule eines kleinen Rollers, im Hintergrund unscharf weitere Lenksäulen.
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Jetzt am Start: Lime kommt in Göttingen neu dazu.

Zwei Anbieter für E-Scooter gab es bisher in Göttingen, jetzt kommt ein dritter dazu. Das Unternehmen Lime will Yoio und Bird Konkurrenz machen. Der Kunde hat die Qual der Wahl.

Göttingen – Mit Lime kommt jetzt ein dritter E-Scooter-Anbieter nach Göttingen. Das Unternehmen will den bisherigen Anbietern Yoio und Bird Konkurrenz machen. Der Kunde hat die Qual der Wahl – dazu Fragen und Antworten.

Startete mit E-Scootern: der regionale Anbieter Yoio.
Welcher Anbieter geht jetzt an den Start?
Am Donnerstag ging mit Lime ein weiterer überregionaler Anbieter in Göttingen an den Start. Er bezeichnet sich nach eigenen Angaben als „Mikromobilitäts-Marktführer“. Damit buhlen nun drei Verleiher um die Gunst der Kunden.
Wer steckt hinter dem Anbieter Lime?
Hinter Lime steckt die Firma Neutron Holdings aus den Vereinigten Staaten, die im Jahr 2017 gegründet wurde. Mit dem Start in Göttingen ist Lime nun in insgesamt 36 Städten in ganz Deutschland vertreten.
Wie viele Scooter stehen in Göttingen nun zur Verfügung?
Der neue Anbieter geht mit einer dreistelligen Anzahl von Scootern an den Start. Zusammen mit den beiden anderen Anbietern dürfte sich nun eine hohe dreistellige Anzahl an E-Scootern ergeben. Bestätigte Angaben gibt es nicht.
Wie funktioniert das Ausleihen bei Lime?
Ähnlich wie bei den anderen beiden Anbietern Yoio und Bird: über eine App, die auf ein Smartphone geladen wird. Danach folgt eine kurze Anmeldung und Eingabe einer Zahlungsoption, zum Beispiel Paypal. Auf einer interaktiven Karte werden den Nutzern dann die einzelnen Standorte der E-Scooter samt Ladezustand angezeigt. Nach der Buchung durch Scannen eines QR-Codes kann die Fahrt beginnen. Nutzer müssen mindestens 18 Jahre alt sein.
Wie sieht es mit den Kosten aus?
Alle drei Anbieter verlangen eine Gebühr von einem Euro fürs Freischalten eines Scooters. Hinzu kommen für die eigentliche Nutzung Minutenpreise von 15 Cent bei Yoio, 19 Cent bei Bird und 23 Cent bei Lime. Also kostet eine 30-minütige Spritztour mit Yoio 4,50 Euro, mit Bird 5,70 Euro und mit Lime 6,90 Euro. Das ist schon ein ordentlicher Preisunterschied.
In welchen Bereichen Göttingens kann man die Scooter nutzen?
Yoio beschränkt sich im Wesentlichen auf die Innenstadt, Weende und Geismar. Bei Bird und Lime sind große Teile von Grone ebenfalls freigeschaltet. Das genaue Gebiet kann man in den jeweiligen Apps sehen.
Gibt es auch Strafgebühren?
Ja. Wer den E-Scooter außerhalb der in der App ausgewiesenen Bereiche abstellt, muss mit Strafgebühren rechnen. Außerdem dürfen die Scooter zum Beispiel nicht in der Fußgängerzone in Göttingen abgestellt werden. Die Scooter werden ständig per GPS überwacht.
Wie läuft die Wartung der Scooter ab?
Im Laufe des späten Abends werden die Scooter von Mitarbeitern der Unternehmen eingesammelt, über Nacht aufgeladen und am anderen Morgen wieder aufgestellt.
Ist der Göttinger Markt für drei Anbieter groß genug?
Das lässt sich noch nicht beantworten. Göttingen ist eine junge Stadt. Deshalb hofft das Trio auf viele Fahrten. Im vergangenen Jahr musste die Scooter-Branche durch die Pandemie einen Dämpfer hinnehmen. Deshalb versuchen die Anbieter, in diesem Jahr durchzustarten.
Kam im Herbst dazu: der überregionale Anbieter Bird.

(Bernd Schlegel)

Alkohol und Drogen sind auf den kleinen Flitzern absolut tabu

Wichtig: Alkohol, bestimmte Medikamente und Drogen sind auf einem E-Scooter absolut tabu. Wer dagegen verstößt, muss mit harten Sanktionen wie beim Autofahren rechnen. Denn ein E-Scooter ist rechtlich betrachtet ein Kraftfahrzeug und hat auch ein Mofa-Kennzeichen. Außerdem wird von den Anbietern dringend empfohlen, einen Schutzhelm zu tragen.

Der Fahrer darf laut den „Allgemeinen Geschäftsbedingungen“ aufgrund der begrenzten Nutzlast der Scooter maximal 100 Kilogramm wiegen und verpflichtet sich zudem, pfleglich mit den Fahrzeugen umzugehen. Verboten ist außerdem die Nutzung mit zwei Personen.

Weiterhin darf man mit den Flitzern nur im „grünen Nutzungsgebiet“ unterwegs sein, das auf einer Karte in der App angezeigt wird. In den rot angezeigten Parkverbotszonen oder außerhalb des Nutzungsgebiets darf der Scooter nicht abgestellt werden. Außerdem ist es verboten, Gehwege, Radwege, Einfahrten und Durchgänge zu blockieren.

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