Sprecher klagt EU-Staaten an

Seebrücke-Bündnis Göttingen fordert Aufnahme von zwölf Geflüchteten aus Afrika

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Einsatz für Geflüchtete: Das Bündnis Seebrücke demonstrierte bereits im Sommer für sichere Häfen.

Göttingen. Das Seebrücke-Bündnis Göttingen fordert die Stadt auf, die sich in Seenot auf einem spanischen Fischereiboot befindenden zwölf Migranten aufzunehmen. Damit könne Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler ein Zeichen für Menschlichkeit und Seenotrettung setzen.

Seit einer Woche sucht das spanische Boot mit dem Namen „Nuestra Madre de Loreto“ vergeblich nach einem Aufnahmeland für die zwölf Geflüchteten, die es rund 80 Kilometer vor der Grenze von Libyen gerettet hat. Die Migranten waren laut des Seebrücke-Bündnisses in das kalte Wasser gesprungen, nachdem die libysche Küstenwache sie zurück an Land bringen wollte.

Bisher haben sich Malta und Italien gegen eine Aufnahme der Menschen aus den Ländern Niger, Sudan, Somalia, Ägypten und Senegal ausgesprochen. Spanien unterstützt nur eine Rückführung nach Libyen.

Jonathan Friedrich, Teil des Seebrücke-Bündnisses in Göttingen, beschreibt die Situation als „einen Skandal, Menschen, die in Libyen misshandelt wurden, wieder in dieses Land zurückschicken zu wollen.“. Und weiter: „Auf dem Schiff befinden sich zwölf gerettete Personen – und selbst diese geringe Zahl ist einem Europa, das nur auf Abschreckung und Abschottung setzt, zu groß.“ Daher solle Göttingen ein Zeichen setzen und die Geflüchteten aufnehmen, so Friedrich. Das Bündnis fordert dabei eine menschenwürdige Unterbringung innerhalb der Stadt.

Hintergrund: Hilfe für Geflüchtete

Im Juli 2018 entstanden, hat sich die Seebrücke Göttingen zu einem Bündnis aus politischen Gruppen, kirchlichen Institutionen, Refugee-Support-Gruppen und Einzelpersonen entwickelt. Ihrem Anliegen hat die Bewegung Seebrücke bundesweit mit Hunderten Aktionen Nachdruck verliehen, an denen sich seit dem Sommer nach eigenen Angaben bereits weit über Hunderttausend Menschen beteiligt haben. (nmo)

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