Sein Antrieb sind junge Leute

Auszeichnung für einen großen Wissenschaftler und Förderer des Forschernachwuchses

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Verdiente Auszeichnung: Prof. Reinhard Jahn, Neurobiologe am Max-Planck-Insititut für biophysikalische Chemie hat den Communitas-Preis der Max-Planck-Gesellschaft erhalten, aus den Händen von MPG-Chef Martin Stratmann.

Göttingen. Auszeichnung für einen großen Wissenschaftler und Förderer des Forschernachwuchses: Prof. Reinhard Jahn hat den Communitas-Preis der Max-Planck-Gesellschaft erhalten.

Aus Nobelpreisschmiede

Der Neurobiologe und Direktor am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, „der“ Göttinger Nobelpreisschmiede, hat sich stets für Strukturverbesserungen in der Wissenschaft stark gemacht– vor allem aber in der Nachwuchsförderung.

Grenzenlose Energie

Menschen, die oft mit ihm zu tun haben, bescheinigen Jahn, dass er Dinge in Bewegung bringt, in seiner unaufgeregten, dennoch beharrlichen Art, eben so lange, bis sich etwas verändert. Max-Planck-Präsident Martin Stratmann beschreibt die Arbeit Jahns wie folgt:: „Reinhard Jahn gleicht einem Perpetuum mobile, das seit 1997 unermüdlich im Einsatz ist.“ Das Besondere: Dabei agiere Jahn stets als empathischer, aber nicht lärmender Netzwerker.

Jahn kam aus Yale

Reinhard Jahn kam von der Elite-Universität Yale (USA) an das Göttinger MPI. Damals, 1997, waren die Bedingungen keinesfalls optimal. Ein wie heute vorhandener Göttingen-Campus mit kooperierenden Forschungseinrichtungen war Zukunftsmusik: „Es gab wenig Austausch mit der benachbarten Uni. Und es war schwer, gute Doktoranden zu bekommen“, sagt Jahn. In Göttingen entwickelte er zwei Doktorandenprogramme. Daraus wurde 2000 die International Max-Planck-Research-School, eine strukturierte Graduiertenausbildung vom Master bis zur Promotion .

Förderer des Nachwuchses

Dazu gehört die von Jahn mitentwickelte Graduiertenschule GGNB, die für eine effiziente Zusammenarbeit zwischen MPG und Uni steht´und ein Pfund für die letztlich erfolgreiche Bewerbung der Uni zur Exzellenzinitiative 2011 war. Vier Fakultäten der Uni, drei Max-Planck-Institute und ein Leibniz-Institut unterhalten in der Graduiertenschule zwölf Doktorandenprogramme. Seit 2013 arbeitet Jahn daran, für den Nachwuchs in der gesamten MPG noch bessere Bedingungen zu schaffen. Das koste bisweilen Kraft, verrät der 65-Jährige, schließlich müsse man Gewohnheiten aufbrechen, um Neues zu etablieren.

Junge Leute als Antrieb

Antrieb für Reinhard Jahn ist die Arbeit mit jungen Leuten: „Das ist ein Privileg als älterer Mensch“, sagt er. Außerdem habe er in seiner Doktorandenzeit miterlebt, wie leicht wissenschaftliche Projekte scheitern können. Deshalb sei die Unterstützung, die er jungen Menschen geben könne, so wichtig..

Selbsteinschätzung

Er treibe gerne an, höre gerne zu, ermutige, wenn nötig. Die Wortwahl lässt schon den Menschenfreund erahnen, den Kollegen in ihm sehen.

Woher aber das Perpetuum Mobile Reinhard Jahn die schier unerschöpfliche Kraft nimmt, das bleibt vielen ein Rätsel. DFG-Chef Stratmann nimmt zur Beschreibung Anleihen in der Welt der Comic-Helden: „Manche vermuten einen Zaubertrank in Jahns DFG-Trinkflasche mit dem vielsagenden Aufdruck Wissensdurst.“

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