In fünf Bundesländern im Einsatz

Seit 40 Jahren in Göttingen: Rettungshubschrauber „Christoph 44“

Von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang im Einsatz: „Christoph 44“ und seine Crew von der DRF Luftrettung am Göttinger Universitätsklinikum.
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Von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang im Einsatz: „Christoph 44“ und seine Crew von der DRF Luftrettung am Universitätsklinikum Göttingen.

Nahezu täglich hört man den Rettungshubschrauber aus Göttingen über die Dächer der Stadt fliegen. Sein Funkrufname ist „Christoph 44“, am 3. Juli wurde die Station am Universitätsklinikum 40 Jahre alt.

Göttingen – „Die Göttinger Station war bundesweit die vierte Station der DRF Luftrettung und gehört damit zu den erfahrensten in Deutschland“, sagte Ernst Peleikis von der DRF Luftrettung bei einer kleinen Feierstunde. „Bereits in den 1970er Jahren fanden Vorgespräche zur Stationierung eines Rettungshubschraubers in Göttingen statt. Die Initiative ging auf die beiden Anästhesieprofessoren Dietrich Kettler und Hans Sonntag zurück“, so Peleikis. Das Ziel: Die notfallmedizinische Versorgung in der Region sollte verbessert werden.

Was folgte, waren Verhandlungen mit dem niedersächsischen Sozialministerium, der Stadt Göttingen und potenziellen Betreibern. Mit Unterstützung der DRF Luftrettung – damals noch Deutsche Rettungsflugwacht – wurde schließlich grünes Licht für die Stationierung des Hubschraubers in der Universitätsstadt gegeben.

Rettungshubschrauber aus Göttingen: 1500 Einsätze im Jahr

Peleikis erinnerte an den ersten Piloten und Stationsleiter Jürgen Richter, der maßgeblich am Aufbau der Luftrettungsstation beteiligt war. „Der Göttinger Rettungshubschrauber hat eine lange Tradition und eine hervorragende Stellung im Fünf-Länder-Eck Niedersachsen, Hessen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen, wo der Hubschrauber zum Einsatz kommt.“

Seinen ersten Einsatz hatte der Göttinger Rettungshubschrauber, der damals noch den Rufnamen „Florian Göttingen 10-66“ hatte, am 4. Juli 1980 bei einem schweren Verkehrsunfall nahe Wöllmarshausen in der Gemeinde Gleichen. Die Crew flog eine Maschine des Typs „Bell 206 JetRanger“.

Göttingen Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (links) ließ sich bei der Feierstunde der DRF Luftrettung am Göttinger Universitätsklinikum alles zeigen.

Im ersten Jahr kam der Hubschrauber auf 208 Einsätze und musste zu Beginn noch am Flughafen Kassel-Calden betankt werden. Heute sind es jährlich um die 1500 Einsätze. Auch den weißen Hangar und die blaue Station zwischen dem Versorgungsgebäude und dem „UBFT“-Gebäude des Klinikums gab es damals noch nicht. Der Hubschrauber war 1980 in einem provisorischen Zelthangar untergebracht, dort wo heute das Herzforschungszentrum steht.

Rettungshubschrauber aus Göttingen: Stadt ist stolz

1984 wurde der „JetRanger“ durch einen Hubschrauber des Typs BO 105 ersetzt. 1985 fand die offizielle Einweihung des neuen Luftrettungszentrums mit Hangar statt. Seit 2007 fliegt auch in Göttingen ein moderner Rettungshubschrauber vom Typ EC 135.

Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler danke während der Feierstunde der DRF für 40 Jahre Luftrettung in Göttingen. Er erinnerte daran, dass es bis Anfang der 1970er Jahre in der Bundesrepublik praktisch keine einheitliche Notrufnummer und keinen organisierten Rettungsdienst gab - weder am Boden noch in der Luft. Luftrettung wurde als zu teuer, unnötig und übertrieben angesehen. „Das kann sich heute keiner mehr vorstellen“, so Köhler. „Deshalb ist die Stadt Göttingen stolz darauf, dass der Rettungshubschrauber hier ist.“

Rettungshubschrauber aus Göttingen: Zahlen, Daten und Fakten

Christoph 44 ist von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang einsatzbereit, eine Erweiterung auf den Nachtbetrieb ist derzeit nicht vorgesehen. Die Crews um Stationsleiter Dennis Lauterberg, den leitenden Notfallsanitäter Christian Schulze und den leitenden Notarzt Dr. Markus Roessler fliegen zu einem Großteil Notfalleinsätze, seltener werden auch Intensivtransporte durchgeführt.

Seit seinem Bestehen ist Christoph 44 über 52.000 Einsätze geflogen. Er wird besetzt von Piloten der DRF Luftrettung, Notfallsanitätern der Berufsfeuerwehr Göttingen und der DRF Luftrettung sowie Notärzten des Klinikums. Vor allem wird der Hubschrauber als schneller Notarztzubringer eingesetzt, seltener werden Patienten in ein Krankenhaus geflogen. (Stefan Rampfel)

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