Seltene Exponate aus Indien erweitern Ethnologische Sammlung

Stellten die neuen Exponate aus Indien vor: Kustos Dr. Gundolf Kröger und Sammlerin Ute Rettberg. Foto: Niesen

Göttingen. Die Ethnologische Sammlung der Uni Göttingen ist um einen Schatz reicher: Der Indien-Bestand wurde mit Exponaten einer Privatsammlung aus dem nordwestlichen Teil des Subkontinents erweitert.

Es handelt sich dabei um Amulette, religiöse Zeichen und Schmuck aus Silber sowie eine Reihe von Textilien, zu denen die Silberteile getragen wurden. Außerdem gehören noch rund 160 Dias dazu.

Die Sammlung hat die heute in Winsen/Luhe lebende, frühere Mitarbeiterin des deutschen diplomatischen Dienstes in Bombay Ute Rettberg aufgebaut. Sie sammelte insbesondere im Bundesstaat Rajasthan und angrenzenden Gebieten.

Ihre Sammelleidenschaft pflegt Ute Rettberg bereits seit dem Jahr 1964. Die studierte Kunstgeschichtlerin, Religionswissenschaftlerin und Indologistin bereitete ihre Sammlung schließlich 1993 in ihrer Magisterarbeit wissenschaftlich auf, so dass alle Objekte eindeutig zu identifizieren sind.

Sie stammen teils aus dem 18. und 19. Jahrhundert und sind heute nur sehr selten in einem derart guten Zustand auffindbar, sagte der Kustos der Sammlung, Dr. Gundolf Kröger. Er feierte mit der Vorstellung der Sammlung seinen letzten Arbeitstag. Seinen Worten zufolge wurde der Ankauf durch Unterstützung der Lindemann-Stiftung möglich. Sie biete Stoff für mindestens drei weitere Magisterarbeiten.

Zur Motivation, ihre Sammlung abzugeben, sagte Ute Rettberg, sie wünsche sich eine weitere Aufarbeitung, weil es nicht genug Wissen darüber gebe. Sie sei auch gerne bereit, Studenten zu unterstützen, die sich diesen Themen widmen wollen.

Vielleicht gibt es auch einmal eine Ausstellung mit den Exponaten, denn nach den Worten des Kustos sind die aus Indien stammenden Stücke der Sammlung noch nie in Form einer Ausstellung präsentiert worden.

Die Ethnografische Sammlung der Universität verfügt über insgesamt mehr als 17.000 Exponate. Weltbekannt ist die Cook-/Forster-Sammlung, die zum Forschungsschwerpunkt Ozeanien gehört.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.