Corona-Krise

Semesterstart an der Uni Göttingen: Studenten müssen online lernen

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Dieses Bild werden viele Studenten vermissen: Vorlesungen finden nicht in Hörsälen der Uni Göttingen statt (Foto), sondern werden ins Internet verlegt.

Normalerweise wären wieder am 20. April viele der mehr als 30.000 Studenten der Uni Göttingen in die Hörsäle und Seminarräume geströmt. Doch diesmal ist alles anders.

  • Wegen der Corona-Krise stellt die Uni Göttingen ihren Lehrbetrieb um.
  • Zum Semesterbeginn am 20. April müssen viele Studenten online lernen.
  • Dazu werden viele Lehrveranstaltungen im Internet angeboten.

Das Sommersemester beginnt wegen der Corona-Krise überwiegend digital. Deshalb gibt es viele Angebote im Internet.

Das Präsidium der Universität hat sich am Dienstag zu diesem Schritt entschlossen: „Wir orientieren uns damit an der Kultusministerkonferenz, die sich in der vergangenen Woche für einen deutschlandweit einheitlichen Semesterstart ausgesprochen hatte“, heißt es aus der Hochschule.

Corona in Göttingen: Abstandsregeln gelten

Zugleich bereitet sich die Uni auf einen „reduzierten Präsenzbetrieb“ in Lehre, Forschung und Verwaltung vor. Das bedeutet: Lehrveranstaltungen sollen digital angeboten werden. Bei notwendiger Anwesenheit in der Uni, zum Beispiel für Laborarbeiten bei Praktika, müssen die Mindestabstände eingehalten werden. Ein entsprechender Plan mit den einzelnen Maßnahmen kann hier abgerufen werden. Die Regelungen entsprechen laut Uni dem derzeitigen Stand zum Schutz vor CoV-2-Infektionen. Es ist mit der Universitätsmedizin Göttingen abgestimmt und wird bei Bedarf aktualisiert.

Corona in Göttingen: Lehrformate

Der Uni ist natürlich klar, dass sich nicht alle Lehrformate für ein Online-Angebot eignen: „Doch wir können voraussichtlich rund 80 Prozent der Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2020 digital anbieten.“ Gleichzeitig ist sich die Hochschule bewusst, dass digitales Lehren, Lernen und Prüfen aus den verschiedensten Gründen nicht für alle Beteiligten gleichermaßen leicht zugänglich ist. Ein Grund: Gerade auf dem Land gibt es nach wie vor weiße Flecken bei der Versorgung mit schnellem Internet.

Corona in Göttingen: Anmeldung für Veranstaltungen

Die Studenten sollen sich über die üblichen Online-Systeme für die Veranstaltungen anmelden, die sie im neuen Semester belegen möchten. Sie werden dann in der kommenden Woche informiert, ob und wie die jeweiligen Vorlesungen und Seminare stattfinden.

Corona in Göttingen: Thema Prüfungen an der Uni

„Mit der Aufnahme der Lehre am 20. April nehmen wir auch den Prüfungsbetrieb wieder auf“, kündigt die Uni an. Allerdings müssen auch dabei die Abstandsregelungen streng eingehalten werden. Zwischen der Ankündigung und der eigentlichen Prüfung oder Studienleistung müssen mindestens 14 Tage liegen.

Corona in Göttingen: Gemeinsame Erklärung

„Trotz der großen Herausforderungen, vor die uns die Corona-Pandemie stellt, werden wir uns bemühen, das Semester so reibungslos wie möglich zu gestalten“, kündigen Uni-Präsident Prof. Dr. Reinhard Jahn und Prof. Dr. Norbert Lossau, Vizepräsident für Digitalisierung und Infrastrukturen, in einer gemeinsamen Erklärung an. Beide betonen, dass die Fakultäten, die Verwaltung, die Lehrenden und die Studenten-Vertreter in den vergangenen Wochen mit „beeindruckendem Engagement und enormer Energie“ an kurzfristig umsetzbaren Lösungen gearbeitet hätten.

Corona in Göttingen: Rücksichtnahme erforderlich

„Das gilt besonders für die Arbeitsgruppe unter der Leitung von Vizepräsidentin Prof. Dr. Andrea D. Bührmann, die den Semesterbeginn vorbereitet hat. Dennoch werden wir in den kommenden Wochen noch manches nachbessern und improvisieren müssen, und es wird Geduld und gegenseitige Rücksichtnahme erfordern, die Probleme einvernehmlich zu lösen“, so Jahn und Lossau. Weitere Infos gibt es hier.

VON BERND SCHLEGEL

Wissenschaftsminister Thümler (CDU): Kein verlorenes Semester

Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) sieht in der aktuellen Situation eine Chance, die Hochschulen ins 21. Jahrhundert zu führen. „Kein verlorenes Semester, aber ein besonderes Semester“, sagte der CDU-Politiker mit Blick auf das am 20. April beginnende Sommer-Halbjahr.

Um möglichst viele digitale Angebote machen zu können, müssen nach Ansicht von Professor Jürgen Sander, Vizepräsident der Uni Hildesheim, die Kapazitäten in Niedersachsen immens ausgebaut werden: „Man kann nicht 50 Vorlesungen parallel streamen, dann brechen die Server zusammen“, erklärt Sander. Deshalb schlägt er zunächst die Erarbeitung von Zeitplänen vor – mit Online-Veranstaltungen am Montagmorgen, am Freitagnachmittag und am Wochenende. lni

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