Polizei warnt vor Masche

Seniorin aus Göttingen wurde Opfer von Zetteltrick: 250 Euro sind weg

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Göttingen. Zwei unbekannte Frauen haben am Dienstag eine Seniorin in Göttingen mit dem sogenannten Zetteltrick um 250 Euro erleichtert.

Das Duo klingelte nach Polizeiangaben gegen 9 Uhr in der Sternstraße an der Haustür der älteren Dame. Die beiden etwa 35 Jahre alten Frauen fragten nach einem Zettel und einem Stift, um angeblich eine Nachricht für eine Nachbarin aufschreiben zu können, die man nicht angetroffen habe.

Die hilfsbereite Frau ließ die Unbekannten daraufhin in ihre Wohnung ein. Während die eine Frau den Zettel schrieb und das Opfer in der Küche in ein Gespräch verwickelte, nutzte vermutlich ihre Komplizin den Moment, um aus einem Schrank im Wohnzimmer das Geld zu stehlen.

Kurz danach verließen die Frauen die Wohnung wieder. Die Seniorin wurde schließlich misstrauisch und stellte den Diebstahl fest.

Täterbeschreibung

Die eine Frau ist schlank, etwa 1,65 Meter groß und hat dunkles, langes Haar. Sie war mit einem schwarzbunten Sommerkleid mit Blumenmuster bekleidet. Sie sprach Deutsch mit Akzent. Ihre Komplizin ist etwas kleiner – etwa 1,63 Meter. Sie hat eine große, kräftige Figur, dunkles, nackenlanges Haar und trägt eine Brille. Sie war mit einem schwarzen Rock und einer weißen Bluse bekleidet.

Die Polizei bittet um Hinweise auf die beiden mutmaßlichen Trickdiebinnen unter der Rufnummer 0551/491-2115. 

Trickdiebstähle: Das sind die Maschen der Täter

Trickdiebstähle in Wohnungen sind nach dem Taschendiebstahl auf der Straße die vermutlich häufigste Straftat, von der laut Polizei ältere Menschen betroffen sein können. Um sich Zutritt zur Wohnung zu verschaffen und stehlen zu können, täuschen die Täter ihre Opfer auf ganz unterschiedliche Weise.

Alle bekannten Maschen lassen sich auf drei Grundmuster zurückführen: 

•Das Vortäuschen einer Notlage, die scheinbar eine Hilfeleistung oder Unterstützung durch das Opfer in der Wohnung erfordert.

• Das Vortäuschen einer offiziellen Funktion (zum Beispiel Wasserwerker), die den Täter vermeintlich zum Betreten der Wohnung berechtigt.

• Das Vortäuschen einer persönlichen Beziehung zum Opfer, die eine Einladung zum Betreten der Wohnung nahelegt.

Beim Trickdiebstahl an der Haustür werden viele Varianten angewandt:

• Beim Glas Wasser-Trick täuschen die Täterinnen Schwangerschaft, Übelkeit oder die Notwendigkeit einer Arzneimitteleinnahme vor und bitten um ein Glas Wasser.

• Beim Zetteltrick wollen die Täter für einen angeblich nicht angetroffene Nachbarn eine Nachricht hinterlassen. Dazu fragen sie nach Schreibzeug sowie Papier und drängen auf eine Schreibunterlage in der Wohnung oder bitten das Opfer, die Nachricht selbst zu erfassen. 

• Beim Blumen- oder Geschenkabgabe-Trick geben die Täter vor, für angeblich nicht angetroffene Nachbarn Blumen oder ein Geschenk abgeben zu wolen. Dabei drängen sie darauf, die Blumen zu versorgen oder das Geschenk selbst zu verwahren. Weitere vorgetäuschte Notlagen:

• wegen eines Wasserschadens im Haus nach einem Rohrbruch in der Wohnung suchen zu dürfen.

• auf dem Balkon seinen entflogenen Vogel oder sein entlaufenes Kätzchen einfangen zu dürfen.

 • wegen einer Autopanne, eines Unfalls oder einer Erkrankung das Telefon benutzen zu dürfen.

• die Toilette benutzen zu dürfen.

• ein Baby wickeln oder füttern zu dürfen. Laut Polizei werden die Täter immer einfallsreicher und sind schauspielerisch oft begabt. Weitere Informationen gibt es im Internet. 

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