Waren im Wert von mehrern zehntausend Euro erbeutet

Serieneinbrüche: In Göttingen startet Prozess gegen vier junge Männer

Göttingen. Waren im Wert von mehreren zehntausend Euro haben Diebe bei einer Einbruchsserie in Göttingen und Umgebung erbeutet. Jetzt stehen vier junge Männer vor dem Landgericht und müssen sich verantworten.

Hauptangeklagter ist ein 29-jähriger Mann aus Berlin, ihm wirft die Staatsanwaltschaft zehn Einbrüche in Göttingen und Rosdorf vor.

Die drei Mitangeklagten – ein 22-Jähriger aus Bremen und zwei 22 und 23 Jahre alte Männer aus Göttingen – sollen in unterschiedlicher Besetzung bei Einbrüchen mitgewirkt haben.

Die Angeklagten sollen die Einbruchsdiebstähle zwischen Mitte Juli und Ende August 2016 begangen haben. In den meisten Fällen stiegen sie in Wohnhäuser in den Stadtteilen Geismar und Weende ein.

Um ins Haus zu kommen, rissen sie Rollläden herunter, brachen Terrassentüren auf, warfen Fensterscheiben ein oder hebelten Kellertüren auf. Danach durchsuchten sie die Räume und Zimmer und nahmen mit, was sie für wertvoll hielten, auch Bargeld, Schmuck, Uhren, Münzen, Fernseher, Laptops, Tablets, Radios, eine Kamera mit mehreren Objektiven, Manschettenknöpfe, Sporttaschen, eine Gaspistole und zwei Pässe. Auch sperrige Gegenstände, die sich kaum in einem Rucksack abtransportieren lassen, waren darunter, wie eine Musikanlage und zwei Rennräder.

In einem Fall soll der 29-Jährige mit dem 22-Jährigen aus Bremen einen Einbruch in ein Bürogebäude in Rosdorf verübt haben. Neben Bargeld wurden aus den Büros und Geschäftsräumen auch mehrere iPhone-Handys und Elektronikartikel entwendet.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Angeklagten die erbeuteten Gegenstände entweder selbst behalten oder weiterverkaufen wollten, um damit an Geld zu kommen.

Zu Beginn des Prozesses räumte der Hauptangeklagte eine Tat aus der mutmaßlichen Einbruchsserie ein, und zwar die letzte. Bei dem Einbruch in Geismar sollen Ende August 2016 alle vier Angeklagte beteiligt gewesen sein. Der 23-jährige Mitangeklagte soll dabei ein Einhandmesser mitgeführt haben, was seit zehn Jahren in Deutschland verboten ist.

Der 29-jährige Hauptangeklagte gab an, dass die Idee zu dem Einbruch spontan entstanden sei, als sie abends gemeinsam zum „Chillen“ auf einem Spielplatz abhingen. Er habe den Mitangeklagten erzählt, dass er finanzielle Probleme habe, weil „gewisse Leute“ Geldforderungen an ihn gestellt hätten. Er habe dann aus seiner damaligen Wohnung in Weende einen Rucksack und Handschuhe geholt und sich in einem Baumarkt eine Brechstange besorgt. Dann habe er sich wieder mit den anderen getroffen.

Bei dem anschließenden Einbruch in ein Wohnhaus sollen die Angeklagten zunächst die Rollläden der Terrassentür sowie eines Fensters aus der Führung gerissen und dann versucht haben, die Tür aufzuhebeln. Als das nicht gelang, sollen sie einen Stein in das Fenster des Souterrain geworfen und durch das so geöffnete Fenster das Haus betreten haben, um es nach Wertgegenständen zu durchsuchen. Dabei wurden sie aber durch einen Polizeieinsatz gestört.

Das Gericht hat für den Prozess insgesamt acht Verhandlungstage angesetzt.

Rubriklistenbild: © Kopietz

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