Göttinger Uni-Forscher stellen These auf

Sex dient auch der Reparatur der eigenen DNA

Nicht nur Bedürfnisbefriedigung und Spaß: Sex und Fortpflanzung beim Menschen und anderen Lebewesen dient auch dem Ausmerzen von Mutationen und der Reparatur von Genen. Im Bild: Spermien. 

Göttingen. In der Entwicklungsgeschichte sauerstoffatmender Lebewesen verfolgt der Sex auch den Zweck der Reparatur der DNA, wie Forscher der Uni Göttingen herausfanden. 

Die These stellen Forscher der Universitäten Göttingen und Amsterdam auf. Sie wollten wissen, warum die sexuelle Fortpflanzung bei allen höheren Lebewesen so dominant ist, obwohl sie ein aufwendiger Vorgang ist – inklusive Partnersuche, Behauptung gegen Konkurrenten und körperlicher Vereinigung.

Die Forscher rekonstruierten die Entstehung von Lebewesen über zwei Milliarden Jahre. Fazit: Mit der Entwicklung der Sauerstoffatmung wuchs die Gefahr von Schäden am Erbgutträger DNA durch Sauerstoffradikale. Dafür reichten die normalen Schutzmöglichkeiten der Zellen nicht aus.

So entstand die Zellteilung Meiose als DNA-Reparaturmechanismus. Dafür wird ein zweiter Chromosomensatz gebraucht, der durch Fusion zweier Zellen und Zellkerne zustande kommt – also durch sexuelle Fortpflanzung.

„In komplexen Organismen wie Tieren aber auch Pflanzen etablierte sich Sex als Erneuerungsprozess für Keimbahnzellen“, sagt die Biologin Prof. Dr. Elvira Hörandl von der Uni Göttingen. Sex hilft demnach auch, nachteilige Mutationen selektiv zu eliminieren. Sex sei deshalb eine „physiologische Notwendigkeit“, wie Elvira Hörandl sagt. (tko)

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