Malteser lehren Flüchtlingen Verkehrsregeln

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Sicher im Straßenverkehr: Nicolas Vogel (von links), Magdalena Formanek, Beheschta Haidari und Maxim Dohrmann (alle Malteser Hilfsdienst) schulen die Flüchtlinge in den Verkehrsregeln.

Göttingen. Eine Fahrradwerkstatt und Unterricht soll jungen Flüchtlingen in Göttingen helfen.

Der Malteser Hilfsdienst unterstützt die minderjährigen Flüchtlinge bei der Fahrradreparatur und vermittelt ihnen noch Verkehrssicherheit und Erste Hilfe. Nachdem sie in den Wochen zuvor mit den Verkehrsregeln und -schildern vertraut gemacht wurden, folgt ein Sicherheitstraining. In Göttingen werden durchweg minderjährige Flüchtlinge trainiert – sie stammen aus Pakistan, Afghanistan und Syrien. Bevor die jungen Männer in die Pedale treten dürfen, müssen sie ihre Fahrradhelme überstülpen.

„Nach hinten schauen, Handzeichen nach rechts, abbiegen“, erklärt die Schülerin Magdalena Formanek, wenn die Flüchtlinge in den kleinen Kreisel einfahren wollen. Auf dem Boden neben den Straßen liegen Verkehrsschilder – wie im richtigen Straßenverkehr. Nur Autos gibt es hier keine. Die aber fahren in Miniaturform auf dem kleinen Spielteppich, so demonstriert Nicolas Vogel die Bedeutung der Schilder und Verkehrsregeln wie „rechts vor links“.

Bei den jungen Asylbewerbern zeigt sich, dass sie die deutschen Vorfahrtsregeln oft nicht kennen. In ihrer Heimat scheint an Kreuzungen eher das Recht des Stärkeren zu gelten.

„Wir helfen den Flüchtlingen bei der Reparatur ihrer Räder und bringen ihnen die regelmäßige Wartung bei“, erklärt Maxim Dohrmann, Bundesfreiwilliger bei den Göttinger Maltesern. Mit der Ortsbeauftragten Eva-Maria Hilgers-Canisius hat er das Projekt im April in Göttingen und Duderstadt auf die Beine gestellt.

In der Uni-Stadt arbeitet die Gruppe mittlerweile mit der dritten Gruppe, immer sind es die unbegleiteten Flüchtlinge. Duderstadt sei aber von einem anderen Kaliber, berichtet Beheschta Haidari. Manchmal kommen an einem Mittwochnachmittag 50 Flüchtlinge, es gibt dort aber nur etwa 30 Fahrräder für das Training.

„Bei so vielen ist die Kommunikation schwierig, wir verständigen uns über Dolmetscher oder manchmal auch mit Händen und Füßen“, berichtet die 22-Jährige. Sie , wie die anderen jungen Menschen, die sich seit einigen Jahren für die Malteser engagieren, helfen den Flüchtlingen gerne. Nur zu gut wissen sie, dass das Fahrrad das beste Fortbewegungsmittel ist.

Fahrräder sind sehr begehrt bei den Flüchtlingen, da sie die weiten Wegstrecken des Öfteren zu Fuß bewältigen müssen. Über jede Fahrradspende freuen sich die Malteser sehr. Die Fahrräder können beim Malteser Hilfsdienst Gliederung Göttingen, Benzstraße 1c, abgegeben werden. Vor allem Kinderräder und Bobbycars werden dringend gebraucht.

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