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Sicherungsverwahrung: 43 gefährliche Straftäter sitzen ein

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Von: Thomas Kopietz

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Das Hauptgebäude der Justizvollzugsanstalt Rosdorf: Dort sitzen die meisten der Sicherungsverwahrten in Niedersachsen ein.
Das Hauptgebäude der Justizvollzugsanstalt Rosdorf: Dort sitzen die meisten der Sicherungsverwahrten in Niedersachsen ein. © Swen Pförtner/dpa

Gut 40 Straftäter sitzen in Niedersachsen in Sicherungsverwahrung - die meisten von ihnen in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf bei Göttingen.

Hannover/Rosdorf – In Sicherungsverwahrung kommen auch Menschen, die nach langjähriger Haft wegen Mordes oder Sexualdelikten noch immer als gefährlich gelten. Diese Zahl ist in Niedersachsen seit einigen Jahren konstant. In Bremen gibt es eine Besonderheit bei dem Thema. In der JVA Rosdorf bei Göttingen sitzen die meisten Sicherungsverwahrten in Niedersachsen ein.

Die 2007 eröffnete Strafanstalt, die seinerzeit 61 Millionen Euro kostete, gilt als eine der modernsten und sichersten im Land.

Die Zahl der Sicherungsverwahrten ist in den vergangenen Jahren in Niedersachsen weitestgehend konstant geblieben. Mit Stand Mitte Dezember 2022 befanden sich 43 Menschen im Bundesland in Sicherungsverwahrung, wie das Justizministerium in Hannover auf Anfrage mitteilte.

Von Januar bis November 2022 waren es durchschnittlich 45 Menschen, in den beiden Vorjahren 2020 und 2021 durchschnittlich 44 Menschen. Derzeit würden sich ausschließlich Männer in der Sicherungsverwahrung befinden. Laut Ministerium gibt es im Bundesland 55 Plätze für eine solche Maßnahme – 45 in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Rosdorf (Landkreis Göttingen) sowie zehn Plätze in der JVA Meppen.

In Sicherungsverwahrung kommen Menschen, die nach langjähriger Haft etwa wegen Mordes oder Sexualdelikten noch immer als gefährlich gelten.

Bis Mitte Dezember 2022 wurde für vier Menschen eine solche Maßnahme angeordnet, im vergangenen Jahr waren es fünf und 2020 sieben. Welche Straftaten der Anordnung zugrunde lagen, werde nicht erfasst, hieß es aus dem Ministerium.

Flucht in Duderstadt sorgt für Aufsehen

In Göttingen sorgte ein geflüchteter Sicherungsverwahrter 2017 für Aufsehen: Der Schwerverbrecher hatte sich bei einem von zwei Justizbeamten begleiteten Freigang und Besuch seines Vaters in Duderstadt abgesetzt. Er wurde am nächsten Tag in einem Wohnkomplex am Hagenweg entdeckt, überwältigt und in die Justizvollzugsanstalt zurückgebracht. Im März 2022 war ein Sicherungsverwahrter bei einem Einkaufsgang mit einer Sozialarbeiterin in einem Göttinger Einkaufszentrum geflüchtet. Der Mann kehrte später von selbst zurück in die Rosdorfer JVA.

5800 Haftplätze in Niedersachsen

In Niedersachsen gibt es insgesamt rund 5800 Haftplätze. In den ersten elf Monaten des Jahres 2022 war die durchschnittliche Belegung im November am höchsten mit 4540 belegten Plätzen - am niedrigsten im Februar mit durchschnittlich 4373 belegten Plätzen.

Das Justizressort in Bremen teilte mit, dass das Bundesland selbst keine Plätze für Sicherungsverwahrte vorhalte, sondern die betroffenen Menschen in Niedersachsen untergebracht seien. Drei Männer aus Bremen seien derzeit im Nachbarbundesland untergebracht – im Vorjahr waren es durchschnittlich vier Menschen, 2020 fünf. 2022 wurde bis November bei einem Menschen Sicherungsverwahrung angeordnet wegen besonders schwerer räuberischerer Erpressung. In der JVA Bremen gibt es den Angaben zufolge insgesamt 666 Plätze – im Jahresdurchschnitt 2022 saßen dort 573 Gefangene. (Thomas Kopietz, mit lni)

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