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Viel Applaus für neuen Liederabend im Jungen Theater: Sie singen, weil sie Lieder haben

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Von: Ute Lawrenz

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Schauspieler des Jungen Theaters stehen auf der Bühne am Klavier von Steffen Ramswig.
Erhielten nicht enden wollenden Applaus: Michael Johannes Mayer (von links), Fabienne Elisabeth Baumann und Steffen Ramswig im Jungen Theater Göttingen. © Dorothea Heise

Mit begeistertem Applaus bis zu Standing Ovations belohnten die Zuschauer im Jungen Theater Göttingen die Uraufführung des Liederabends „Ich singe, weil ich ein Lied hab“.

Göttingen – Der Wiener Michael Johannes Mayer hat nach seinem gesanglichen Solo-Abend vor zwei Jahren nun Verstärkung aus Kassel bekommen. Mit Fabienne Baumann teilt er sich die Lieder aus dem 18. Jahrhundert bis in die Jetztzeit. Steffen Ramswig hat die musikalische Leitung, Tobias Sosinka hat die Regie übernommen.

Auf der Bühne herrscht Wohnzimmeratmosphäre (Ausstattung: Hannah Landes). Wie zuhause summt Ramswig bei seinem Auftritt, knipst neben seinem Platz am Klavier zuerst eine der vielen Lampen an, die an vergangene Zeiten erinnern. Im schlichten roten Kleid stimmt Baumann den Titelsong von Konstantin Wecker an, sozusagen als Motto des Abends.

„Heute Abend werden wir für Sie Lieder singen“, verspricht sie dem Publikum. Von Mayer bekommt sie Verstärkung. Beide bringen sich nicht nur singend, sondern auch mit zitierten Dichtungen ein. Während Baumann ihre „Schlagkraft“ auf dem Cajon beweist und E-Piano-Tasten streichelt, begleitet Mayer sich auf dem Kazoo, gekonnt bringt er die kleine Tröte zum Klingen.

Auch ein Horn tut ihm gute Dienste. Ramswig glänzt in seiner Rolle als musikalischer Begleiter nicht nur am Klavier, sondern zuweilen sogar zeitgleich am E-Piano.

Ein Kernpunkt des Abends ist die Liebe. „Die besten Lieder schreibt nicht die beginnende, sondern die sterbende Liebe“, stellt Baumann als Moderatorin fest. Doch so breit wie die Zeit, aus der die Songs stammen, ist die Palette ihrer Themen.

Vom Konflikt mit der Frau nach durchzechter Nacht („Ham kummst“ – Christoph Seiler/Bernhard Speer, 2015) erzählen sie genauso wie von der Freiheit der Kunst („Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt“ – Danger Dan, 2021) oder von dem zugefrorenen Fluss als Sinnbild für eingefrorene Liebe („Auf dem Flusse“ – Franz Schubert, Wilhelm Müller, 1827). Sogar das Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“ von Matthias Claudius (1779) findet in der Vertonung von Johann Abraham Peter Schulz (1790) seinen Platz in dem Liederabend.

Ambitioniert ist das zweistündige Projekt mit Pause: Die Schauspieler zeigen Liedermacher, Opernsänger gar und tun dies mit wenigen Kostümen von leger bis zu schicker Abendgarderobe. Einen Zwischenapplaus erhielt Baumann bei der Premiere, als sie aus der Spur geriet – spontan bat sie Ramswig um einen Neustart.

In der Zugabe, dem „Liebeslied im alten Stil“ im Original von Konstantin Wecker, bewies Mayer sein Können als Dirigent und brachte auch die Zuschauer zum Singen. Noch immer wollte der Applaus kaum enden.

Wieder am 12., 25., 31. März sowie unter junges-theater.de. Karten unter 0551/ 495015. (Ute Lawrenz)

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