Händel-Festspiele mit Abschied vom genialen Duo

Abschied vom Göttinger „Händel-Duo“ Wolff und Cummings

Große Ehre, tiefe Rührung: Der scheidende geschäftsführende Intendant der Internationalen Händel-Festspiele Göttingen Tobias Wolff, trägt sich in das Goldene Buch der Stadt ein. Ebenso Laurence Cummings (2. von links), der künstlerische Leiter, der nach Cambridge wechselt. Mit dabei von links: Prof. Wolfgang Sandberger, Dr. Wilhelm Krull und Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler.
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Große Ehrung, tiefe Rührung: Der scheidende geschäftsführende Intendant der Internationalen Händel-Festspiele Göttingen, Tobias Wolff, trägt sich in das Goldene Buch der Stadt ein. Ebenso Laurence Cummings (2. von rechts), der künstlerische Leiter, der nach Cambridge wechselt. Mit dabei von links: Prof. Wolfgang Sandberger, Dr. Wilhelm Krull und Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler.

Zu ungewöhnlicher Zeit an einem ungewöhnlichen Ort, eröffnete Oberbürgermeister Köhler die 101. Händel-Festspiele, die nach dem Ausfall der Jubiläumsausgabe die 100. sind

Göttingen - Auf dem Schulhof des Max-Planck-Gymnasiums in Nachbarschaft zum Deutschen Theater bot die Eröffnung auch den Rahmen für den Abschied von Tobias Wolff und Laurence Cummings. Als geschäftsführender Intendant und künstlerischer Leiter haben sie die Göttinger Händel-Festspiele länger als eine Dekade geleitet und geprägt..

Auch ein Jahr später sei die ursprünglich zum 100. Jubiläum gedachte Feier eine runde Sache, betonte Köhler. Denn mit einem Fest zum 101. Geburtstag begrüße Göttingen das neue Jahrhundert. Köhler zeigte sich stolz darauf, wie intensiv die Stadt ihr Kulturerbe pflege. Zum „Jubiläum“ hätten Wolff und Cummings die Messlatte noch einmal höher gelegt. So ströme das Festival erneut in die Region, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Vielfältig sei das Angebot von Hannover bis Hann. Münden und von Einbeck bis Osterode.

Köhler wie seine Nachredner lobten die Erweiterung der Netzwerke und die Nachwuchspflege durch Wolff und Cummings. Mit einem breit gefächerten Programm hätten sie versucht, den Barockkomponisten auch für Jugendliche und Familien attraktiv zu machen.

Dr. Wilhelm Krull, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Internationalen Händel-Festspiele und Prof. Wolfgang Sandberger, Vorsitzender der Göttinger Händel-Gesellschaft fanden viele lobende Worte für die scheidenden Lenker der Geschicke der Händel-Festspiele.

Angelehnt an die aktuelle Situation, in der vieles mit dem Buchstaben G erfasst werde, erhielten Wolff und Cummings sogar sieben G: Die Zeit unter ihrer Leitung sei mit glänzenden Aufführungen glücklich und großartig gewesen, beide seien gründlich, genau und geistreich. Die Zeit mit ihnen sei ein „Geschenk“ gewesen.

Beide Redner betonten, dass Cummings das Festspielorchester musikalisch weitergebracht habe. Der Dirigent stehe für künstlerische Qualität und bewähre sich als Dompteur der Gefühle. Dazu Wolff mit seinem großen Organisationstalent, so haben die beiden „ein wirkliches Dreamteam“ gebildet.

Dann wurde ihnen große Ehre zuteil: Beim Eintrag ins Goldene Buch, das laut Köhler normalerweise im Rathaus ruht, musste Wolff mit Rührung kämpfen. Er und Cummings dankten allen Unterstützern und Wegbegleitern. „Möge die heutige Premiere der Funke sein für eine neue Göttinger Renaissance. Eine Renaissance der Kultur, der Gemeinschaft, der Begegnung“, fasste Wolff seine Vision für die Zukunft in Worte.

Die künstlerische Leitung der Händel-Festspiele übergibt Cummings an den griechischen Dirigenten und Pianisten George Petrou. Nachfolger von Tobias Wolff ist bereits Jochen Schäfsmeier. Wolff arbeitet in Leipzig: Er wird ab der Spielzeit 2022/2023 neuer Intendant und erster Betriebsleiter der Oper Leipzig.

Laurence Cummings agiert als neuer Direktor der Academy of Ancient Music in Cambridge. (Ute Lawrenz/Thomas Kopietz)

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