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Demos: Sitzblockade gegen Corona-Leugner - Handfeste Auseinandersetzungen in Göttingen

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Von: Bernd Schlegel

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Sitzblockade auf einer Straße in Göttingen: Anhänger der Antifa-Szene sitzen mit Bannern auf dem Boden.
Sitzblockade auf der Kurze-Geismar-Straße in Göttingen: Anhänger der Antifa-Szene sorgten mit einer Aktion dafür, dass der Weg für den Corona-Demozug zunächst nicht passierbar war. Sie wurden von der Polizei abgedrängt. © Michael Caspar

Erneut gab es am Montag (31.01.2022) Demonstrationen von Gegnern der Corona-Maßnahmen. Auch Gegenprotest formierte sich.

Göttingen – Dabei kam es insbesondere in Göttingen zu handfesten Auseinandersetzungen. Die Ermittlungen dauerten am Dienstag insbesondere in Göttingen noch an. Das berichtet die Polizei.

Bei einer zuvor angemeldeten Demonstration von etwa 250 Corona-Maßnahmengegnern kam es am Montag in den Abendstunden in der Göttinger Innenstadt zu Zwischenfällen. Kleingruppen von Gegendemonstranten versuchten wiederholt und an mehreren Orten, zum Demo-Zug der Corona-Gegner vorzudringen.

Auf der Kurzen-Geismar-Straße blockierte schließlich eine Gruppe die Wegstrecke der Corona-Kritiker mit Bauzäunen. Dahinter nahmen sie zu einer Sitzblockade Platz. Die Einsatzkräfte der Polizei mussten „kurzfristig unmittelbaren Zwang“ anwenden und die Mitglieder der Gruppe abdrängen, als der Demo-Zug der Corona-Leugner den Punkt passierte.

Eine Gruppe Demonstranten ist auf einer Straße in Göttingen unterwegs.
Corona-Leugner: Sie zogen am Montag in den Abendstunden vom Neuen Rathaus in Göttingen in Richtung Innenstadt. © Michael Caspar

In der Folge verteilten sich die Gegendemonstranten in Kleingruppen im Bereich Groner Straße/Zindelstraße und es kam dort zu einem „tätlichen Angriff“ auf Beamte, als diese eine Gruppe Gegendemonstranten, die der Corona-Demo folgte, aufstoppen wollten. Die Beamten mussten deshalb erneut körperliche Gewalt anwenden.

Gegen 19.40 Uhr stellten Einsatzkräfte etwa 100 Gegendemonstranten mit Transparenten am Gänseliesel fest. Wegen der starken Polizeipräsenz verließen sie schließlich den Bereich in unterschiedliche Richtungen.

Die Polizei leitete unter anderem Ermittlungsverfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung, Sachbeschädigung und Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz ein. Die Ermittlungen dauern an.

An einem Demonstrationszug vom Schlossplatz durch die Atstadt von Hann. Münden nahmen am Montag etwa 100 Corona-Leugner teil. Eine angemeldete Gegenkundgebung auf dem Rathausvorplatz besuchten etwa 60 Menschen, berichtet die Polizei.

Vor dem Rathaus der Gemeinde Gleichen im Ortsteil Reinhausen versammelten sich am Montag in den Abendstunden insgesamt neun Corona-Maßnahmenkritiker. Zu Störungen kam es dabei nicht, so die Bilanz der Polizei.

In Groß Schneen trafen sich am Montag in den Abendstunden etwa 180 Menschen zu einer Kundgebung gegen die „Spaziergänge“ von Corona-Gegnern. Sie hielten dabei Plakate und Transparente mit „Friedland ist bunt“ und „mit Nazis macht man keinen Spaziergang“ in die Höhe. Die Versammlungsleiterin hielt einen kurzen Redebeitrag. Anschließend wurden Lichterketten mit bunten Leuchten eingeschaltet.

Ein für 19 Uhr angekündigtes Treffen von Corona-Kritikern fand nicht statt. Einsatzkräfte stellten aber eine kleinere Gruppe fest, die mit großem Abstand und Mund-Nase-Bedeckungen auf dem Gehweg durch den Ort ging. Diese Gruppe löste sich wenig später auf.

Zu einer nicht angemeldeten Demo versammelten sich in Duderstadt knapp 50 Gegner der Corona-Maßnahmen im Bereich des historischen Rathauses innerhalb der Fußgängerzone. Eine Leiterin der Versammlung gab sich auf mehrfaches Nachfragen des Einsatzleiters schließlich zu erkennen. Die Teilnehmer liefen anschließend mit Kerzen über die Marktstraße in verschiedene Richtungen.

Im weiteren Verlauf wurden neun Teilnehmer von der Demo ausgeschlossen und Platzverweise erteilt, weil sie keine FFP2-Masken trugen. Es wurden Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. In zwei Fällen wurde die Angabe der Personalien verweigert. Das Duo wurde zur Feststellung der Identität zur Wache mitgenommen.

In einem Fall wurde nach einer Beleidigung von Einsatzkräften zudem ein Strafverfahren eingeleitet. Gegen die Versammlungsleiterin wurde ebenfalls ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet, weil sie nach Polizeiangaben ihren Pflichten nicht nachgekommen war.

Laut Polizei verhielten sich die Versammlungsteilnehmer wenig kooperativ. Durch Passanten und Anwohner kam es vereinzelt zu Unmutsäußerungen gegen die Versammlungsteilnehmer.

Vor dem Rathaus in Bovenden trafen sich am Montagabend etwa 30 Menschen zu einer zuvor angemeldeten Kundgebung aus Solidarität mit den aktuellen Corona-Maßnahmen.

Eine Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen gab es auch in Herzberg. Etwa 90 Personen kamen dort gegen 18.30 Uhr zu einer angemeldeten Versammlung auf dem Marktplatz zusammen. Von dort zogen die Teilnehmer über die Straßen Sonnengasse, An der Alten Mühle, Hauptstraße, Reckengasse, Sieberstraße und Rathausstraße wieder zurück zum Markplatz.

Dort endete die Abschlusskundgebung gegen 19.30 Uhr nach einigen Redebeiträgen. Die Veranstaltung verlief laut Polizei ohne Störungen. Die Abstands- und Hygienevorschriften wurden eingehalten, so die Polizei. (Bernd Schlegel)

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