Mahnungen werden verschickt

SMS-Abzocke: Netzagentur warnt vor „Europa Inkasso"

Abzocke per SMS: Die Bundesnetzagentur, die auch einen Standort in Göttingen hat, warnt vor den Mahnungen einer Berliner Firma. Foto: dpa

Göttingen/Bonn. Die Bundesnetzagentur, die auch einen Standort in Göttingen hat, warnt vor Mahnungen der Firma „Europa Inkasso GmbH“.

Verbraucher sollten die Forderungen kritisch prüfen. Die Mahnungen von „Europa Inkasso GmbH“ mit Sitz in Berlin beziehen sich laut Bundesnetzagentur auf Forderungen der Firmen Telecom Billing Ltd. und International Billing Services Ltd. für angebliche Mitgliedschaften in einem „Premium SMS Club“ oder einem telefonischen Chat-Portal. Betroffenen Verbrauchern empfiehlt die Bundesnetzagentur derartige Mahnschreiben zu ignorieren.

„Verbraucher sollten die Mahnungen der Europa Inkasso GmbH genauestens prüfen und nicht voreilig bezahlen“, sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. „Die Bundesnetzagentur hat die von den beiden Firmen rechtswidrig genutzten Rufnummern abschalten lassen.“ Gleichzeitig habe die Agentur Verbote verfügt, heißt es in der Mitteilung.

Anlass für die Entscheidungen der Bundesnetzagentur waren unverlangt übersandte Werbe-SMS. Bei einem Rückruf oder einer Antwort-SMS durch den Empfänger wurden dem Anschlussinhaber Kosten in Höhe von 90 Euro beziehungsweise 49,95 Euro in Rechnung gestellt.

Neben beigefügten Überweisungsbelegen zum Konto einer bulgarischen Bank werden in den Schreiben der „Europa Inkasso GmbH“ vielfach Besuche durch Außendienst-Mitarbeiter und die Einleitung einer Zwangsvollstreckung angedroht. Die Firma Europa Inkasso GmbH ist in Deutschland weder als Gesellschaft im Handelsregister eingetragen noch als Inkassounternehmen registriert.

Bereits im September hatte die Bundesnetzagentur angekündigt, gegen die SMS-Fallen der beiden Firmen Telecom Billing Ltd. und International Billing Services Ltd. vorgehen zu wollen. Die Masche begann im April. Seither bekamen viele Verbraucher per unverlangter SMS insbesondere angebliche private Kontaktwünsche.

Chat-Dienste

Die SMS sollen zum Rückruf auf darin genannte Mobilfunk- oder Ortsnetzrufnummern animieren. Statt einen persönlichen Kontakt zu erreichen, wird dem Verbraucher bei einem Anruf der beworbenen Rufnummern unterstellt, die kostenpflichtigen Chat-Dienste „Flirt und Party Flatrate“ oder „Flirt & Erotik Chat“ telefonisch bestellt zu haben.

Weitere Verbraucher-Informationen zum Thema Rufnummernmissbrauch gibt es im Internet. (bsc) www.bundesnetzagentur.de/Rufnummernmissbrauch

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