Betrieb startete am Donnerstag

Mehr als 100 Senioren erhielten die erste Spritze im Kreis-Impfzentrum

Die ersten 108 Senioren haben sich am Donnerstag (11.02.2021) im Göttinger Kreis-Impfzentrum an der Godehardstraße gegen das Corona-Virus immunisieren lassen.

Göttingen – „Ich bin heilfroh, dass es endlich losgeht“, sagte Landrat Bernhard Reuter (SPD).

+++ Update vom 11.02.2021, 17.30 Uhr: Hunderte Male hat Corinna Barke die Nummer der Telefonhotline gewählt, um für ihre Mutter einen Termin zu vereinbaren. Dann ging es auf einmal ganz schnell: Anneliese Lindner aus Hemeln gehörte am Donnerstag zu den ersten der über 80-Jährigen, die in der Sporthalle der Berufsbildenden Schulen II gegen das Corona-Virus geimpft wurden.

Start im Göttinger Impfzentrum: Enkel wieder in den Arm nehmen

„Ich freue mich darauf, meine Enkel endlich wieder in den Arm nehmen zu können“, sagte Renate Diercks (82) aus Groß Lengden. Seit einem Jahr halten die Kindeskinder Abstand – aus Angst, ihre Oma aus Versehen mit dem Virus anzustecken. Einen ganzen Tag hatte Diercks telefoniert, um für sich und ihren Mann, Dieter Teichgräber (80), eine Zeit auszumachen.

Dieter Teichgräber gehörte zu den mehr als 100 Senioren, die sich Donnerstag im Kreis-Impfzentrum in Göttingen impfen ließen.

Acht Tage lang hatte Rosemarie Naujoks aus Adelebsen immer wieder am Telefon gesessen. Die 62-jährige Pflegekraft betreut Intensivmedizin-Patienten nach deren Entlassung aus dem Krankenhaus. „Ich will die mir anvertrauten Menschen, aber natürlich auch mich selbst schützen“, erklärte sie. Am Donnerstag war sie direkt von der Nachtschicht in die Sporthalle gekommen.

Start im Kreis-Impfzentrum: In Bahnhofsnähe

Das Kreis-Impfzentrum, das vom Bahnhof aus in wenigen Minuten zu erreichen ist, hätte bereits Mitte Dezember in Betrieb gehen können, berichtete Landrat Reuter. Rettungsdienste standen seinerzeit bereit. Doch der Pfizer-BioNTech-Impfstoff traf erst Anfang Januar in Göttingen ein – in kleinen Mengen. So impften mobile Teams zunächst 4800 Bewohner und Mitarbeiter von Senioren- und Pflegeheimen. 57 Einrichtungen dieser Art gibt es im Landkreis. Bei den über 80-Jährigen nutzten 93 Prozent das Angebot, bei den Pflegekräften deutlich weniger. Alle Impfwilligen haben die erste Dosis erhalten. Bis März sollen alle auch die zweite Dosis bekommen. Komplikationen gab es bisher keine.

Start im Kreis-Impfzentrum: Mehr Impfstoff im zweiten Quartal

In den Kreis-Impfzentren in Göttingen und in Herzberg, das am Freitag den Betrieb aufnimmt, werden bis Ende März jeweils 9000 über 80-Jährige sowie besonders Bedürftige geimpft. Dann wird nicht einmal ein Zehntel der 330.000 Einwohner des Landkreises gegen das Virus geschützt sein. Im zweiten Quartal bekommt der Landkreis – wenn alles gut geht – die vierfache Menge Impfstoff, im dritten Quartal die achtfache Menge.

„Unsere beiden Zentren sind so ausgelegt, dass wir dort deutlich mehr Impfungen als derzeit durchführen können“, betonte Patrick Moritz, der beim Landkreis den Fachbereich öffentliche Sicherheit und Ordnung leitet.

Start im Kreis-Impfzentrum: Personal wurde eingestellt

Die Kreisverwaltung hat für jedes der beiden Zentren 40 Personen befristet eingestellt. Fachkräfte aus dem pflegerischen Bereich übernehmen das Impfen, andere kümmern sich um Verwaltungs- und Betreuungsaufgaben. Zudem unterstützen mehr als 100 Ärzte die Arbeit. Sie untersuchen jeden Impfwilligen. (Michael Caspar)

Impfwillige kommen aus neun Kommunen

Erstmeldung vom 10.02.2021, 7.30 Uhr: Die Impfwilligen kommen aus der Stadt Hann. Münden, den Gemeinden Bovenden, Adelebsen, Rosdorf, Friedland, Gleichen und Staufenberg sowie den Samtgemeinden Radolfshausen und Dransfeld.

Im Folgenden unternehmen wir einen Rundgang durch das Impfzentrum und zeigen, welche Stationen es dort zu durchlaufen gibt. Die Sporthalle mit dem Impfzentrum befindet sich zwischen dem Hauptgebäude der Berufsbildenden Schulen II an der Godehardstraße und der Zentrale der Volkshochschule – ganz in der Nähe des Bahnhofs und ist gut mit dem Auto, aber auch mit der Bahn sowie mit dem Regional- und dem Stadtbus zu erreichen.

Blick in das Kreis-Impfzentrum in der Sporthalle der BBS II in Göttingen: Dort wurden mit Elementen aus dem Messebau die An- und Abmeldung, Wartebereiche und die Impfstraßen mit den Impfkabinen aufgebaut.

Station 1: An der Anmeldung am Eingang wird geprüft, ob der Impfwillige einen Termin hat. Zuvor gibt es unter Umständen eine Fiebermessung.

Station 2: Am Check-in steht die Frage im Mittelpunkt, ob diejenigen, die geimpft werden sollen, alle Unterlagen beisammen haben. Das sieht ein bisschen aus wie im Check-in-Bereich eines Flughafens. Zu beachten ist: Für Impfungen im Impfzentrum ist ein Termin notwendig. Impfwillige können also nicht ohne Einladung im Impfzentrum vorstellig werden. Folgende Unterlagen sollte jeder dabei haben: Einen Personal- oder anderen Lichtbildausweis, aus dem das Alter, Wohnort oder gewöhnlicher Aufenthaltsort hervorgeht; eine Arbeitgeberbescheinigung, wenn jemand im Gesundheits- oder Pflegedienst arbeitet; wenn vorhanden seinen Impfpass und die Krankenversicherungskarte.

Anmeldung: Hier wird überprüft, ob eine gültige Terminbestätigung zum Impfen vorliegt.

Benötigt werden die Terminbestätigung und die mit der Anmeldung erhaltenen Bögen zur Einwilligung und Aufklärung. Weiterhin wird der Bogen benötigt, auf dem jeder Impfwillige etwaige Vorerkrankungen eintragen muss. Sollte bei der Anmeldung festgestellt werden, dass noch etwas ausgefüllt werden muss oder fehlt, stehen Stühle mit Schultischen zur Verfügung (A) – natürlich mit Abstand.

Station 3: Beim Arztgespräch wird mit jedem Impfwilligen der Bogen mit den Vorerkrankungen besprochen. Das Gespräch dauert in der Regel nicht lang.

Station 4: Gleich nach dem Arztgespräch erfolgt das eigentliche Impfen. Es stehen mehrere Kabinen zur Verfügung, damit jeder sich in Ruhe auf die Immunisierung vorbereiten und den Arm freimachen kann.

Das Impfen: Nach einem Gespräch mit einem Mediziner erfolgt die eigentliche Immunisierung.

Station 5: Im Beobachtungsbereich muss der Geimpfte noch einmal Platz nehmen – zur Sicherheit. Fünf bis 15 Minuten dauert das in der Regel, bei Menschen mit Vorerkrankungen kann es auch mal etwas länger dauern. Die Organisatoren sprechen von 15 bis 30 Minuten. Allein ist man in dieser Zeit nicht, denn für den Beobachtungsbereich sind Mitarbeiter abgestellt, die aufpassen. Für Notfälle stehen immer eine Rettungswagenbesatzung und ein Notarzt bereit.

Station 6: Über einen gesonderten Ausgang verlässt man die Sporthalle. Vorher erhält man seine Impf-Bescheinigung beziehungsweise den Impf-Ausweis.

Technische Überwachung: Damit der Ablauf im Impfzentrum ohne Einschränkungen laufen kann, gibt es ein Backoffice im Bereich der Tribüne. Die Mitarbeiter dort haben nicht nur alles im Blick. Sie überwachen auch die Logistik. Für die Augen der Besucher unsichtbar bleibt die zum Impfzentrum gehörende Apotheke, in der die Impfstoffe aufbereitet werden. Die Impfdosen müssen zwar bei minus 70 Grad Celsius gelagert, vor der Impfung aber bei 2 bis 8 Grad aufgetaut werden. Und noch etwas wird vielen Besuchern nicht sofort auffallen: Das Impfzentrum wird rund um die Uhr überwacht. Zudem stehen Security-Mitarbeiter bereit. Diese werden im Zweifel auch eingreifen, wenn jemand das Impfzentrum betreten will, der keine Einladung hat oder die Abläufe stören will. (Bernd Schlegel)

Fotostrecke: So sieht es im Kreis-Impfzentrum aus

So sieht es im Kreis-Impfzentrum in der Sporthalle der BBS II in Göttingen aus

Blick ins kreiseigene
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Kreis-Impfzentrum ist in der Nähe des Göttinger Bahnhofs zu finden

Wer einen Termin im Kreis-Impfzentrum hat, kann dieses gut mit dem Auto, mit der Bahn oder mit dem Regional- oder Stadtbus erreichen. Diejenigen, die mit dem Auto anreisen, können direkt am Impfzentrum auf einen Parkplatz fahren. Im Navi gibt man dafür am besten den Zielpunkt „Carl-Zeiss-Straße“ in Göttingen ein. Dort stehen etwa 50 Stellplätze zur Verfügung. Das Impfzentrum ist vom Omnibusbahnhof, vom Bahnhof sowie vom Schützenplatz ausgeschildert. Vom Bahnhof sind es fünf bis sieben Gehminuten – vom Busbahnhof dauert es etwas länger.

Die Kreisverwaltung bittet Angehörige, Freunde und Bekannte der Impfwilligen, ihnen beim Ausfüllen der Unterlagen zu helfen. Es besteht natürlich Maskenpflicht im Impfzentrum. (bsc)

Karte: Hier sind die Impfzentren zu finden

Rubriklistenbild: © Hubert Jelinek

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