"Rock im Wald" in Göttingen

So lief das KWP-Open-Air: der HNA-Check

69 Jahre alt und eine coole Socke: Al Mc Kay und sein ihm eigenes Funky-Gitarrenspiel im Kaiser-Wilhelm-Park. Seine Earth, Wind &Fire Experience brachten den Park zum Swingen. Mc Kay schrieb viele Hits der Band. Hier im Bild mit Sänger Tim Owens. Foto: Kuhl

Göttingen. „Rock im Wald“ lockte am Freitag und Samstag gut 4000 Zuschauer in den Kaiser-Wilhelm-Park. Hier unser Check zum Open-Air.

Der Besuch

Stark, trotz wechselhaften Wetters. Am Freitag war ausverkauft. Genauer: Die Veranstalter stoppten den Vorverkauf, weil mehrere hundert junge Besucher bis 14 Jahre erwartet wurden, die nicht bezahlen mussten, wenn ein Erwachsener dabei war. Und: mehr als 500 junge Giesinger Fans kamen, machten den Abend zum Familienmusikfest.

Das Ambiente

Wie immer großartig in der natürlichen Freiluftarena, die nur dafür sehr stimmungsvoll, auch mit scheinbar altmodischen Lichterketten hergerichtet wird.

Die Organisation

Alles muss aus dem Boden gestampft werden, die komplette Infrastruktur. Die Orga klappt prima, es gab aber stärkere Kontrollen. Auch mussten nach dem Barcelona-Attentat am Donnerstag noch weitere Maßnahmen ergriffen werden. Sprengstoffhunde waren auch im Einsatz. Übrigens: Liebevoll war, dass Margot Blotevogel und Kerstin Bornemann vom Kulturamt sogar noch orangefarbene Regencapes verteilten. Bornemann gab sogar noch das eigene an eine Besucherin weiter. Daumen hoch!

Das Wetter

Glück und Pech lagen nah zusammen. Am Freitag kamen massive Güsse kurz vor Beginn runter. Doch der Matsch machte weder den Gästen im ausverkauften KWP noch Max Giesinger etwas aus. Der wollte seine weißen Turnschuhe am Ende ganz in Braun sehen – und schaffte das. Samstag war kein Regen angesagt. Aber als die prima Show des Jungen Theaters „Tausendmal berührt“ lief, schüttete es. Das hielt vielleicht einige ältere, für das Earth, Wind &-Fire-Experience-Konzert prädestinierte Besucher vom Weg in den KWP ab. Schade, sie haben etwas Großes verpasst.

Smarter Mann: Max Giesinger mit Band gefiel es im KWP außerordentlich gut. Viele ganz junge Fans kamen ihm nah. Foto: Kuhl

Der Freitag

Ansprechend der Pop der Band „Tom Schreibers Blume“, mitreißend wie schon im KWP gehabt „Flooot“, die bläserlastige Band, die eine „Göttingen“-Hymne geschaffen hat. Dann kam Max, der Giesinger, mit Band. Ein stimmiges Paket für die vielen Fans, die ihn erwartet hatten. Giesinger war geflasht vom Ambiente im Wald, was er immer wieder sagte: „Geiles Konzert im Wald“, so sein Fazit. Zum Schluss dann noch: „Naked SuperHero“, eine Band, die eine unbändige Spielfreude zeigte und die – leider schon weniger – Zuschauer mitriss und zum Tanzen bewegte.

Hochgradig sympathischer „Kiwi“: Teresa Bergman, Neuseeländerin aus Berlin, begeisterte die Zuschauer trotz Regens im Kaiser-Wilhelm-Park mit einer grandiosen Stimme. Foto: Kuhl

Der Samstag

Wenig los war noch bei „Jungfrau Männlich Deluxe“. Die Band hatte „Rock im Kaufpark“ gewonnen und so das Bühnenticket für den KWP gezogen. Dann ein prima Auftritt der Schauspieler (!) vom JT, die beachtlich singen und Spaß hatten – wie auch die Zuschauer, leider im Regen stehend. Obwohl von den Beats her nicht mitreißend, zog dann Teresa Bergman die Zuschauer in den Bann und an die Bühne – mit einer fantastischen Stimme von enormer Bandbreite, einer Spielfreude, Authenzität und hinreißenden Stücken wie „Blue Eyes“ oder dem stark gesungenen „Back to Black“ von Amy Winehouse. Bergman ist ein Juwel, das hörten viele KWP-Besucher heraus.

Der Höhepunkt

Wie sich das gehört: zum Schluss! Der einstige Hitschreiber und Top-Gitarrist Al Mac Kay mit seiner Earth, Wind & Fire Experience war schlichtweg grandios. 13 tolle Musiker zeigten pure Lebens- und Spielfreude, obwohl am Vormittag der Keyboarder nach Mexiko zu seiner sterbenden Mutter abreisen, ein Ersatzmusiker eingeflogen werden musste. „Danke Deutschland“ zollten sie dem Göttinger Publikum um 0.40 Uhr und nach einem fulminanten Konzert mit allen Hits von „September“, und „Boogie Wonderland“ über „Fantasy“ bis „After the love has gone“ ihren Dank. Danach gab es eine Pizza für die Band, die sich laut Organisatoren mit ihrem Auftritt unter die Top-5 der ewigen KWP-Band-Bestenliste gespielt hat.

Fazit

Immer wieder erstaunlich, was der Fachbereich Kultur der Stadt um Programmmacherin Margot Blotevogel mit geringem Budget und dank vieler Sponsoren sowie Kontakte am Ende im KWP auf die Bühne bringt. Hoffentlich geht es weiter mit „Rock im Wald“, denn die Gagen steigen ja weiter. Bemerkenswert immer wieder der Einsatz vieler Helfer, auch von Bauhof, Forst und weiteren Beteiligten. (tko)

Sternchen trafen Stars beim KWP-Open-Air

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