Ärzte der Universitätsmedizin haben neue Methode entwickelt

Video: Optische Diagnose per MRT bei Sodbrennen

Göttingen. Ärzte und Wissenschaftler der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) haben eine neue Methode entwickelt, um die Ursachen von Sodbrennen besser als bisher zu erkennen. Daran leiden etwa zehn Prozent aller Menschen in westlichen Ländern.

So ist es weltweit zum ersten Mal gelungen, den Vorgang des Schluckens mit bildgebenden Verfahren dazustellen. Das teilte die UMG mit. Per Magnetresonanz-Tomografie (MRT) in Echtzeit könne der Schluckakt in 25 Bildern pro Sekunde dokumentiert und untersucht werden. Für eine individuelle, gezielte Behandlung der Volkskrankheit Sodbrennen eröffneten sich damit neue Wege.

Eine direkte Darstellung des Schluckaktes war bislang nicht möglich. Die Echtzeit-MRT liefert nun Bilder, mit denen der Schluckvorgang vom Mundraum durch die Speiseröhre bis zum Mageneingang verfolgt werden könne, erläuterte der Chirurg und Experte für Sodbrennen-Behandlung, Dr. Alexander Beham. Auch der Reflux, der Rückfluss des säurehaltigen Mageninhalts in die Speiseröhre, lasse sich unmittelbar beobachten.

Um den Eintritt von Magensäure in die Speiseröhre auszulösen, reiche eine einfache Pressung auf den Bauch des Patienten. „Auf diese Weise lässt sich Sodbrennen diagnostizieren“, sagte Beham. „Wir können jetzt ganz genau sehen, was die Ursache ist.“ Gründe könnten eine verzögerte Muskelbeweglichkeit der Speiseröhre, eine Störung des Übergangs von der Speiseröhre in den Magen oder eine Entleerungsstörung des Magens in den Darm sein.

An der Entwicklung der Echtzeit-MRT waren Mediziner der Uni-Klinik und Forscher des Göttinger Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie beteiligt.

 Wegen der vielen verschiedenen Ursachen des Sodbrennens sind auch die Therapie-Möglichkeiten vielfältig. Daher ist eine genaue Diagnostik die wichtigste Voraussetzung für die Entscheidung zur richtigen Behandlung. Diese basiert auf einer Messung der Säure in der Speiseröhre und einer endoskopischen Untersuchung. (epd/bsc/tko)

Kontakt: Universitätsmedizin Göttingen, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Priv.-Doz. Alexander Beham, Tel. 05 51/3922952, E-Mail: abeham@chirurgie-goettingen.de.

Weitere Infos unter www.universitaetsmedizin-goettingen.de.

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