Reaktion auf den Anschlag in Berlin

Ab sofort mehr Polizisten auf Weihnachtsmärkten in Südniedersachsen

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Polizist auf einem Weihnachtsmarkt werden häufiger zu sehen sein – wie hier in Dresden. 

Göttingen. Die Polizei in Südniedersachsen reagiert auf den Anschlag in Berlin mit einer Verstärkung der Präsenz auf den Weihnachtsmärkten.

Das kündigte der Präsident der Polizeidirektion Göttingen, Uwe Lührig, am Dienstagvormittag an. Beamte werden sowohl sichtbar als auch in zivil und verdeckt unterwegs sein.

Um die Weihnachtsmärkte werden zusätzliche Funkstreifenwagenbesatzungen unterwegs sein. Die Beamten werden mit entsprechender Schutzausstattung ausgerüstet.

Alle Polizeiinspektionen im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Göttingen „erhöhen mit sofortiger Wirkung die sichtbare Präsenz und die Streifentätigkeit der Polizei an neuralgischen Punkten sowie insbesondere im unmittelbaren Umfeld und direkt auf den Weihnachtsmärkten“, so Lührig wörtlich.

Weiterhin setzen sich die örtlich zuständigen Polizeidienststellen mit den Städten und Gemeinden beziehungsweise den Verantwortlichen von Weihnachtsmärkten in Verbindung, um weitere Aspekte für eine Erhöhung des Sicherheitsniveaus abzusprechen und sofort umzusetzen, so der Polizeipräsident.

In Göttingen gab es am Dienstagvormittag bereits eine Besprechung mit Beteiligten von Stadt und Polizeiinspektion. Ein Ergebnis: „Eine größere Gefahrenlage wird nicht gesehen.“

Das betonte auch Uwe Lührig: Es gibt keine Hinweise auf eine Gefährdung im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion, die bekanntlich von Staufenberg im Süden bis zur Stadtgrenze von Bremen reicht. „Wir werden die Lage weiter intensiv analysieren und mit einem umfassenden Maßnahmenbündel sowohl offen als auch verdeckt agieren.“ Dabei stimme man sich unmittelbar mit dem Landespolizeipräsidium und den benachbarten Polizeidirektionen ab“, sagte Lührig. 

Der Sprecher der Göttinger Stadtverwaltung, Detlef Johannson, sagte auf Anfrage: „Eine völlig offene Veranstaltung wie ein Weihnachtsmarkt mit zahlreichen Zugängen lässt sich nicht schützen wie eine Festung.“ Bislang habe es bereits einen Streifendienst durch die Polizei und den Stadtordnungsdienst gegeben.

Die Stadt hat auch die Marktbeschicker informiert: „Der Markt geht bis zum 29. Dezember weiter, Dauer und Öffnungszeiten bleiben unverändert.“ Das heißt auch: Heiligabend und während der beiden Weihnachtsfeiertage ist der Göttinger Weihnachtsmarkt geschlossen.

Nach den Folgen für die Sicherheitskonzepte öffentlicher Veranstaltungen befragt, sagte Johannson: „Was die Ereignisse von gestern für künftige Großveranstaltungen angeht, so wird man das in Ruhe untersuchen und überlegen – nicht aber am Tag nach einem Anschlag, wenn alle Menschen voller Trauer und viele von ihnen voller Wut über diesen feigen Anschlag sind.“

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