Göttinger Weltraumforscher legen Landeplatz für Philae fest

Rosettas Landeeinheit: Sonde landet auf Kometenkopf

Landeplatz auf dem Kometenkopf: Das weiße Kreuz markiert die Region, in der die Landeeinheit Philae der ESA-Raumsonde Rosetta aufsetzen soll. Foto: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung/nh

Göttingen. Die Landeeinheit Philae der ESA-Raumsonde Rosetta soll Mitte November auf dem „Kopf“ des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko aufsetzen. Das kündigte das Göttinger Max-Planck-Institut (MPS) für Sonnensystemforschung an.

Nach Ansicht des Lander-Teams bietet diese Region, die mit dem Buchstaben J bezeichnet wurde, die besten Voraussetzungen für eine sichere Landung und anschließende erfolgreiche Messungen. Aufnahmen der Landestelle, die mit dem Göttinger Kamerasystem Osiris entstanden, zeigen ein recht zerklüftetes Terrain. Berechnungen ergaben jedoch gute Landechancen. Der genaue Fleck, auf dem Philae niedergeht, lässt sich nur mit einer Genauigkeit von etwa 500 Metern bestimmen. „Wir brauchen deshalb nicht den einen perfekten Landepunkt, sondern eine Region, für die möglichst viele Landeszenarien ein gutes Ende nehmen“, erklärt Hermann Böhnhardt vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung. Er ist wissenschaftlicher Leiter der Landemission.

Ein wichtiges Kriterium ist die Anzahl großer Brocken, die die Landestelle überziehen. Forscher des Osiris-Teams haben alle erkennbaren Brocken erfasst, vermessen und kartiert. „Nach unseren bisherigen Erkenntnissen bietet Landestelle J Philae vergleichsweise wenige ,Stolperfallen‘“, so der Leiter des Osiris-Teams, Holger Sierks.

„Auch aus wissenschaftlicher Sicht sind wir mit der Oberseite des Kometenkopfes sehr zufrieden“, so Böhnhardt. Erste Messungen deuten darauf hin, dass dort organisches Material vorliegt und sich die Aktivität des Kometen gut untersuchen lässt.

Rosetta ist eine Mission der Europäischen Weltraumagentur ESA mit Beiträgen der Mitgliedsstaaten und der amerikanischen Weltraumagentur NASA. Rosettas Landeeinheit Philae wurde von einem Konsortium unter Leitung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung und der französischen und italienischen Weltraumagentur (CNES und ASI) zur Verfügung gestellt. Rosetta wird die erste Mission in der Geschichte sein, die einen Kometen anfliegt, ihn auf seinem Weg um die Sonne begleitet und eine Landeeinheit auf seiner Oberfläche absetzt. (p)

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