Neue Briefmarke

Sondermarke der Deutschen Post würdigt europäische Kometen-Mission - Göttinger involviert

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Weltraumforschung: ESA-Raummission Rosetta. Mitgetragen vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen: Sondermarke 60 Cent der Deutschen Post. 

Es war die spektakulärste Raummission seit langer Zeit und die erste, die einen Kometen über mehrere Jahre aus nächster Nähe untersuchte. Jetzt wird sie mit einer Briefmarke geehrt.

Die Raumsonde Rosetta flog seit 2004 durchs All zu dem Kometen Churyumov-Gerasimenko im Asteroidengürtel am Rande unseres Sonnensystems und setzte im November 2014 die Landeeinheit Philae ab. Der Menschheit bescherte die Mission nie zuvor gesehene Fotos eines aktiven Kometen – gemacht von dem in Göttingen konzipierten Kamerasystem Osiris. Die Deutsche Post würdigt „Rosetta“ knapp drei Jahre nach dem gezielten Absturz auf „Tschuri“ am 30. September 2016 mit einer Sonderbriefmarke.

60-Cent-Sondermarke

Die 60-Cent-Marke wird seit Montag in der Serie Astrophysik ausgegeben. Neben der Raumsonde zeigt das Motiv einen Oberflächenausschnitt des Kometen Churyumov-Gerasimenko. Zu sehen ist die Region auf der Nordseite von „Tschuri“, dem eigenartig, an eine Badeente erinnernden Kometen.

MPS in Göttingen

„Die Rosetta-Mission und mit ihr eine unserer Aufnahmen auf einer Briefmarke verewigt zu sehen, ist für uns etwas ganz Besonderes“, freut sich Dr. Holger Sierks vom Göttinger Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS), Leiter des Osiris-Teams. Das System wurde unter Leitung des MPS entwickelt, gebaut und während der Mission betrieben. Es lieferte mehr als 70 000 Ansichten des Kometen. Nach zehn Jahren „Anreise“ hatte Rosetta den Kometen von August 2014 bis September 2016 auf dem Weg um die Sonne begleitet, war ganz nah dran.

Neuer Blick auf Komet

Die Rosetta-Mission der Europäischen Weltraumorganisation ESA hat die Kometenforschung wie keine andere zuvor vorangetrieben.

Die auf der Briefmarke abgebildete Region auf der Nordseite ist bedeutend für die Forscher: „Sie hat unser heutiges Verständnis von Kometen und ihrer Entwicklung entscheidend geprägt“, sagt Sierks und erklärt warum. Die weichen, zum Teil über weite Strecken glatten Oberflächenstrukturen, die auf der Briefmarke zu sehen sind, sind auf diese Weise entstanden.

Winterlandschaft

„Die Nordseite des Kometen erinnert beinahe an eine Winterlandschaft, bei der eine Schneedecke scharfe Konturen überdeckt“, begeistert sich Sierks.

Die Enstehung ist nachvollziehbar: Wenn sich ein Komet auf seiner Reise durch das Planetensystem der Sonne nähert, verdunsten gefrorene Gase von seiner Oberfläche und reißen kleine und größere Staubteilchen mit sich. Ein Teil dieses Materials kann dem Schwerfeld des Kometen nicht entkommen und „regnet“ wieder zurück auf die Oberfläche.

In Göttingen gebaut

Neben dem wissenschaftlichen Kamerasystem Osiris hat das Göttinger MPS, das zuvor in Katlenburg-Lindau angesiedelt war, drei weitere Instrumente beigesteuert und zu weiteren Hardware beigetragen. Zudem war das Institut maßgeblich an der Entwicklung und des Baus der Landeeinheit „Philae“ beteiligt. 

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