Bald zieht auch die Hauptfiliale um

Sparkasse Göttingen liefert 2020 starke Zahlen, trotz Fusion und Corona-Krise

Hauptfiliale der Sparkasse Göttingen am Groner Tor
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Die neue Hauptfiliale der Sparkasse Göttingen am Groner Tor: Sie ist ganz in der Nähe der Zentrale des Kreditinstituts zu finden. Der Betrieb an diesem Standort startet am 22. Februar.

Mit dem Neubau an der Groner Landstraße/Groner Tor hat die Sparkasse Göttingen ein monumentales Statement gesetzt:

Göttingen – Für den Bestand, die Präsenz am Ort und als Zentrale des nach der rückwirkend zum 1. Januar 2020 vollzogenen Fusion mit der Sparkasse Münden größten Kreditinstituts in Südniedersachsen. Das im Corona-Jahr das Betriebsergebnis von 21,5 Millionen Euro über dem zusammengerechneten des Jahres 2019 lag, strich Vorstandsvorsitzender Rainer Hald in der Bilanzpressekonferenz heraus.

Die fand im Lockdown nicht in Präsenz, sondern virtuell und online statt. Rainer Hald, der in sein letztes Jahr als Vorstandsvorsitzender geht, bezeichnete das Resultat der Bilanzsumme mit einem Plus von gut acht Prozent auf 4,35 Milliarden als „nicht selbstverständlich in solchen Zeiten“ und nach einem „sehr herausfordernden Jahr“, weil der Fusionsprozess kein einfacher war, zumal die Sparkasse Duderstadt ausgeschert war.

Zog eine positive Bilanz für das Jahr 2020: Rainer Hald, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Göttingen. (Archivbild)

Fusion

Hald und Vorstandsmitglied Thomas Scheffler bemühten sich denn auch, die Mitarbeiter zu loben, sie hätten die Fusion mit deutlicher Mehrheit gewollt und maßgeblich getragen. Alle Beschäftigten konnten im Unternehmen verbleiben – und 94 Prozent der knapp 800 arbeiten gerne bei der Sparkasse, wie eine Umfrage ergeben hätte, die Hald zitierte. Perspektivisch werden jüngere Mitarbeiter eingestellt, müssen ausscheidende ältere ersetzen.

Zweigstellen

Was die Diskussion um eine Schließung und Umwidmung von personalbesetzten Zweigstellen in SB-Niederlassungen angeht, nimmt Thomas Scheffler die Kunden ins Boot. Sie würden letztlich über ihr Verhalten, ihre Nutzung der 30 personenbesetzten und der 24 Selbstbedienungsstandorte entscheiden. Also auch darüber, wie sie die Sparkasse erreichen wollen – über einen persönlichen Kontakt zu vertrauten Ansprechpartnerinnen oder über die Nutzung des modernen Online-Systems.

Immobiliengeschäft

Klarer Marktführer ist die Sparkasse auf dem Immobilienmarkt in der Region: Die Sparkassenmakler verzeichneten mehr als 5000 Immobilieninteressenten. Mehr als 200 Objekte wurden verkauft – für 60 Millionen Euro. 45 Prozent betrafen das Neubaugeschäft, was auch an der Zusammenarbeit mit regionalen Bauträgern liege, hieß es. 2021 würden so „eine Vielzahl neuer Eigentumswohnungen im Angebot sein“.

Online-, Mobil-Banking

Derweil steht die Sparkasse unter dem Zeichen der Digitalisierung: Die Zahl der Kunden, die via Internet und mittels PC, Tablet und Smartphone ihre Bankgeschäfte im Online- und Mobilbanking abwickeln, steigt stetig. Es sind 50 Prozent der Privat- und 70 Prozent der Geschäftskunden. Die Hälfte aller nutzen die Sparkassen-App. „Unsere am meisten besuchte Filiale ist und bleibt natürlich auch in 2020 die Internetfiliale“, sagte Vorstandsmitglied Thomas Scheffler. Dennoch: Zu intensiven Beratungsthemen wie Baufinanzierungen kommen die Kunden in die Präsenzfilialen.

Hauptfiliale zieht um

Die alte Hauptfiliale an der Weender Straße aber wird am 19. Februar umziehen – bleibt für Kunden als SB-Filiale offen – in das frisch sanierte Gebäude am Groner Tor. Dort werden ab dem 22. Februar 60 Mitarbeiter auf die Kunden warten, ebenso 4700 Schließfächer von denen 3300 rund um die Uhr zu erreichen sein werden. Die Hauptfiliale rückt damit auch räumlich dem imposanten Verwaltungssitz, dem Sparkassen-Forum nahe.

Kreditgeschäft wächst auch im Corona-Krisenjahr

Null-Zinsen, Corona-Krise: Auch unter diesen Prämissen ist das Kreditgeschäft der Sparkasse Göttingen 2020 gewachsen: um sechs Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Rekord. Kundenkredite über 840 Millionen Euro wurden neu vergeben. An Unternehmen gingen dabei 430 Millionen Euro (plus 33 Prozent) – gesamt. Firmenkunden stehen so mit 1,8 Millionen Euro bei der Sparkasse in der Kreide.

Mehr Kredite gingen 2020 auch an Häuselbauer oder Käufer von Eigentumswohnungen: das Plus von zehn Prozent im Vergleich zu 2019 belief sich auf 320 Millionen Euro. Die Wohnungsbaukredite belaufen sich im Bestand nun auf 1,3 Milliarden Euro. Interessant: Auch Bausparverträge sind weiter beliebt. Bei der Sparkasse wurden neue Bausparverträge im Wert von 90 Millionen Euro gezeichnet.

Die Corona-Krise und dürre Zinssätze treiben die eher konservative Sparkassenkunden zunehmenden auf den Aktienmarkt. Vertrauensvolle Beratung zahle sich laut Vorstandsmitglied Michael Birlin aus: Kunden wählen Aktien auch als längerfristige Anlagen. Das Volumen bei der Sparkasse Göttingen wuchs um 39 Prozent auf 500 Millionen Euro. Aktien und Fondssparen seien sehr beliebt, so Birlin.

In Zusammenarbeit mit der DekaBank konnte die Sparkasse 2020 erstmalig Zertifikate auf die Aktie Sartorius auflegen. Unter dem Fusionsmotto „WIR SIND EINS“ wurden zwei Aktienanleihen und zwei Express-Zertifikate angeboten. In Deutschland wurden diese Wertpapiere im Volumen von 8,4 Millionen Euro verkauft. 7,6 Millionen Euro davon wurden über die Sparkasse Göttingen abgesetzt. (Thomas Kopietz)

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