Der kleine Prinz und die Welt

Neujahrsempfang der Sparkasse Göttingen: Vorstandschef Hald vorsichtig optimistisch

Gut gelaunt: Rainer Hald begrüßte die Gäste beim Neujahrsempfang der Sparkasse Göttingen und blickte von der Regional- bis zur Weltwirtschaft. Archivfoto: Jelinek

Göttingen. „Wir machen den Unterschied“ lautete das Motto des Neujahrsempfangs der Sparkasse Göttingen am Dienstagabend vor mehr als 1000 geladenen Gästen in der Stadthalle.

Der Vorstandsvorsitzende Rainer Hald sieht seine Sparkasse als eine „verlässliche Größe im Leben der Kunden und der Menschen in der Region – in Zeiten einer immer verrückteren, schnelleren Welt.

Synonym Kleiner Prinz

Die Geschichte vom „Kleinen Prinzen“ benutzt Hald in seiner wie meist weit gefassten Neujahrsrede, um auf die Veränderungen in der Welt mit Brexit, Trump-Wahl, Terrorangst und Nachrichtenwahn in diversen Medien aufzuzeigen.

Die Geschichte vom Prinzen mit dem Plädoyer der Menschlichkeit und Freundschaft überträgt Hald auf das über 216 Jahre gewachsene Verhältnis von Kunden und Sparkasse. Eine lange Verbindung, die auch für Konstanz in einer schnelllebigen Welt stehe – und für Vertrauen. Seine Sparkasse helfe auch, Wünsche, manchmal gar Träume zu erfüllen.

Romantik und Realität

Diese romantische Darstellung weicht dann aber auch harten Nachrichten und düsteren Aussichten: Das Superwahljahr 2017 in Europa mit allen politischen Risiken „spielt für die Konjunktur und die Kapitalmärkte sicherlich eine spürbare Rolle“, prognostizierte Rainer Hald. Die von ihm 2015 vorhergesagte und nun eingetretene Bankenkrise in Italien werde wohl politisch gelöst – zu Lasten aller EU-Steuerzahler.

Verrückte Welt

Für die Verrücktheit der Welt steht laut Hald auch das Auf und Ab an den Finanzmärkten. Wer dort verdienen wolle, brauche starke Nerven.

Im Aktienmarkt jedenfalls stecke Kurspotenzial, weniger in den Zinsen, die wohl niedrig bleiben würden.

Eigentlich stünden den Banken höhere Zinsen gut ins Haus, aber Hald denkt europäisch und warnt vor einem Zinserhöhungshype, das träfe wieder die hochverschuldeten EU-Länder, was auch politische Folgen hätte – wie einen möglichen Rechtsrutsch in Nord- und Mitteleuropa.

Prognose Niedrigzinsen

„Die Zinsen bleiben mittelfristig, bis zur Bundestagswahl, unten“, orakelt der Vorstandsvorsitzende Hald, der auch zur Ruhe und zum Innehalten mahnt – für einen Banker eine außergewöhnliche, öffentliche Haltung.

Aber: Dahinter steckt die Erwartung, dass niedrige Zinsen, boomende Aktienkurse und Realkapitalmärkte auch Chancen bieten. Das spürt ein Banker, der erst kürzlich Rekordergebnisse für sein Haus in einigen Geschäftsbereichen verkündet hat.

Anders sein

„Anders sein und besser bleiben“: Das gibt Hald für sein Institut und übertragbar auf das deutsche System aus. Daran könne jeder seinen Anteil haben, in jedem Beruf, im Umgang miteinander.

Rainer Hald lobt am Ende seine Sparkasse und die Mitarbeiter – für Service und Einsatz. Eigenwerbung vor Kunden ist erlaubt. Die danken es ihm und besonders dem glänzend aufspielenden Göttinger Symphonieorchester (GSO) mit Applaus.

Spende an Vereine

Dann wurde es eine kurze Nacht, bei Getränken und Häppchen. Gute, verlässliche Tradition beim Neujahrsempfang – ebenso die Spende aus dem Eintrittsgeld an Einrichtungen wie die Musa, den Förderverein Stolle sowie kleinere Projekte. Auch ein Zeichen des Vertrauens – in einer unsicheren Welt.

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