Zusammenschluss erfolgt zum 1.6.2019

Sparkassen-Fusion in Südniedersachsen: Neue IBAN für Kunden

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Die Zentrale der Sparkasse Münden: Sie wird Hauptstelle der neuen „Sparkasse in Südniedersachsen“.

Zum 1. Juni 2019 fusionieren die Sparkassen Münden, Osterode, Duderstadt und Bad Sachsa zur„Sparkasse in Südniedersachsen“. Mündener Kunden müssen sich zudem auf neue IBAN einstellen.

Diese sollen allerdings erst im Nachgang mit der „Technischen Fusion“ der vier beteiligten Institute kommen – voraussichtlich 2020. Landrat Bernhard Reuter (SPD) stellte am Montag die Ergebnisse der Fusionsverhandlungen vor. Bevor allerdings der Zusammenschluss erfolgen kann, müssen noch die Stadträte (Münden voraussichtlich am 4. Dezember 2018), der Kreistag (am 18. Dezember) sowie die Verwaltungsräte (am 19./20. Dezember) der bisherigen Sparkassen zustimmen. Es bleibt also nicht viel Zeit. Sollte der Mündener Stadtrat der Fusion nicht zustimmen, so wäre die Sparkasse Münden bei dem Projekt raus, denn er hat ein Veto-Recht.

Mit dem Zusammenschluss, der rückwirkend zum 1. Januar 2019 realisiert wird, entsteht eine neue Sparkasse mit einer Bilanzsumme von 2,1 Milliarden Euro. Sie ist damit kleiner als die Sparkasse Göttingen, die eine Bilanzsumme von 3,1 Milliarden Euro aufzuweisen hat. Die Durchschnitts-Bilanzsumme bei den Sparkassen in Deutschland liegt bei 2,8 Milliarden Euro. Nach Angaben von Landrat Reuter ist eine Vierer-Fusion eine Seltenheit. Eine ähnliche Fusion gab es bislang nur den 1970er-Jahren im Raum Hannover.

Landrat Reuter geht davon aus, dass sich durch die Fusion die Ertragslage der vier bisherigen Sparkassen erheblich verbessert. Er spricht von acht Millionen Euro jährlich nach vier Jahren. Dies sei vor allem die Folge der durch den Zusammenschluss sinkenden Sachkosten. So benötige die fusionierte Sparkasse nur noch ein Computer-System und nicht vier wie bisher.

Fragen und Antworten: Jede zehnte Stelle fällt weg

Zum 1. Juni 2019 entsteht die neue „Sparkasse in Südniedersachsen“ – dazu haben wir hier alle wichtigen Fragen und Antworten für Sie in der Übersicht zusammengefasst.

Warum ist die Fusion überhaupt notwendig?

Die bisherigen Sparkassen Hann. Münden, Duderstadt, Osterode und die Stadtsparkasse Bad Sachsa waren zu klein, um dauerhaft selbstständig überleben zu können. Das haben Prüfungen ergeben. Mit der Fusion kann die Ertragsfähigkeit gesteigert und das Eigenkapital erhöht werden, sagt Göttingens Landrat Bernhard Reuter.

Werden durch die Fusion Mitarbeiter entlassen oder gekündigt?

Nein, aber es werden Arbeitsplätze abgebaut. Dazu soll die natürliche Fluktuation (zum Beispiel Arbeitsplatzwechsel und Ruhestand) genutzt werden. In den kommenden vier Jahren ist vorgesehen, dass insgesamt 40 der derzeit 377 Vollzeit-Stellen aller vier Sparkassen wegfallen. Das ist etwa jede zehnte Stelle. Ohne die Fusion hätte der Arbeitsplatzabbau laut Landrat Bernhard Reuter noch drastischer ausfallen müssen. Verunsicherung und Angst herrscht beispielsweise auch bei den Hann. Mündener Sparkassen-Mitarbeitern.

Wie waren die Fusionsverhandlungen?

Laut Landrat Reuter nicht leicht. Es gab drei intensive Verhandlungsrunden. Zeitweise war unklar, ob es am Ende eine Einigung gibt. Schließlich gab es am Ende einen Kompromiss.

Was bedeutet dieser Kompromiss konkret?

Um die Fusion steuerlich möglichst günstig abzuwickeln, fungiert die Sparkasse Osterode als „aufnehmende“ Bank. Sie besitzt die größten Grundstückswerte des Banken-Quartetts. Die Bankleitzahl aus Osterode (263 510 15) wird zudem Teilaller künftigen Konto-Nummern (IBAN) der neuen Sparkasse. Juristischer Sitz der künftigen Sparkasse wird Duderstadt.

Wie verteilen sich die Besitzanteile an der künftigen Sparkasse?

Mit 44,81 Prozent wird der Landkreis Göttingen den Löwenanteil halten. Hier die weiteren Teilhaber: Duderstadt (16,15 Prozent), Osterode (14,46), Bad Lauterberg (9,64), Hann. Münden (9,38) und Bad Sachsa (5,56).

Stehen auch schon erste Personalien fest?

Ja, den Vorstandsvorsitz soll Uwe Hacke, bislang Vorstandschef der Sparkasse Duderstadt, übernehmen. Als Stellvertreter soll Thomas Toebe fungieren, der bislang an der Spitze der Sparkasse Osterode steht. Ebenfalls Vorstandsmitglieder sollen Thomas Scheffler, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Münden, Uwe Maier (Sparkasse Osterode) und Markus Teichert (Sparkasse Duderstadt) werden. Bis zum Jahr 2024 soll die Zahl der Vorstandsmitglieder von anfangs fünf auf drei sinken.

Wo wird der Vorstand seinen Sitz haben?

Ständig mit Vorstandsmitglieder besetzt sein sollen die Standorte Duderstadt und Osterode. In allen Hauptstellen wird es zudem Vorstandsbüros geben, in denen die Chefs der Sparkasse nach Bedarf arbeiten können.

Wo sind die Hauptstellen der neuen Sparkasse zu finden?

Es sind die bisherigen Hauptstadtorte Hann. Münden, Duderstadt, Osterode, Bad Sachsa und Herzberg. An diesen Standorten gibt es das komplette Angebot an Dienstleistungen – vom Privatkundengeschäft bis hin zur Firmenfinanzierung.

Werden Filialen beziehungsweise Geschäftsstellen im Zuge der Fusion geschlossen?

Nein, das ist laut Landrat Bernhard Reuter nicht vorgesehen. „Sämtliche Filialen bleiben erhalten“, verspricht er.

Fusion mit Sparkasse Göttingen kein Thema

In der aktuellen Fusionsrunde war laut Landrat Bernhard Reuter die Einbeziehung der Sparkasse Götingen kein Thema.

Er geht aber davon aus, dass dieses Thema wieder „aufs Tapet“ kommen könnte. Allerdings sei der Zeitpunkt noch unklar. Laut Landrat Reuter ist die Fusion der vier Sparkassen ohnehin schwierig genug.

Ein Knackpunkt bei einer möglichen Fusion mit der Sparkasse Göttingen wäre aus Sicht des Landrats die Haltung der Stadt Göttingen. Sie verlangt, so Reuter, bei den Besitzverhältnissen „auf Augenhöhe“ mit dem Landkreis zu sein. Dies entspricht laut Reuter aber nicht den tatsächlichen Verhältnissen.

Außerdem wäre es bei einer Einbeziehung der Sparkasse Göttingen laut Bernhard Reuter schwierig geworden, etwas „für den ländlichen Raum rauszuholen“.

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