Mit Spielzeugpistole bedroht 

Prozess um Sparkasseüberfall in Gittelde: Täter hatten schwer zu schleppen

Göttingen. Geld kann eine ziemlich schwere Last sein. Diese Erfahrung haben zwei Bankräuber gemacht, die Anfang Januar einen Überfall auf eine Sparkassenfiliale in Gittelde verübt hatten.

Eine 43-jährige Frau aus Seesen hatte gerade ihr Auto gegenüber der Sparkasse geparkt, als zwei Männer an ihr vorbeiliefen. Aus den Augenwinkeln habe sie gesehen, dass beide „etwas sehr Schweres“ trugen, berichtete die Zeugin am Dienstag vor dem Landgericht Göttingen. Offenbar war der Inhalt ihrer Tasche so schwergewichtig, dass beide Männer gemeinsam zupacken mussten.

In dem Prozess müssen sich ein 61-jähriger Mann aus Hanau, ein 49-jähriger Metallbauer aus Bad Oldesloe und ein 44-jähriger Anlagen- und Maschinenführer aus Eisenach unter anderem wegen gemeinschaftlichen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hatten die drei Angeklagten, die alle bereits vielfach vorbestraft sind, den Überfall gemeinsam geplant. Der 44-Jährige habe dabei im Fluchtauto auf seine beiden Komplizen gewartet, während diese den eigentlichen Überfall verübten. 

Der Überfall war nicht besonders ertragreich: Da sich aus technischen Gründen der Tresor nicht öffnen ließ, erbeuteten die Täter nur Hartgeld im Wert von rund 2200 Euro sowie eine Geldbörse einer Kundin mit 200 Euro. Geldscheine, die nicht nur sehr viel leichter, sondern auch sehr viel wertvoller gewesen wären, waren in der Filiale dagegen nicht vorrätig – diese gibt es nur am Geldautomaten.

Der Anklage zufolge soll der 49-Jährige bei dem Überfall die Filialleiterin und eine Kundin mit einer täuschend echt aussehenden Spielzeugpistole bedroht und ihnen wiederholt mit der Waffe auf den Kopf geschlagen haben. Der 61-Jährige soll währenddessen Schränke und Schubladen durchwühlt und die darin befindlichen Münzrollen und Geldstücke in eine mitgebrachte Tasche gepackt haben.

Der Zeugin fiel auf, dass einer der Männer, die beide eine Kapuze über dem Kopf trugen, einen „komischen Gang“ hatte. Der Mann sei deutlich schwerer und kräftiger gewesen und „unrund“ gelaufen, „als ob er einen Hüftschaden haben könnte“.

Tatsächlich ist einer der Angeklagten augenscheinlich gehbehindert, der 61-Jährige erscheint stets mit einem Rollator zur Verhandlung. Der Prozess vor dem Landgericht wird fortgesetzt. 

Rubriklistenbild: © Thomas Kopietz

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