16 Hektar große Landschaft

Spatenstich für ein neues Biotop im Göttinger Süden

Spatenstich für die Biotoplandschaft: (von links) Projektleiter Dr. Heiko Schumacher, Gudrun Friedrich-Braun vom Fachbereich Umwelt der Stadt Göttingen und Florian Presting, Leiter des Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsmanagements bei Sartorius.
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Spatenstich für die Biotoplandschaft: (von links) Projektleiter Dr. Heiko Schumacher, Gudrun Friedrich-Braun vom Fachbereich Umwelt der Stadt Göttingen und Florian Presting, Leiter des Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsmanagements bei Sartorius.

Im Süden der Stadt Göttingen entsteht auf Initiative der Sartorius AG eine neue, vielfältige Biotoplandschaft. Entlang des Leineufers werden auf insgesamt 16 Hektar abwechslungsreiche Stillgewässer, Flutrinnen und Flachwassertümpel angelegt.

Göttingen/Rosdorf – Mit einem Spatenstich startete in dieser Woche der Baubeginn. „Zuerst wird die Brache gemäht und es werden Baustraßen ausgewiesen, anschließend werden die neuen Stillgewässer angelegt. Die einzelnen Maßnahmen lassen sich derzeit nur grob terminieren, denn sie sind auch witterungsabhängig“, erklärt Dr. Martina Koch, Projektkoordinatorin der Heinz Sielmann Stiftung.

Im Vorfeld wurden Wege gesperrt und umgeleitet, um Erholungssuchende nicht durch Baufahrzeuge zu gefährden. Der Deich zwischen Rosdorf und Flüthewehr kann zu Fuß und auf eigene Gefahr weiter genutzt werden.

Nach den Erdarbeiten werden auch wasserbauliche Projekte an der Leine umgesetzt. An ausgewählten Stellen wird die Uferbefestigung aufgelöst, um den Flusslauf naturnaher als bislang zu gestalten. Außerdem wird der Schwimmbalken weiter in Richtung Wehr versetzt. Er soll Unrat und schwimmende Holzteile von der technischen Anlage fernhalten. Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich bis Mitte Dezember dieses Jahres.

Das bisher intensiv genutzte Ackerland wird in einen vielfältigen Lebensraum verwandelt und flussbegleitend für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten aufgewertet. Im Fokus stehen Eisvogel, Flussregenpfeifer, Amphibien, Insekten und viele weitere Artengruppen. Für Naturbegeisterte sollen etwa 100 Meter Holzsteg, ein Beobachtungspunkt und Informationselemente entstehen. Ein Wirtschaftsweg am Leineufer wird dafür nach Osten verlagert, um der Natur Ruhe zu ermöglichen.

Der Naturraum entsteht als Projekt im Nachhaltigkeitsprogramm von Sartorius. Der Life Science Konzern übernimmt auch sämtliche Kosten in Höhe von mehr als einer Million Euro. Die Stadt Göttingen hat die Realisierung des Projektes gefördert und unterstützt sowie die Fläche zur Verfügung gestellt. Die Heinz Sielmann Stiftung hat die Koordination des Projekts übernommen. (Bernd Schlegel)

Sperrungen und Behinderungen während der Bauarbeiten

Wegen der Bauarbeiten für das neue Biotop südlich des Flüthewehrs südlich Göttingen müssen während der Bauarbeiten bis voraussichtlich Mitte Dezember zahlreiche Wege gesperrt. Damit sollen mögliche Gefahren für Erholungssuchende minimiert werden

Die Sperrungen betrifft den Weg zum Flüthewehr gegenüber der Raiffeisenstraße in Rosdorf. Der Zugang zum Damm bleibt für Fußgänger geöffnet, erfolgt allerdings auf eigene Gefahr. Auch die Wege zwischen Flüthewehr und Reinhäuser Landstraße (B 27) Richtung Klostergut Reinshof werden gesperrt. Einzelne Wege werden dadurch zu Sackgassen. Eine Verbindung zwischen der Stadt Göttingen und dem Klostergut wird jeweils während der Wochenenden geöffnet.

Alle Sperrungen und Einschränkungen werden mit Verkehrsschildern ausgewiesen. Umleitungen über das südliche Ufer des Kiessees oder ab Rosdorf ab der Straße Am Flüthedamm werden ebenfalls ausgeschildert. (bsc)

Bauarbeiten für Biotop: Es gab Kritik an Sperrungen

Unterdessen gab es auch Kritik an den Bauarbeiten für das Biotop-Projekt. Sie entzündete sich insbesondere an den Sperrungen, die auch die Gemeinde Rosdorf betreffen.

„Vielen Menschen, die derzeit im Areal rings um das Wehr mit und ohne Hunde spazieren gehen, joggen, Fahrrad fahren etc. ist unklar, was hier auf sie zukommt. Häufig wird der angebliche Wegfall des Weges entlang der Leine moniert. Es gab sogar schon Protestaktionen am Wehr“, machte Dieter Eikenberg von der Wählergemeinschaft „Gut für Rosdorf“ kürzlich deutlich.

Inzwischen hat sich eine ganze Menge getan. So wurden die Pläne für die Sperrungen überarbeitet und Ausweichrouten geschaffen. „Meine persönliche Meinung dazu: Im Interesse der guten Sache halte ich dies für eine akzeptable Lösung. Ohne Einschränkungen ließe sich das ökologisch interessante Projekt nicht realisieren“, macht Eikenberg in einer aktuellen Stellungnahme im Internet deutlich. (bsc)

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