SPD-Bezirk Hannover

Teamplayer Miersch will Offenheit in Reihen der SPD - Göttingerin Yousaf in Vorstand gewählt

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Matthias MierschSPD-Bezirksvorsitzender

Lünebuirg: Matthias Miersch ersetzt den Ex-Oberbürgermeister von Hannover, Stefan Schostok, als Vorsitzender im SPD-Bezirk Hannover. Eine junge Göttingerin wurde  in der Vorstand gewählt.

Das fast schon mantrahafte Beschwören von Zusammenhalt zahlte sich aus. Nach den leidenschaftlichen Appellen von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil an die Geschlossenheit seiner Genossen wählte der Parteitag des SPD-Bezirks Hannover den Bundestagsabgeordneten Matthias Miersch mit 95,5 Prozent zum Vorsitzenden.

Der 50-jährige Sprecher der parlamentarischen Linken in der SPD löste damit den zurückgetretenen Oberbürgermeister von Hannover, Stefan Schostok, ab. Er hatte zehn Jahre an der Spitze des mächtigen Verbandes gestanden, dann aber nach der Anklageerhebung der Staatsanwaltschaft Hannover wegen schwerer Untreue im Mai auf eine Kandidatur verzichtet.

Zum Parteitag im Libeskind-Bau der Leuphana-Universität Lüneburg war der 54-jährige Sozialpädagoge, dem die Rathausaffäre um illegale Gehaltszuschläge für seinen Büroleiter zum Verhängnis geworden war, am Samstag nicht mehr erschienen. „Stefan macht sich rar“, berichtete langjähriger Gefährte aus der Landeshauptstadt. Der Kontakt sei weitgehend eingeschlafen; Schostok habe zuletzt alle Hilfsangebote und Ratschläge ignoriert. „Politik ist manchmal extrem hart“, erklärte Weil in seinen Dankesworten für den Parteifreund. Schostok habe für seine Partei viele Verdienste erworben. „Er wird immer Teil unserer SPD und Teil unserer Gemeinschaft bleiben.“

Auch Miersch, der bislang keine Führungsfunktion in dem sich vom Landkreis Harburg im Norden über Nienburg bis nach Göttingen im Süden erstreckenden Bezirk mit 26 000 Mitglieder innehatte, bedankte sich kurz bei seinem Vorgänger. Der Vizevorsitzende der Bundestagsfraktion, dem schon Ambitionen auf die SPD-Bundesspitze nachgesagt worden waren, präsentierte sich den 222 Delegierten als „Teamplayer“, für den der Grundsatz „offenes Visier“ gelte. „Ihr könnt mir immer alles sagen. Ein Hintenrum macht uns als Partei kaputt.“ Als Quartett gemeinsam mit seinen drei Vizevorsitzenden werde er die SPD Hannover nach vorne bringen. 

Zur dieser neuen Führungscrew, auf die sich die Genossen in den Unterbezirken im Vorfeld festgelegt haben, zählen neben dem mit 80,3 Prozent im Amt bestätigten Vize und Landtagsabgeordneten Uli Watermann (61) zwei neue Frauen: die Bundestagsabgeordnete Svenja Stadler (42) aus Seevetal, die 85,3 Prozent erhielt, sowie die Göttinger Studentin Amina Yousaf, die das Wahlkreisbüro der Göttinger Landtagsabgeordneten Gabriele Andretta leitet. Ihr Ergebnis von 71,1 Prozent, in dem sich offensichtlich der Ärger über die Personalabsprachen spiegelte, nahm die 29-jährige Deutsch-Britin sportlich. „Ich bin voll zufrieden und freue mich auf die Zusammenarbeit.“(ymp)

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