SPD-Programmfabrik Dienstag im Göttinger Theodor-Heuss-Gymnasium

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Blick in die Zukunft: Christoph Lehmann, SPD-Stadtverbandsvorsitzender

Göttingen. Die SPD in Göttingen schlägt eine ganz neue Richtung auf dem Weg zur Konzeption eines Wahlprogramms ein. Die Bürger werden mit einbezogen, können in „Programmfabriken“ mitreden.

Die erste Veranstaltung startet am Dienstag im Theodor-Heuss-Gymnasium um 18.30 Uhr. Alle Interessierten sind eingeladen, dort über die Positionspapiere „Bildung“ und „Kultur“ zu sprechen – und eigene Vorschläge zu machen, wie Stadtverbandsvorsitzender Christoph Lehmann sagt.

Herr Lehmann, warum geht die Göttinger SPD diesen Weg?

Christoph Lehmann: Die Vorstellung, die Zukunft unserer Stadt sei im stillen Kämmerlein, in Parteizentralen oder im hohen Rathaus planbar, ist veraltet. Wir sehen die Bürger als Experten des Alltags, wenn es um die Zukunft der Stadt geht. Wir wollen mit ihnen den Diskurs schon in der Phase der Programmfindung.

Was passiert bei einer Programmfabrik, wie heute im Theodor-Heuss-Gymnasium?

Lehmann: Die Göttinger SPD hat neun Positionspapiere erarbeitet. Die stellen wir vor und zur Diskussion, heute zu den Themenkomplexen „Bildung“ und „Kultur“. Wir sind neugierig auf die Reaktionen.

Was passiert mit den Ideen der Bürger?

Lehmann: Natürlich werden wir alle Anregungen, Vorschläge, Wünsche, die uns entgegengebracht werden, prüfen und gegebenenfalls in unser Programm aufnehmen. Am Ende steht dann unser Programm für die Kommunalwahl am 11. September. Spätestens hier soll jeder eine Antwort auf die in der Programmfabrik geäußerte Frage bekommen.

Das ist ein ganz neues Vorgehen. Warum?

Lehmann: Es ist eine Form von Demut gegenüber dem Bürger. Auf unserem Weg wird er zum Akteur der Zukunft unserer Stadt. Das ist vielleicht das Neue an der Politik, die wir versuchen wollen. Die Politik kennt eben nicht, die einzig denkbare Antwort auf alle Fragen. Wir haben Meinungen und Positionen, die wir uns erarbeitet haben. Das bedeutet aber nicht, dass wir in der Kommunalpolitik nicht die Kraft haben sollten, uns dem Bürger zu stellen und unsere Positionen selbst in Frage zu stellen. Es geht auch darum, alte Verhaltensmuster in der Politik aufzubrechen.

Wie ist dieser Kurs parteiintern aufgenommen worden?

Lehmann: Es gab ein unerwartet breites Interesse an unserer Diskussion, auch von Parteimitgliedern, die nicht mehr so aktiv waren, weil ihnen Diskussionen gefehlt haben. Wir haben diese wieder zur Mitarbeit gewinnen können. Fazit: Sie wollten keinen Verlautbarungspolitik mehr. Es ist wichtig für die Politik, die Parteien, dass man das, was die Menschen einbringen, auch in Konsequenzen münden lässt. Mitwirkung braucht Wirkung. Ich bin jedenfalls gespannt auf die Programmfabrik und die Konsequenzen.

Die Termine:

• Dienstag, 12. April, 18.30 Uhr, THG, Grotefendstraße 1: „Bildung“ und „Kultur“.

• Dienstag, 19. April, 18.30 Uhr, Gerhard-Mercker-Zentrum, Auf dem Hagen 1, „Arbeit“ und „Mobilität“.

• Dienstag, 26. April, 18.30 Uhr, Neue IGS, Theodor-Heuss-Straße 25, „Arbeit“ und „Wirtschaft“.

• Dienstag, 3. Mai, 18.30 Uhr, Max-Planck-Gymnasium, Theaterplatz 10, „Soziales“ und „Migration“ in Göttingen.

• Dienstag, 10. Mai, 18.30 Uhr, Verwaltungsstelle Geismar, Kerllsgasse 2, „Sport, Ehrenamt und Freizeit“.

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