Spende statt Geschenke für die Kunden

Helfen kranken Kindern und ihren Familien: Katharina Stein (links) und Detlef Barthelms (rechts) haben im Namen der Mercedes-Benz Niederlassung Kassel/Göttingen 2000 Euro an Hanne Hagen vom Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Göttingen übergeben. Foto: Paul

Göttingen. 2000 Euro hat die Mercedes-Niederlassung Kassel/Göttingen am Dienstag an das Ambulante Kinder- und Jugendhospiz gespendet. Für die Kunden gab es allerdings dadurch keine Weihnachtsgeschenke.

„Unsere Kunden verzichten gern auf ihre Präsente, wenn mit dem Geld Not gelindert und ein wertvoller Beitrag für die Gesellschaft geleistet wird“, sagte Detlef Barthelms, Direktor der Mercedes-Benz-Niederlassung Kassel/Göttingen. Bereits zum dritten Mal unterstütze der Automobilhersteller daher das Ambulante Kinderhospiz in Göttingen.

Dessen Koordinatorin Hanne Hagen freute sich „unbeschreiblich“ über die Unterstützung. „Das Geld fließt in die Schulung von 13 ehrenamtlichen Mitarbeitern“, erklärte Hagen. Da seien die 2000 Euro gut aufgehoben, denn je besser die Mitarbeiter ausgebildet seien, umso besser könnten sie Familien mit kranken Kindern helfen. Aktuell betreuen die Ehrenamtlichen vier Familien mit insgesamt fünf Kindern.

„Der Betreuer muss individuell zur Familie passen, sonst hilft das ganze Engagement nicht“, weiß Hagen. So sei beispielsweise eine Lehrerin als Hausaufgabenhilfe tätig, eine andere Ehrenamtliche betreue Kinder abends, damit die Eltern etwas Zeit für sich haben.

„Nur männliche Betreuer sind bei uns noch Mangelware“, bedauert die Koordinatorin. Umso erfreulicher sei die Teilnahme von einigen Männern am aktuellen Vorbereitungskurs, der in 80 Lehrstunden den persönlichen Umgang bei Trauer- und Verlustfällen in der Familie schult, aber auch rechtliche Grundlagen und ambulante Pflege als solche vermittelt.

Vom Studenten bis zum Rentner befinden sich alle Altersklassen unter den Ehrenamtlichen: „So lange die Betreuer kompetent sind, spielt das Alter keine Rolle“, berichtet Hagen, „denn sie kommen vor allem mit jeder Menge Zeit im Gepäck und unterstützen die Familien genau dort, wo es gerade nötig ist.“

Hintergrund:

Im Jahr 2010 gegründete sich der Kinder- und Jugendhospizdienst Göttingen als kostenfreie Unterstützung für Familien mit Kindern, die an einer lebensverkürzenden Krankheit leiden.

Ehrenamtliche Mitarbeiter unterstützen die Familien ein- oder zweimal wöchentlich für mehrere Stunden. Vorab werden sie in einem Vorbereitungskurs umfassend auf ihre Arbeit vorbereitet.

Der Göttinger Hospizdienst gehört zum Deutschen Kinderhospizverein, der 2015 sein 25-jähriges Bestehen feiert. (jap)

Weitere Informationen und Kontakt: Hanne Hagen, Tel. 05 51/20 97 03 23, E-Mail: goettingen@deutscher-kinderhospizverein.de; oder im Internet auf www.akhd-goettingen.de

Von Jasmin Paul

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.