Hilfe bei Anschaffung von 3D-

Spendenaktion: Göttinger Schüler helfen kranken Kindern

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Mit dieser Spende soll Kindern mit Wirbelsäulenproblemen noch besser geholfen werden: (vorn, von links) Sandra M., Carolin Storre, Isabelle M., Adam Bulut und Tim Wiedenmeier sowie (hinten, von links) Gabriele Schreiber, Christian Kratzin, Ferdinand Toischer, Thomas Hamelin, Katrin Gebel, Dr. Philipp Koch und Prof. Dr. René Müller-Wille.

Göttingen. Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) kann künftig Erkrankungen der Wirbelsäule bei Kindern noch besser behandelt: Eine Spende des Göttinger Otto-Hahn-Gymnasiums (OHG) ist ein weiterer Beitrag dazu.

Die Schülervertretung überreichten im Namen der gesamten Schule einen Scheck über 3683 Euro an die UMG. Im Oktober 2017 startete die UMG die große Spendenaktion „Kleine Rücken brauchen Hilfe“ zur Anschaffung eines 3D- Röntgensystems. Bislang sind 162 000 Euro zusammengekommen. Benötigt werden insgesamt 560 000 Euro. Die Göttinger Universitätsmedizin hofft, dass bis Ende 2018 genug Spenden zusammenkommen, damit das Gerät im kommenden Jahr angeschafft werden kann.

Mit dem neuen Gerät sinkt die Strahlenbelastung für die Mädchen und Jungen im Vergleich zu einem herkömmlichen Röntgengerät um etwa 90 Prozent. Zudem müssen weniger Aufnahmen gemacht werden, da die gesamte Wirbelsäule in nur einem Schritt aufgenommen wird. Die aufgenommenen Bilder werden dann von einem Computer zu einem dreidimensionalen Bild zusammengesetzt.

Isabelle M. erhielt von den Göttinger Schülern symbolisch den Spendenscheck für die UMG. Sie ist zehn Jahre alt und hat bereits 17 Eingriffe hinter sich. Für jede der Operationen musste sie je viermal geröntgt werden. „Solche Untersuchungen und die Operationen sind auch immer mit Sorge und Angst verbunden“, sagt Isabelles Mutter Sandra M.

Die Schüler hatten nach Angaben von Carolin Storre aus einem Zeitungsbericht, den Lehrer Christian Kratzin mitgebracht hatte, von dem Spendenprojekt erfahren. Deshalb hatten sie sich entschieden, den Erlös des Weihnachtsbasars dafür zu spenden. Schüler Thomas Hamelin findet es schön, „Kindern vor Ort zu helfen“.

Christian Kratzin, Beratungslehrer der Schülervertretung am OHG, ergänzte: „So eine hohe Summe gab es noch nie beim Weihnachtsbasar.“ Außerdem wurde zusätzlich auf Wunsch der Schüler der Restbetrag einer Klassenfahrt ebenfalls gespendet.

Prof. Dr. Müller-Wille findet es „schön, dass auch Schüler sich bereits damit auseinandersetzen“. Er sei positiv überrascht über das Engagement der OHG-Schüler.

„Klasse, dass es euch interessiert wie es anderen Kindern geht“ sagte auch Sandra M., die mit ihrer Tochter über den Einsatz der Schüler freut. (nh)

Von Kristina Stein

Betroffene Kinder müssen viele Operationen durchstehen

Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) gehört zu den führenden Kliniken für Wirbelsäulenoperationen bei Kindern mit schweren Fehlbildungen.

Diese Mädchen und Jungen müssen bereits von Geburt an zahlreiche Operationen durchstehen, für die sie jedes Mal mehrfach geröngt werden müssen. „Kinder befinden sich im Wachstum und haben einen besonders empfindlichen Organismus: Die Zellteilung ist schneller. Sie sind zehnmal strahlungsempfindlicher als Erwachsene“, macht Katrin Gebel, Leitende Radiologie-Assistentin an der Uni-Medizin, deutlich.

Sie ist eine der Initiatorinnen des Spendenaufrufs für das neue 3D-Röntgensystem. In ganz Deutschland gibt es erst elf Kliniken, die das schonende Verfahren einsetzen. In Niedersachsen wäre die UMG die erste Klinik. „Es sind schon viele Spenden zusammengekommen in sehr kurzer Zeit“, sagt Gabriele Schreiber vom Fundraising der UMG. (nh)

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