Spendenzentrum für Flüchtlinge: Erste Winterkleidung ist da

Die ersten Spenden sind da: Moritz Becker (links), Vanessa End und Johannes Vollmer sortierten am Montag Oberbekleidung nach Größen, damit sie an die Flüchtlinge ausgegeben werden kann. Fotos: Schlegel

Göttingen. Die ersten Kartons und Säcke mit warmer Winterkleidung landeten am Montag im neuen Göttinger Spendenzentrum für Flüchtlinge. Es wird aber noch mehr Unterstützung gebraucht.

Johannes Vollmer (66) und seine Frau Monika (63) gehörten zu den Helfern, die am Montag die Spenden annahmen. Zunächst sortierten sie die Kleidung - insbesondere nach Größen. „Wir wollen uns sozial engagieren“, sagt Vollmer. Er und seine Frau wollen immer montags für anderthalb Stunden im Spendenzentrum arbeiten.

Bei der Einteilung der Helfer ist Vanessa End (28) eingesetzt. „Das ist eine sinnvolle Einrichtung“, sagt sie und sorgt dafür, dass in allen sieben Schichten pro Woche genügend Helfer zur Verfügung stehen.

Inzwischen gibt es mehr als 110 Unterstützer, freut sich Harald Biermann, der Leiter des Spendenzentrums. Das Lagerhaus auf dem Gelände der Firma Teletrans wurde zunächst für drei Monate von Zufall Logistics Group angemietet. Die Stadt, die das Spendenzentrum mit Göttinger Wohlfahrtsverbänden betreibt, kann die Halle kostenlos nutzen. Derzeit fehlt es vor allem an warmer Kleidung für den Winter. Dabei sind vor allem kleinere Größen gefragt.

Harald Biermann

Aber auch Schuhe, Hygieneartikel, Kinderspielzeug und Hausrat brauchen die Flüchtlinge. Es wird ausschließlich neue oder gewaschene, trockene, unbeschädigte. möglichst vorsortierte und beschriftete Kleidung entgegengenommen - Hygieneartikel nur in ungeöffneter Originalverpackung. Das gilt auch für Unterwäsche und Socken. Hausrat, wie Geschirr oder Besteck, muss vollständig und unbeschädigt sein. Für die Mädchen und Jungen unter den Flüchtlingen wird zudem Schulmaterial benötigt.

Im hinteren Bereich der Halle werden die Spenden sortiert und für die Weitergabe vorbereitet. Im vorderen Teil entsteht gerade ein Ausgabebereich, um die Asylsuchenden dort direkt ausstatten zu können.

Das Spendenzentrum an der Robert-Bosch-Straße 1 in Göttingen ist ab sofort montags, mittwochs und freitags von 8.30 bis 10 Uhr und von 16.30 bis 18 Uhr sowie samstags von 10.30 bis 12 Uhr geöffnet. Wer Fragen zum Spendenzentrum hat oder sich dort engagieren möchte, kann sich unter der E-Mail-Adresse spenden@goettingen.de bei der Stadt Göttingen melden.

Stadt plant 30 Kurse für Asylsuchende

Etwa 30 neue Sprachkurse für Flüchtlinge will die Beschäftigungsförderung Göttingen noch in diesem Jahr anbieten.

Das berichtet die Stadtverwaltung. Dietmar Linne vom Vorstand der kommunalen Anstalt kündigte an, dass in dieser Woche die ersten acht starten sollen. Bis Ende Dezember sollen bis zu 20 weitere Kurse beginnen. An jedem Kurs können 15 Flüchtlinge teilnehmen. Möglich wird das, weil das Land, der Bund und die Agentur für Arbeit weitere Sprachkurse finanzieren werden. Das ist positiv, da nun viel mehr in Göttingen lebende Flüchtlinge die Möglichkeit haben, Deutsch zu lernen, sagt Linne. Diese logistische Herausforderung kann aktuell nur so schnell umgesetzt werden, weil viele Göttinger Bildungseinrichtungen sich zusammengetan haben und Lehrkräfte sowie Räume bereitstellen. 

Bücherkisten für Flüchtlingskinder

Die Stadtbibliothek Göttingen bietet mit finanzieller Unterstützung der Susanne und Gerd-Litfin-Stiftung und der Milde Stiftung Bücherkisten für die Arbeit in Flüchtlingsunterkünften und Sprachlernklassen an.

Die Bücherkisten, von denen 13 zur Verfügung stehen, sind thematisch ganz unterschiedlich aufgebaut: Sie richten sich an Familien sowie Grundschüler und beinhalten verschiedene Medien zum Kennenlernen von Sprache, Alphabet und Kultur, aber auch zur Unterhaltung. Dazu gehören Bilderbücher, Sprachlernspiele, die sogenannten „stillen“ Bücher, also Bilderbücher ohne Text, die man in allen Sprachen der Welt vorlesen kann. 

Weitere Informationen gibt es unter der Rufnummer 05 51/4 00 32 54 oder unter www.stadtbibliothek.goettingen.de

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