Mit rosa Elfenflügeln zum Sieg

Spiel, Sport und Spaß beim "Dies Academicus" an der Uni Göttingen

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Rasant: Das Bobby-Car-Rennen gehörte zu den Höhepunkten beim „Dies Academicus“.

Göttingen. Hochsommerliche Temperaturen und der Spaß an der Freude haben am Mittwoch wieder unzählige Studenten zum "Dies Academicus" der Uni Göttingen gelockt.

„Wir haben Bock. Heute ist ein schöner Tag.“ Mit diesen einfachen Worten erklärt Jura-Student Felix Holst sein Kommen zum traditionellen „Dies Acadamicus“ im Sportzentrum der Uni Göttingen. Sein Outfit zeigt sofort, dass an diesem Tag nicht der sportliche Wettkampf, sondern der Spaß das treibende Element für alle Anwesenden ist.

Rosa Tütü und rosa Elfenflügel schmücken ihn und seine gesamte Mannschaft. „Helfende Elfen“ nennen sich die jungen Männer und Frauen die beim großen Mixed-Fußball-Turnier antreten. „Es geht auch darum, sich selbst ein bisschen auf den Arm zu nehmen“, sagt Holst. Ob die Flügel beim Fußballspielen nicht stören? „Man ist ein bis zwei km/h langsamer. Dafür hat man einen Vorteil, wenn man schnell abbremsen muss. Außerdem macht die Ästhetik 20 bis 30 Prozent des Erfolges aus“, meint der Jura-Student und kann sich selbst das Lachen gerade noch verkneifen.

Hier ohne Flügel: Felix Holst von den „Helfenden Elfen“.

Alles mit Augenzwinkern

So wie Holst und seine Truppe sind an diesem heißen Mittwoch fast alle Studis drauf. Nicht nur das hochsommerliche Wetter lässt Festival-Gefühle bei den Besuchern aufkommen. „Supergenial“ findet Holst den „Dies Academicus“, der Sport und Kultur auf dem Uni-Gelände verbinden soll. Alles natürlich mit einem Augenzwinkern versehen. Denn das nackte Ergebnis zählt bei den sportlichen Wettkämpfen kaum.

Außer beim „Flunkyball“ vielleicht. Das beliebte Sport-Trink-Spiel wird dann doch etwas ernster genommen, wie der Athletik-Trainer des Teams „Mahatma GönnDir“, der seinen Namen nicht verraten will, betont. Er sorge dafür, dass sein Team immer genug trinke, „manchmal sogar Wasser“. Der Athletik-Trainer ist seit 2011 jedes Jahr beim „Dies Academicus“ und noch immer begeistert. „Es ist immer alles friedlich. Die Leute machen sich viele Gedanken und helfen sich gegenseitig.“

Es geht um den Pömpel: Göttinger Studenten bei der Ausübung einer der vielen ungewöhnlichen Sportarten beim „Dies Academicus“.

Es ist also eine Stimmung, die in etwa auch bei Festivals wie dem „Burning Man“ in den USA zu beobachten ist. Jeder ist gut gelaunt, fast jeder ein bisschen verrückt und viele zeigen das auch durch ihr Auftreten. Ein Treffen der Freigeister sozusagen.

Ab ins kühle Nass!

Einer der beliebtesten Stände – wie sollte es bei den tropischen Temperaturen anders sein? – hat mit Wasser zu tun. Auf einem Steg müssen zwei Leute gegeneinander kämpfen, es geht darum, den Gegner ins Wasser zu stoßen. Doch an diesem Tag springt der Gewinner nur allzu gern hinterher ins kühle Nass.

Abkühlung erwünscht: Beim Kampf auf dem Steg ließ sich auch der Gewinner gerne ins Wasser fallen.

Ein weiterer Höhepunkt ist die Bobby-Car-Abfahrt, bei der immer fünf Kontrahenten gleichzeitig auf die Strecke gehen. „Walter“ ist Bobby-Car-Experte und erklärt, worauf es ankommt: „Wichtig ist: Hände am Gaspedal und Füße in die Luft.“ Die Gegner dürfe man durchaus auch ausgrätschen. Entscheidend für den Sieg sei aber der Windschatten vor der Rechtskurve. Hier muss der Sieganwärter „innen reinstechen“, um auf der Zielgerade die beste Linie zu haben.

Die „Elfen“ siegen

Um die Linie, ob Tor- oder Taille-, scheren sich die „Helfenden Elfen“ wenig. Für sie steht jetzt das vorentscheidende Gruppenspiel an. Bislang ist Torhüter Felix Holst nicht so zufrieden: „Die Chancenauswertung ist das große Manko“, beklagt er fachmännisch. Doch in der vorletzten Vorrunden-Partie läuft alles besser. Schnell führen die Elfen mit 3:0, am Ende heißt es gar 7:0. „Ich bin wieder richtig zufrieden mit dem Team. Wir haben uns die Chance auf die K. o.-Runde erkämpft“, analysiert der Jura-Student.

Das Wichtigste ist und bleibt für ihn und seine Truppe aber das Auftreten, also „real“ zu bleiben: „Ein Tütü kann jeder anziehen. Aber wir leben das!“

Gladiatoren-Spiel aus dem Kino

Den Akademiker-Tag nutzen Anhänger von weniger bekannten Sportarten auch, um neue Mitspieler zu rekrutieren. Georg Stahlmann ist mit seinen 2,08 Metern eine imposante Erscheinung. Und das Spiel, das er und seine Mitstreiter betreiben, wirkt auf den ersten Blick wie ein Kampf der Gladiatoren. Doch in Wirklichkeit – so betont Stahlmann – geht es beim „Jugger“ vor allem um Fairness. Deutsche Studenten entwickelten die Sportart um die Jahrtausendwende aus einem unbekannten Kinofilm. Das Grundspiel sei Rugby, erklärt Stahlmann. Als „Mal“ dienen Maulwurfshügel mit einem Loch drin. Der „Läufer“ eines Teams, der als einziger keinen Stab hat und ungeschützt ist, darf den Ball als einziger in die Hand nehmen und ist dazu bestimmt, das „Mal“ des Gegners zu erreichen. Alle anderen versuchen, das jeweils angreifende Team mit ihren Stäben zu stoppen. Dabei zählt jede Berührung als Treffer und der Getroffene wird für etwa 15 Sekunden aus dem Spiel genommen. Alles klar? Wenn nicht: „Jugger“ wird beim Hochschulsport und dem ASC Göttingen angeboten. Jedes Geschlecht und jede Altersklasse sei willkommen, sagt Stahlmann. Etwa 20 Aktive gibt es bereits. Sie nehmen an deutschlandweiten Turnieren teil, zu dem auch die europäische Konkurrenz kommt. Neben den Erfindern aus Deutschland glänzen dabei insbesondere die irischen Teams.

Weitere Infos zu "Jugger" in Göttingen gibt es online:

jugger.de

www.hochschulsport.uni-goettingen.de

Mehrere tausend Teilnehmer beim Dies Academicus in Göttingen

zje12330.05.2018Dies Academicus
Der Göttinger Uni-Sporttag, der Dies Academicus, war erneut ein voller Erfolg. Mehrere tausend junge Leute waren dabei. © Jelinek
Der Göttinger Uni-Sporttag, der Dies Academicus, war erneut ein voller Erfolg. Mehrere tausend junge Leute waren dabei. © Wencke Boos/nh
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Der Göttinger Uni-Sporttag, der Dies Academicus, war erneut ein voller Erfolg. Mehrere tausend junge Leute waren dabei. © Jelinek
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Der Göttinger Uni-Sporttag, der Dies Academicus, war erneut ein voller Erfolg. Mehrere tausend junge Leute waren dabei. © Jelinek
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