Spitzenforscher spüren Ursache des Hörens nach

Ohr-Experte: Prof. Dr. Tobias Moser, Universitätsmedizin Göttingen, Leibniz-Preisträger und Leiter des neuen Institut für Auditorische Neurowissenschaften. Foto: Kopietz

Göttingen. Neue Institute an Universitätskliniken sind selten: In der Universitätsmedizin wird am Samstag das Institut für Auditorische Neurowissenschaften eröffnet.

Initiiert hat das Institut, in dem bereits seit Januar gearbeitet wird, der Leibniz-Preisträger und UMG-Forscher Prof. Tobias Moser. Für die Arbeit stehen in den nächsten fünf Jahren je eine Million Euro zur Verfügung, 3,5 Millionen kommen von der UMG, 1,5 Millionen Euro von der Volkswagenstiftung und dem Land.

Das neue Institut ist ein Beispiel für vernetztes Forschen am „Göttingen Campus“, denn ein festes Haus gibt es nicht: Geforscht wird in der UMG, den Max-Planck-Instituten für Experimentelle Medizin und Biophysikalische Chemie sowie im Deutschen Primatenzentrum – alle nur wenige Kilometer voneinander entfernt. „Das ist ein großer Vorteil, die Arbeit kann effizienter ablaufen“, sagt Tobias Moser, der Rufe von anderen Universitäten erhalten hatte, sich aber zum Bleiben entschloss, auch, weil das Institut für Auditorische Neurowissenschaften in Göttingen ideale Bedingungen vorfindet.

In verschiedenen Forschungseinrichtungen wird miteinander an den molekularen und zellulären Grundlagen des Hörens geforscht. „Wir wollen erfahren, wie die kleinsten Vorgänge an den Nerven- und Sinneszellen funktionieren“, sagt Moser, der ein weiteres Ziel formuliert: „Ziel ist es, die vorhandenen optischen Cochlea-Implantate zu verbessern.“

Die Verbindung zwischen Grundlagenforschung und Anwendung spielt für das Team eine große Rolle. „Wir haben den Nutzen der Forschung, also die Anwendung, immer im Blick“, beschreibt Moser, der einst am MPI für Biophysikalische Chemie bei Prof. Erwin Neher als Post-Doc arbeitete.

Heute, viele Jahre später, kooperiert Moser nun auf Augenhöhe mit dem MPI sowie den Nobelpreisträgern Stefan Hell und Neher.

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