Pistorius hat Angst vor dem Rüffel

Splitter aus Hannover: Da trinkt der MP doch lieber Tee

Peter Mlodoch
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Peter Mlodoch

Unser Korrespondent in Hannover, Peter Mlodoch, hat genau hingeschaut und -gehört. Das Ergebnis: Die Splitter der Woche aus der Landeshauptstadt.

Hannover - Richtig gemütlich klingt das nicht gerade: Am Dienstagmorgen treffen sich Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Wirtschaftsstaatssekretär Berend Lindner (CDU) in Vertretung von Ressortchef Bernd Althusmann (CDU) mit Gewerkschaften, Unternehmen und Handwerk zum „virtuellen Wirtschaftsfrühstück“. Hinter der alle paar Wochen stattfindenden Runde verbirgt sich kein gemeinsames Verspeisen von Rührei oder Schoko-Croissants. Es handelt sich schlicht um eine Videokonferenz. Weil werde dabei wohl kaum in ein Brötchen beißen, erklärte die Staatskanzlei. „Der MP trinkt allenfalls seinen grünen Tee.“

Ein „K“ für ein „C“

Niedersächsische Ministerien erfinden gern neue Namen für Programme. Wohlklingende Abkürzungen sollen Wortungetüme vermeiden. Jüngstes Beispiel: Landwirtschaftsressortchefin Barbara Otte-Kinast (CDU) startete gemeinsam mit Umweltminister Olaf Lies (SPD) das Projekt „FINKA“. Dort geht es nicht um Feriendomizile auf Mallorca, sondern um „Förderung der Insektenvielfalt im Ackerbau“. Mit konventionellen und ökologischen Bauernbetrieben soll so der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduziert werden. Dass das „K“ unpassend wirkt, ist egal. Hauptsache, den Bienen und Hummeln hilft es.

Wer zu früh kommt ...

Sie waren früh zur Präsentation der niedersächsischen Impf-Strategie erschienen. Jetzt warteten Sozialministerin Carola Reimann (SPD), Innenminister Boris Pistorius (SPD) und der Chef des Landkreistages, Hubert Meyer, geduldig auf den pünktlichen Beginn. „Ich habe es einmal bei einer Pressekonferenz gewagt, drei Minuten früher anzufangen“, berichtete Pistorius. Da habe er einen heftigen Rüffel von Journalisten bekommen. Das könne nicht so schlimm gewesen sein, erwiderte Meyer launig. „Sie sind ja immer noch im Amt.“

Das fünfte Kleeblatt

Für doppelte Verwirrung sorgte der Zusammenschluss der fünf norddeutschen Küstenländer gegen mögliche Kapazitätsengpässe bei der Versorgung von Corona-Patienten. Das bundesweite Modell läuft unter dem Titel „Kleeblatt-Konzept“ – ungeachtet der Tatsache, dass bereits vierblättrige Kleeblätter als Seltenheit gelten. Damit nicht genug: Eine entscheidende Rolle in dem Konzept spielt auch ein „Single Point of Contact“. Dabei handelt es sich nicht um eine neue Kontaktbörse, sondern die beim Innenministerium in Hannover angesiedelte zentrale Koordinierungsstelle der fünf Bundesländer. (Peter Mlodoch)

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