Splitter aus Hannover: Obamas Hotel und die Championsleague-Wölfe

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Peter Mlodoch: Unser Korrespondent in Hannover hat dort in der vergangenen Woche wieder das politische Treiben beobachtet.

Göttingen/Hannover. Unser Korrespondent in Hannover, Peter Mlodoch, hat dort in der vergangenen Woche wieder das politische Treiben beobachtet.

Ja, wo schläft er denn? Ganz Hannover rätselt, welche Herberge sich der mächtigste Mann der Welt für seinen Besuch in der niedersächsischen Landeshauptstadt ausgesucht hat. US-Präsident Barack Obama eröffnet am Abend des 24. April die Hannover Messe, am nächsten Tag nimmt er am traditionellen Rundgang von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) teil. So weit, so klar.

Um die Zeit dazwischen ranken allerdings allerlei Spekulationen. Ist es das Luxushotel Luisenhof in der City, wo bereits andere wichtige Staatsgäste nächtigten? Ist es das Ritz Carlton in der Wolfsburger Autostadt, das wegen der VW-Abgaskrise freilich nicht ganz opportun wäre? Ist es das Schlosshotel Münchhausen im Weserbergland, in dem einst Ex-Minister- und –Bundespräsident Christian Wulff die Hochzeit mit seiner zweiten Frau Bettina feierte?

Oder zieht Obama, beziehungsweise ziehen seine Beschützer vom Secret Service, lieber ein unauffälliges Landhaus vor den Toren Hannovers vor? „Kein Kommentar“, heißt es dazu unisono bei Stadt und Land. Eines ist sicher: Wohin die Wahl auch fällt, der Ort wird zum Hochsicherheitstrakt. Hannovers Polizeidirektion hat für seine 4000 Beamten eine Urlaubssperre verhängt.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok müssen sehr tapfer sein. Nicht nur, dass Hannover 96, der Lieblingsverein der beiden SPD-Weggefährten, weit abgeschlagen am Tabellenende der Fußball-Bundesliga herumkrepelt. Nun macht auch noch die wenig geliebte, aber ungleich erfolgreichere Konkurrenz aus dem Osten Niedersachsens Reklame in der Landeshauptstadt. „Königsklasse – Live in Wolfsburg“, wirbt ein Riesenplakat ausgerechnet im Rotlichtviertel Steintor für das Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen KAA Gent: „Jetzt Tickets sichern!“ Dass Weil und Schostok der frechen Aufforderung folgen werden, gilt als höchst unwahrscheinlich.

Normalerweise reagiert das Ressort von Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) äußerst skeptisch, wenn Schäfer, Jogger oder Anwohner Begegnungen mit einem Wolf melden. Selbst Fotos und Filme ziehen die Beamten als Beweis grundsätzlich erst einmal in Zweifel. Als jetzt aber verwackelte Videos mit einem grauen Schatten, der flink durchs Bild huschte, auftauchten, stellte das Umweltressort die Tierart nicht in Frage. Die Aufnahmen des Wolfes aus dem Munsteraner Rudel stammten nämlich aus einer Überwachungskamera der Bundeswehr am Zaun des Truppenübungsplatzes. „Dort herrscht ja auch ein anderes Regiment“, rechtfertigte Ministeriumssprecher Rudi Zimmeck die neue Sichtweise. Das man den auffälligen Tieren jetzt mit Panzern zuleibe rücken könnte, stritt er freilich vehement ab.

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